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  • DE-04860 Torgau
  • 05/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-286023)

9. Sächsische Landesgartenschau 2022 in Torgau


  • 2. Preis

    Visualisierung - Vogelperspektive Junger Garten, © Carla Lo Landschaftsarchitektur

    Landschaftsarchitekten
    Carla Lo Landschaftsarchitektur, Wien (AT) Büroprofil

    Verfasser
    Carla Lo

    Mitarbeit
    Samuel Bucher, Isabella Altreiter, Sara Stojaković, Vid Bogovic, Martin Freinschlag, Bettina Hos, Arno Wachtler

    Preisgeld
    21.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit erkennt die Verschiedenartigkeit der Freiräume in den einzelnen Teilbereichen des Wettbewerbsgebietes an und entwickelt konsequent ein schlüssiges, funktionierendes Freiraumgefüge. Die einzelnen Teilräume werden in ihrem Charakter und ihrer Qualität gestärkt und durch harmonisch gestaltete Übergangsbereiche miteinander verbunden. Die Themen Natur und Mensch werden in nachvollziehbarer Art und Weise herausgearbeitet. Beide Themen werden gleichwertig behandelt, gut miteinander verknüpft und angemessen ausformuliert. Das Thema Geschichte wird im Wettbewerbsgebiet mit einigen zurückhaltenden thematischen Interventionen im Glacis ebenfalls berührt, jedoch im Wesentlichen den Korrespondenzstandorten zugeordnet.

    Die Anknüpfungspunkte des Gartenschaugeländes an das bestehende städtebauliche Gefüge und den angrenzenden Landschaftsraum sind überzeugend gelöst. Besonders am Torgauer Tor mit Blick auf die Elbe und das Gartenschaugelände und auch an den Torgauer Terrassen ergeben sich für die Besucher interessante Perspektivwechsel. Umgebung und Flussraum werden bewusst in Szene gesetzt und erlebbar gemacht. Im Konzept der Dreh- und Angelpunkte werden auch die Potenziale der Grün- und Freiräume im inneren Ring und im Stadtzentrum aufgezeigt, verknüpft und mit dem Gartenschaukonzept in Verbindung gebracht.

    Die von den Entwurfsverfassern beschriebene Schaffung eines vielseitig erlebbaren Freiraumverbundes mit hohem Erlebniswert ist gelungen. Das historische Glacis mit seinem landschaftlichen und von altem Baumbestand geprägten Charakter bleibt im Grundsatz unverändert. Es wird mit schlüssig gesetzten attraktiven Anziehungspunkten aufgewertet und als Ort für Ausstellungen in den Gartenschaubetrieb einbezogen. Einzig die Teilfläche des westlichen Glacis ist in ihrer Gestaltung kritisch zu bewerten. Die veränderte Wasserführung in Verbindung mit der Trockenlegung dieses Teilbereiches, sowie die Einordnung des Spielplatzes und der Seeterrasse an diesem Ort sind nicht plausibel und mit den Schutzzielen des Naturund
    Artenschutzes nicht vereinbar.
    Der Treffpunkt Mensch ist als belebter Raum für vielfältige Aktivitäten und regen Austausch sowohl während der Gartenschau als auch in der Nachnutzung ein echter Dreh- und Angelpunkt. Die Anbindung an das Glacis ist schlüssig und sensibel gesetzt. Im nördlichen Bereich bildet der Junge Garten mit verschiedenen Sport- und Spielangeboten sowie während der Gartenschau als Hauptfläche für Schau- und Themengärten eine starke Spange, die ihren Abschluss im Torgauer Tor findet. Angemessen mit den angrenzenden Bereichen verbunden sind diese Räume sowohl während der Durchführung als auch in der Nachnutzung von hoher Qualität und vielfältig nutzbar.
    Auch das Areal um die zukünftige Stadthalle erfüllt die vorgegebenen Anforderungen, ist ansprechend gestaltet und gut in die Umgebung eingebunden.

    Die Konzeption der Dauernutzung ist unter ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten als nachhaltig einzuschätzen. Die vorgesehenen Nachnutzungen erscheinen plausibel. Sowohl der Rückbau nach der Durchführung der Gartenschau als auch der Pflegeaufwand der Daueranlage sind als durchschnittlich einzuschätzen, der Grad der Versiegelung ist dem Konzept angemessen.

    Die Schutzziele des Denkmal- und Hochwasserschutzes wurden beachtet, auch die Schutzziele des Natur- und Artenschutzes werden weitgehend umgesetzt. Lediglich die Eingriffe im westlichen Glacis sind, wie oben beschrieben, mit den Schutzzielen für diesen Bereich nicht vereinbar.