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  • DE-22175 Hamburg, DE-20355 Hamburg
  • 05/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-304389)

Neubau einer Schulkantine mit Vitalküche in Hamburg


  • Gewinner Zur Überarbeitung aufgefordert

    Perspektive, © Renner Hainke Wirth Zirn Architekten

    Architekten
    RENNER HAINKE WIRTH ZIRN ARCHITEKTEN GmbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Treibhaus Landschaftsarchitektur Berlin/Hamburg, Berlin (DE), Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau / Freiraum / Erschließung
    Das Gebäude schließt das Gelände im nord-östlichen Bereich ab und orientiert sich mit dem Gastbereich offen nach Süden zum Schulhof hin. Durch die kompakte Kubatur lässt das Gebäude innerhalb des Baufensters Freiflächen, die auf der Süd-Ostseite eine Nutzung als Freisitze zulassen. Der erforderliche Abstand zu vorh. Bäumen wird optimiert.
    Der Hauptzugang des Gebäudes erfolgt vom Schulhof aus Richtung Süd-West. Ein Nebenzugang orientiert sich in Richtung Sporthalle / Grootmoor im Westen. Dieser soll als Ausgang, bei Veranstaltungen auch als Zugang genutzt werden.
    Der Wirtschaftstrakt orientiert sich nach Norden zum Grootmoor, von dort aus NO, erfolgt auch die Anlieferung der Küche. Die Fahrradstellplätze sind im freien Bereich im Norden der Kantine angeordnet.

    Konzept / Konstruktion / Fassade
    Der Entwurf legt besonderen Wert auf eine klare, konstruktiv optimierte und funktionale Grundstruktur. Hierfür ist eine leichte, modulare Stahlkonstruktion mit wenigen Stützen und weit spannenden Trägern vorgesehen. Das Dachtragwerk besteht aus leichtem Trapezblech, die Sicken sind von innen perforiert und akustisch wirksam. Die Dachfläche ist extensiv begrünt. Ein Oberlicht im zentralen Bereich versorgt diesen mit (Nord-) Licht und erfüllt Lüftungs-/ Entrauchungsfunktionen.
    Für die Fassade ist eine hochwirtschaftliche, pflegeleichte und nachhaltige Konstruktion aus selbsttragenden Glas-Sandwich-Paneelen der Fa. iconic skin vorgesehen. Der modulare Aufbau dieser Wandkonstruktion lässt einen hohen Vorfertigungsgrad mit entsprechend kurzer Bauzeit und sehr geringen Kosten zu.
    Die Nord-, Ost-, und Westseite, insbesondere der Wirtschaftstrakt, sind in großen Teilen geschlossen ausgeführt, aufgelockert mit großformatigen, i.d.R. bodentiefen Fenstern. Soweit möglich werden diese auch im Küchen-/ Personalbereich eingesetzt. Die Südseite ist großformatig verglast um den Dialog zwischen Kantine und Schulhof zu ermöglichen. Die Verschattung erfolgt über einen Dachüberstand sowie außen liegende Lamellenanlagen.
    Die Innenwände sind, bis auf einige statisch wirksame Wandteile, in Leichtbau vorgesehen.

    Nutzung / Kantine / Veranstaltung
    Der Kantinenbetrieb erfolgt in Form einer Vitalküche mit Ausgabetresen und Free-Flow-Bereich. Im Gastraum stehen ca. 250 Sitzplätze und 15 Stehplätze zur Verfügung. Im Außenbereich S-O ist die Aufstellung von Tischgruppen für den Freiluftbetrieb geplant. Für Veranstaltungen außerhalb der Kantinennutzung ist im westlichen Bereich die Anordnung einer mobilen Bühne, die nach Erfordernissen und finanziellen Möglichkeiten gleich realisiert werden kann, möglich. Die Raumtrennung erfolgt über einen akustisch wirksamen Vorhang an einer Deckenschiene. Im westlichen Gastraum ist die Anordnung der Lehrküche vorgesehen. Dieser Bereich kann von der Kantine auch räumlich abgetrennt werden.

