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  • DE-99817 Eisenach, DE-99817 Eisenach
  • 06/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-297592)

Umbau und Neubau Sportarena und Schule im Industriedenkmal Eisenach


  • 1. Preis

    Modell, © Dichter Architekturgesellschaft mbH / FABRIK°B Architekten

    Architekten
    FABRIK°B Architekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Christian Wolff

    Mitarbeit
    Johannes Schulze

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: dichterarchitektur, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH)
    Bauingenieure, Tragwerksplaner: TRAGRAUM Ingenieure PartmbB vormals Dr. Kreutz+Partner BERATENDE INGENIEURE mbB, Nürnberg (DE), Oberschleißheim (DE), Bamberg (DE), Münnerstadt (DE), Regensburg (DE)
    TGA-Fachplaner: Marko Augustat & Partner INGENIEURE FÜR ARCHITEKTUR UND TECHNISCHE GEBÄUDEAUSRÜSTUNG, Berlin (DE)
    Brandschutzplaner: CRP Bauingenieure GmbH, Berlin (DE), Hamburg (DE), Hannover (DE), München (DE)

    Preisgeld
    66.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    In einer beeindruckenden Klarheit extrahieren die Verfasser den besonderen Geist dieses industriellhistorisch geprägten Ortes und entwickeln daraus ein stringentes Konzept von hoher atmosphärischer Dichte.
    Überzeugend ist die städtebauliche Verortung. Aus einer wohlproportionierten Abfolge von offenen und baumüberstellten Plätzen bilden sich einladende Adressen für die jeweiligen Nutzungen und die stimulierenden wechselseitigen Dialoge. So wird beispielsweise die notwendig Tiefgaragenrampe als richtig gesetzter Raumteiler zwischen den Nutzungen unter einen Baumhain verortet.
    Der östliche Platz wird durch eine attraktive Sonnenbank gefasst, eine angemessen schlichte wie richtig gesetzte Treppe führt auf dem Damm und weiter in die reizvolle Flusslandschaft. Der geforderte Hochwasserschutz wird so selbstverständlicher Teil der räumlichen Inszenierung.
    Der Charakter der ursprünglichen Halle wird wieder klar herausgearbeitet und kraftvoll mit
    eigenständiger zeitgemäßer Handschrift weitergebaut. Das neue Obergeschoss ist durch den Rücksprung im Stadtraum angemessen integriert, entspricht durch die industriell geprägte Materialität der ursprünglichen Haltung des Gebäudes und integriert sinnfällig sowohl den notwendigen Aufbau der Dachkonstruktion der Halle wie auch die neuen Nutzungen der Schule.
    Die Notwendigkeit der Treppenhausergänzungen wird dabei kontrovers diskutiert.
    Das Konzept der klaren räumlichen wie konstruktiven Trennung von Schule und Halle ermöglicht gut die abschnittsweise Revitalisierung der historischen Halle.
    Größe und innere Struktur der Sporthalle entsprechen den geforderten Parametern. Einladend ist die Vorzone mit Kassen, schlüssig die nachfolgende Verteilung, gut nachvollziehbar die innere Struktur von Halle, Tribünen, Umkleiden und funktionstüchtige Erschließung mit den vier Treppenkernen.
    Die Konstruktion des weitspannenden Daches ist richtig aus der architektonischen Haltung
    abgeleitet und konstruktiv nachvollziehbar.
    Auch in der Schule ist das geforderte Raumprogramm erfüllt und gut umgesetzt. Die Erschließungsachse ist durchgesteckt und nutzt so spannungsvoll die besondere Lage zwischen zwei Plätzen.
    Konsequent ist das Konzept des inneren Lichthofes mit den nach innen verlagerten Klassenzimmern und den rückwärtigen Erschließungskorridoren, das eine größtmögliche Belichtung der einzelnen Räume ermöglicht. – Der große „Ausblick“ in die benachbarte Halle ist dabei ein interessantes wie belebendes Detail.
    Sensibel zeigt sich der Umgang mit dem Denkmal, stimmig die Fortschreibung der Fassade trotz der erforderlichen Integration der notwendigen neuen Elemente. Die aufgezeigten Lösungen zu Blendschutz, thermischer Ertüchtigung und dem Energiekonzept mit Lüftung und PV Anlage sind schlüssig aus dem Konzept entwickelt und ermöglichen in den historischen Rahmen den Bau einer zeitgemäßen Anlage.
    Durch den dargestellten einfühlsamen Umgang mit dem Bestand, die konsequente Etappierbarkeit und die klare neue innere Struktur ist die erforderliche Wirtschaftlichkeit gegeben.
    Das Parkierungskonzept mit dem Splitt von Kellernutzung und oberirdischen Stellplätzen ist räumlich gut integriert und schafft zudem gute Flexibilität für die zukünftige Bespielung.
    Mit der konsequenten Arbeit gelingt es den Verfassen Geschichte, Bestand und die neuen
    Anforderungen zu einem beeindruckenden Projekt von großer poetischen Dichte zu entwickeln, das zudem kraftvoller wie stimulierender Anker für die weitere Entwicklung des Areals werden kann.