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  • DE-49716 Meppen, DE-49751 Sögel
  • 06/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-283470)

Neubau eines Besucherzentrums auf Schloss Clemenswerth in Sögel


  • 3. Preis


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    Architekten
    Naumann Wasserkampf Architekten PartGmbB, Weimar (DE)

    Verfasser
    Julia Naumann , Max Wasserkampf

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Peter Zirkel Gesellschaft von Architekten mbH, Dresden (DE)
    Landschaftsarchitekten: Station C23 - Büro für Architektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau, Leipzig (DE)
    Modellbauer: modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice, Weimar (DE)

    Erläuterungstext
    Der Neubau konstituiert einen selbstbewussten, zeitgemäßen Ort des Ankommens im Kontext der historischen Anlage, mit sensiblem Bezug zu ihr. Motive aus historisch ähnlichen Situationen werden verfremdet und abstrahiert, um zu einer eigenständigen und doch angemessenen Antwort auf die Fragestellung der Aufgabe zu kommen. So präsentiert sich die Südfassade des Besucherzentrums gleich einer Orangerie dem von der Straße ankommenden, seine Westfassade hingegen setzt in der Diagonalachse von Sögel kommend einen Bezugspunkt, gleich einem Point de Vue.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit leitet ihre städtebauliche Lage und Anmutung von der Typologie eines dienenden Gebäudes (Orangerie) ab. Folgerichtig wird das selbstbewusste und zeitgemäße Gebäude aus der Geometrie der Querachse herausgerückt und vor der Waldkante der historischen Wallanlage platziert. Die Fortführung der historischen Achse wird weder „verbaut“ noch historisierend „fortgeführt“ sondern informell und „ländlich“ belassen.

    Die Grundrissorganisation ist funktional, klar und übersichtlich angelegt. Gleichzeitig mit stimmigen Proportionen besitzen die Räume eine poetische Anmutung und trotz Großzügigkeit vermeiden sie eine falsche Monumentalität.

    Die Ausformulierung der Innenräume, insbesondere die markante Eingangshalle, wird als streng und ernst - beinahe sakral - empfunden. Es wird bezweifelt, dass profane Nutzungen und Funktionen wie Ticketverkauf, Shopangebote und ´Alltagsaufenthalt´ hier die gewünschte Umgebung finden.

    Die Abstrahierung der ortstypischen Ziegelbauweise in einer zeitgenössischen Betonkonstruktion mit roter Lasur ist Zeugnis der gelungenen architektonischen Interpretation des historischen Ortes und folgt konsequent dem geistigen Überbau der Arbeit.

    Ob die Notausgänge an der Nordseite Außen abgesenkt werden müssen (Laubfänger) sollte überprüft werden. Auch die Nähe des Baukörpers zur denkmalgeschützten ehemaligen Gärtnerei im Osten sollte neu überlegt werden.

    Der Parkplatz im Süden überzeugt nicht. Hier hätte man sich eine andere Ausrichtung gewünscht.

    Grundsätzlich scheint die Einbindung in die Landschaft, die Einbeziehung des unmittelbaren Umfeldes zu zaghaft und zu unausformuliert.


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