    Gestaltung / Material
    Decken- und Wandbauteile besitzen fertige Oberflächen. Deren farbliche Gestaltung, die Ausbildung des Bodenbelages sowie der Wand zur Ausgabe / Küche bedürfen einer vertiefenden Betrachtung, auch in Verbindung mit dem Mobiliar. Vorgesehen ist ein warmer, freundlicher Grau-Grundton mit farblichen Akzenten durch die Sondermöbel.
    Energie / Konzept / Ressourcen
    Grundsätzlich soll ein Low-Tech-Konzept mit niedrigen Verbräuchen unter Nutzung regenerativer Energien verfolgt werden. Die kompakte Gebäudeform begünstigt das A/V-Verhältnis. Durch einfache Maßnahmen soll eine hohe thermische Behaglichkeit für die Nutzer des Gebäudes erreicht werden. Vorgehsehen ist der Einsatz einer Gasmotorwärmepumpe in Luft-Wasser-Ausführung mit Nutzung der Motorabwärme als hohe Vorlauftemperatur für die Warmwasserbereitung (Trinkwasserstation im HA-Raum.)

    Heizung / Lüftung
    Die Versorgung des Speiseraums ist über eine Fußbodenheizung geplant, die auch außerhalb der Nutzungszeiten und unabhängig vom Lüftungsbetrieb die Grundtemperierung sicherstellt.
    Für die Küche kommt ein zentrales Lüftungsgerät mit Kreuzstromwärmetauscher zum Einsatz. Für den Gast-/ Veranstaltungsraum wird zur Vermeidung von Zugerscheinungen bei gleichzeitig hoher Lüftungseffektivität ebenfalls eine mechanische Lüftung empfohlen (z.B. zwei Deckenflachgeräte mit Weitwurfdüsen in der Wand Achse B). Hierrüber könnte auch eine sommerliche Nachtabkühlung erfolgen.
    Führung der Fortluft über Oberlichter und/oder Dachoberlicht. Durch dieses Grundprinzip könnten die Räume je nach Bedarf natürlich oder ergänzend mechanisch belüftet werden.
    Sonstige Technik
    Die Beleuchtung erfolgt mittels LED-Technik. Die Ausführung der Medientechnik /-anbindung an Bestand nach Abstimmung. Die sicherheitstechnische Ausrüstung gem. VStättVO für Versammlungsstätten > 1.000 m² wird berücksichtigt (SiBe, Alarmierung, Blitzschutz). Der Einsatz von PV auf Dach kann optional erfolgen. Fettabscheider unter Flur. Versickerung Regenwasser erforderlichenfalls auch über Rigole.

    Kosten / Termine
    Auf Grund der einfachen Konstruktion, unter Verwendung von Bauteilen mit hohem Vorfertigungsgrad, kann der vorgegebene Kostenrahmen gehalten, ggf. sogar unterschritten werden. Die Herstellungskosten haben wir im Vorfeld mit Firmen und Planern abgestimmt. Mit der hohen Vorfertigung ist auch eine terminliche Verkürzung und entsprechende Sicherheit zu erwarten.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    + Funktionalität am höchsten bewertet (Entflechtung der Verkehrsströme)
    + Hohes Potenzial zur Überarbeitung, Defizite sind leicht zu korrigieren (bauliche Trennung von Küche und Speiseraum, Personalduschen, Einhaltung der Flächenobergrenze)
    +/- Städtebauliche Einbindung und gestalterische Reaktion auf die bestehenden Schulgebäude (vorgefertigte Fassadenelemente 60er Jahre / Gegenwart) positiv bewertet. Jedoch, räumliche Verengung der Schulhofsituation durch hereingerückte Position.


INFO-BOX

Angelegt am 06.06.2018, 15:59
Zuletzt aktualisiert 11.06.2018, 09:52
Beitrags-ID 4-157769
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