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  • DE-78464 Konstanz, DE-78628 Rottweil
  • 06/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-270685)

Neubau Justizvollzugsanstalt in Rottweil


  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    WGF Nürnberg, Nürnberg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten und Stadtplaner PartGmbB, Nürnberg (DE)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit zeichnet sich insbesondere durch die Signethaftigkeit zweier eigenständiger Baukörper aus. Die klare Komposition dieser beiden Gebäude kann vom Turm aus gesehen Wahrzeichencharakter zugesprochen werden. Die polygonal um die Anstalt geführte Mauer tritt vergleichsweise zurückhaltend in Erscheinung und umschließt ein kompaktes Baufeld, das sich bewusst auf die verfügbare ebene Landschaftsfläche konzentriert. Die Arbeit möchte das Bild eines neuen Typus Justizvollzugsanstalt vermitteln.

    Sinnvoll angeordnet wird die Anstalt an der süd-westlichen Ecke des Grundstücks erschlossen. Hier sind die Parkplätze und die Torwache positioniert. In direkter Verlängerung, gleicher Höhe und Materialität der Torwache entwickelt sich ein dreigeschossiger, mit Lichthöfen strukturierten Riegel, in dem sämtliche Funktionen außer den Haftplätzen untergebracht sind. Unterhalb - süd-östlich - dieses geometrischen Riegels sind die Wohnbereiche in einer ebenfalls dreigeschossigen Mäanderform zusammengefasst, die in der Ansicht um ca. ein Geschoss niedriger liegt und somit der Topographie folgt. Die Komposition und Anordnung dieser Gebäude ist wesentliches Merkmal des Entwurfs und hebt ihn von den anderen Arbeiten deutlich ab. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass sich keine Assoziation mit einer klassischen Figur einer Justizvollzugsanstalt aufdrängt.

    Der funktionale Riegel beherbergt neben den Besucher-, Verwaltungs-, Sport- und Freizeitbereichen auch die Werkstätten und Lagerbereiche. Grundsätzlich ist die Organisation, Zuordnung und Abfolge der Funktionen gut nachvollziehbar, jedoch nur wenig detailliert dargestellt. Die den Werkstätten vorgelagerten Lager sind in Lage und Zuschnitt unübersichtlich und den Warenein- und -ausgang betreffend nicht verständlich organisiert. Konkrete Überlegungen beispielsweise zu der Anlieferung sind nicht dargestellt.

    Das Haftgebäude wird auf seiner untersten Ebene über drei Verbindungsgänge mit einer gut funktionierenden Magistrale, die auf der dem Haftgebäude zugewandten Seite des Riegels verläuft, verbunden.

    Das Preisgericht lobt, dass das Haftgebäude eher die Assoziation von Wohnungsbau als von Justizvollzug hervorruft. Die für das Haftgebäude gewählte Form lässt jedoch einen adäquaten Vollzug nicht zu. Kritisch bzw. aus vollzuglicher Sicht von Nachteil ist die Anordnung der unterschiedlichen Haftbereiche innerhalb des Haftgebäudes: Die ausdrucksstarke Mäanderform ermöglicht sowohl Sichtbezüge und als auch Rufbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Haftarten, die ausdrücklich zu vermeiden sind.

    Im Weiteren sind kritisch anzumerken die nur unterdurchschnittlich ausgewiesene Technikfläche und die geringen Aussagen zum Technikkonzept.

    Aus Sicht der Jury wird die Konsequenz des Verfassers begrüßt, die starke Formensprache nicht zu durchbrechen, wenngleich dies auch zum Nachteil der Funktionalität gereichte. Diese sowie die Ausarbeitung des Beitrags weichen negativ von der klaren und starken Konzeption ab.

    Abschließend anerkennt das Preisgericht die Arbeit mit Ihrem Impulscharakter als einen wertvollen Beitrag für die gestellte Aufgabe.