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  • DE-12167 Berlin, DE-12105 Berlin
  • 05/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-283335)

Kindertagesstätte Rathausstraße in Berlin


  • 2. Preis

    Außenperspektive, © Arnke Häntsch Mattmüller AHM Architekten

    Architekten
    Arnke Häntsch Mattmüller AHM Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Brigitte Häntsch , Rolf Mattmüller , Prof. Peter L. Arnke

    Mitarbeit
    Eugen Spieß, Alice Garlaschelli

    In Zusammenarbeit mit:
    TGA-Fachplaner: Heimann Ingenieure GmbH, Berlin (DE)

    Preisgeld
    7.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebauliches und architektonisches Konzept
    Der Entwurf schafft eine innere Struktur, die die Nutzungen (stadt-) räumlichen Elementen zuordnet und dadurch gewohnte Raumerfahrungen der Kinder aufgreift:
    Jeweils zwei Gruppen- und ein Nebenraum liegen mit ihrem Garderoben-, und Sanitärbereichen an einer Gasse. Die drei Gassen schließen an die verbindende Straße an, an der auch die gemeinsamen Funktionsbereiche und die Räume der Mitarbeiter liegen. Höfe belichten den ‚Straßenraum‘ mit Tageslicht.
    Die Position des Haupteinganges greift die städtebauliche Ordnung im Quartier auf: die öffentlichen Gebäude befinden sich mit ihren Eingangsbereichen i.d.R. an den Blockecken. Das Rückspringen des Eingangs der Kindertagesstätte schafft den erforderlichen Stauraum und Aufenthaltsqualität am Eingang und den städtebaulichen Bezug zur vorhandenen Bauflucht des Nachbarblocks und des Jugendzentrums.
    Das zweigeschossige Gebäude ist als Massivbau aus Mauerwerk konzipiert. Hell geschlämmtes Sichtmauerwerk unterstützt den Charakter als öffentlicher Stadtbaustein.

    Erschließung, Barrierefreiheit und Brandschutzkonzept
    Die Kammstruktur erreicht einerseits eine gute Orientierung im Haus, andererseits kurze Wege und Übersichtlichkeit für die Aufsicht. Das Foyer und alle inneren Flurzonen haben eine Blick- und Tageslichtverbindung nach außen über Höfe und Dachterrassen. Ein zentrales Treppenhaus verbindet die Geschosse. Die Rettungswege führen aus dem EG direkt ins Freie und aus dem OG über zwei Außentreppen, die gleichzeitig für eine direkte Verbindung in den Garten sorgen.
    Je nach Brandschutzkonzept sind in den Gassen die Garderobenbereiche abtrennbar konzipiert. Die barrierefreie Erschließung erfolgt über einen zentral gelegenen Aufzug.
    Alle multifunktional nutzbaren zentralen Einrichtungen liegen im EG und sind auf direktem Weg von der Straße aus auch für öffentliche Veranstaltungen gut erreichbar. Die Anlieferung der Küche (extern) erfolgt von außen.

    Freiraum
    Am Haupteingang wird eine kleine Platzfläche ausgebildet. In der Höhe variierende Sitzelemente bilden einen schirmen den Vorplatz zum Verkehrsraum der Rathausstraße ab, ohne als Barriere wahrgenommen zu werden. Der Überhang des Daches akzentuiert die Platzfläche, analog dem benachbarten Jugendzentrum.
    Der Gartenbereich der Kita zoniert sich in verschiedene Spiel- und Aufenthaltsbereiche, in Höfe und landschaftsartige Erlebnisräume. Dachterrassen bieten im OG geschützte Außenbereiche.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit reagiert überzeugend auf die Unterschiedlichkeit der jeweiligen Außenräume.

    Während sich die ruhige Fassade zur Straße hin in angemessener Maßstäblichkeit und Materialität nur durch den überdachten, zurückspringenden Eingangsbereich artikuliert, moduliert sie zur Gartenseite hin vielseitig komplexe Situationen, in denen sie Innen- und Außenraum miteinander verzahnt. So entstehen vielfältig nutzbare Spielbereiche, z. B. im Außenraum Dachterrasse, Höfe und Gartenbereich.

    Die klare Kammstruktur im Gebäudeinneren erlaubt eine leichte Orientierung, in ihrer Anordnung gut nutzbare Räumlichkeiten, wie beispielsweise den Mehrzweckraum, bei gegebener natürlicher Belichtung. Dabei wird die schmale Dimensionierung der Höfe kritisch betrachtet. Die Orientierung der im EG befindlichen Gruppenräume im Osten sollte gartenseitig erfolgen.

    Kritisiert werden dort zudem längere Wege, die Lage des Aufzugs in Bezug zur Küche und zu knappe Bewegungsbereiche der Garderoben.

    Ebenso wäre das Überschreiten der Baugrenze nach Westen hin zu korrigieren.

    Die Arbeit überzeugt bei einer klaren Grundstruktur zugleich durch eine große räumliche Vielfalt in Innen- und Außenraum und deren differenzierte Verzahnung.