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  • DE-04860 Torgau
  • 05/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-286023)

9. Sächsische Landesgartenschau 2022 in Torgau


  • 3. Preis

    Konzepterläuterung, © UKL

    Landschaftsarchitekten
    UKL Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ulrich Krüger

    Mitarbeit
    Johannes Werner, Pavlina Stastna, Daniel Wölfel

    Preisgeld
    14.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Arbeit gelingt es in nahezu allen Bereichen die jeweiligen Besonderheiten des Vorgefundenen aufzugreifen und in angemessene räumlich-strukturelle Lösungen zu überführen.

    Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang auch die keilförmigen Spangen, die als gestalterische Interpretationen der ehemaligen Bastionen, durchgängig die Verknüpfungspunkte zwischen den ehemaligen Befestigungsanlagen und der Innenstadt hervorheben. Damit sind die wichtigen Kristallisationspunkte und Entrees in die Innenstadt z.B. vom Bahnhof oder an der Elbe klar und ablesbar herausgearbeitet. Durch die gestalterische
    Einbeziehung der Straßen gelingt es, den räumlich-gestalterischen Zusammenhang der Befestigungsanlagen insgesamt zu stärken. Das Entrée am Bahnhofsvorplatz ist diesbezüglich besonders gelungen.

    Die Leitidee der „Edelsteine“ als durchgängiges gestalterisches Elemente kann besonders überzeugen. Auf diese Weise können auch in die denkmalpflegerisch bzw. naturschutzrechtlich sensiblen Glacisbereiche selbstverständlich prägnante, wiedererkennbare Orte und zeitgenössische Funktionen integriert werden. Größe, Anzahl und Lage der Edelsteine z.B. in Kombination mit den Denkmälern oder in der Feuchtwiese werden allerdings teilweise kritisch gesehen. Die gewählten rahmenden Materialien nehmen Bezug auf die Torgauer Industrie, jedoch ist die Verwendung von Glas im öffentlichen Raum fraglich.

    Im Glacis wird die historische Doppelwegeführung aufgegriffen und sinnvoll unterscheidbar hierarchisiert. Der Wasserzugang zum Teich wird durch wenige, präzise gesetzte Stichwege gewährleistet. Sie münden in großzügige Plattformen, die einen attraktiven, auch sonnigen Aufenthalt am und auf dem Wasser zulassen. Das Plattformmotiv wird auch an der Elbe wiederholt. Lage und Dimension sind hier im Hinblick auf den Hochwasserschutz jedoch kritisch zu beurteilen.

    Die für das Glacis vorgeschlagene deutlich differenzierte Pflegeintensität zwischen Stadt- und Landschaftsseite wird kritisch hinterfragt.

    Der Übergang zum jungen Garten ist gut gewählt und insbesondere die Mehrfachvernetzung zwischen Glacis, Elbe und Reptizerstraße, die auch im Dauerkonzept attraktive Rundwege bietet, wird begrüßt.

    Der Vorschlag, Teile des ehemaligen Industriestandortes zur Arrondierung der Wohnbebauung nach zu nutzen, kann überzeugen. Entsprechend wird im Gartenschaukonzept konsequent die Anlage von temporären Schaugärten für diesen Bereich vorgeschlagen. Für die Flächen nördlich der Kleingärten wird eine geschickte räumliche Gliederung gefunden, die die vorhandenen Landschaftselemente integriert, großzügige Spiel- und Sportwiesen und gleichermaßen in angemessener Dimension Angebote für Trendsportarten und gärtnerische Elemente anbietet.

    Durch die Umnutzung brachgefallender Kleingärten zu Bürgergärten gelingt darüber hinaus eine zeitgemäße Öffnung und räumliche Verzahnung mit den Kleingärten.

    Der im Übergang zur Elbe angebotene, markante Aussichtsturm wird dagegen kontrovers diskutiert. Die im Gartenschaukonzept südlich davon gewählte Lage des Garten- und Handwerkermarktes ist zu hinterfragen.

    Die Vorschläge für das Schlachthofareal können sowohl in der Gartenschau- als auch in der Dauerkonzeption als gelungen bezeichnet werden, da eine großzügige Anknüpfung an die Elbpromenade angeboten wird, der Hofbereich durch einen Baumrahmen sinnvoll räumlich gefasst wird und damit die Nutzbarkeit als attraktiver Ort für Open-Air-Veranstaltungen überzeugend dargelegt werden kann. Gleichermaßen gut ist die Erschließung als Stellplatz inklusive Vernetzung über den Discounter in die angrenzenden Quartiere gelöst. Die Integration des Kalkofens in das Ensemble wird jedoch vermisst.

    Die Vorschläge für den Innenstadtbereich wirken sehr schematisch und schöpfen die räumlichgestalterischen Potenziale nicht aus.

    Insgesamt sind die Schutzziele des Gebietes beachtet. Das Dauernutzungskonzept lässt eine nachhaltige, passgenau an den touristischen und alltäglichen Bedarf Torgaus ausgerichtete Nutzbarkeit erwarten, das auch die wirtschaftlichen Gesichtspunkte berücksichtigt.