loading
  • DE-42109 Wuppertal, DE-42103 Wuppertal
  • 06/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-306386)

Neugestaltung Wuppertal Döppersberg - Teilgebiet „Wupperpark“


  • 1. Preis

    Perspektive, © Molestina Architekten

    Architekten
    Molestina Architekten GmbH, Köln (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Juan Pablo Molestina

    Mitarbeit
    Laura Garcia Blanco, Hairuo Wang

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH, Düsseldorf (DE), Köln (DE)

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Wupperpark Erläuterungsbericht

    Mitten im Wuppertal entsteht an zentraler Stelle in der Innenstadt zwischen der alten
    Freiheit und der Morianstraße ein kleiner Freiraum – der Wupperpark.

    Zentraler Entwurfsansatz ist es, Gebäude und Landschaft miteinander zu verweben und über die Begrünung und teilweisen Benutzung der Dächer ein Gesamtensemble zu schaffen.

    Beide Pavillons liegen an städtebaulich prominenten Lagen an den Hauptstraßen und
    begrenzen so den Park. Zwischen den Gebäuden liegt der Zentrale Haupteingang zum
    Tiefbunker. Entlang der Wupper und der Bundesallee werden verbindende Wegeachsen
    angelegt. Im Inneren des Parks entsteht durch die Anordnung der Gebäude ein räumlich
    spannender Ort. Prägnantes Element sind dabei die Rasensitzstufen auf dem Infopavillon mit der vorgelagerten, bühnenartigen Platzaufweitung.

    Zahlreiche Sitzgelegenheiten bieten Platz zur Entfaltung von Jung und Alt. Auf den
    Infopavillon führen Rasensitzstufen nach Oben und bieten so eine andere Sicht auf den
    kleinen Stadtpark.

    Die Lage der Gebäude und die Wegebeziehungen sind wie selbstverständlich angeordnet.
    Angsträume und unübersichtliche Situationen werden so vermieden. Durch das großzügige Angebot an unterschiedlichen Sitzgelegenheiten können so die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen nebeneinander verweilen.

    Die Pavillons verstehen sich als einfache Stahlbeton und Glas Konstruktionen. Der Infocenter Pavillon ‚wächst‘ im übertragenem Sinne aus der Boden heraus, während der Pavillon der Café Cosa ist leichter anmutend, mit auskragende Dächer nach Norden und Süden, die die Terrassenfläche eine räumliche Fassung ermöglichen. Die Dachneigungen der beiden Pavillons beziehen sich aufeinander und bilden ein plastisches Gesamtbild. Alle Dächer werden extensiv begrünt, das Dach vom Infocenter ist begehbar. Als Innenraummaterialien werden robuste Naturnaheflächen in Beton und Glas bevorzugt, und Holzmöbel und Einbaumöbel nach Bedarf.

    Bezüglich der Gebäudeplanung (Info-Pavillon sowie Café Cosa) im Wupperpark werden zwei preislich unterschiedliche Baustandards angeboten: Einmal ca. 2.500,-/qm, sowie ca. 3.000,- /qm. Die Preisunterschiede liegen im Anteil der Glasflächen der Gebäude sowie den Materialausbaustandards begründet, wie z.B. polierter Estrich versus Naturstein. In der preiswerteren Variante könnte man die Dachkonstruktion des Café Cosa nicht in Beton
    sondern in einer Stahl- und Holzkonstruktion ausführen.

    Die Materialität beschränkt sich auf das wesentliche. Die befestigten Flächen werden aus
    hellem, beigefarbenen Gussasphalt hergestellt. Dieses Material sieht aus wie klassische
    Parkwege, jedoch mit einer wesentlich längeren Haltbarkeit. Rasenflächen dominieren das
    Gesamtbild und werden noch um einige hochaufgeastete und robuste Parkbäume wie
    Gleditsien und Tulpenbäume ergänzt. Der wertvolle Baumbestand wird weitestgehend in
    das Konzept integriert. Alle Solitärbäume werden auf ca. 3,80 m aufgeastet, um eine maximale Übersichtlichkeit zu bieten. Die Beleuchtung über Mastleuchten ist funktional und robust. Einige Baumstrahler unter den großen Solitärbäumen akzentuieren den Park zusätzlich bei Nacht. Die Parkbänke sind aus beigem Sichtbeton und die Sitzauflagen aus langlebigen Kunststoff.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Preisträger
    Die Verfasser versuchen in einem hochversiegelten Stadtraum am Ufer der Wupper eine grüne Oase zu schaffen und nutzen dafür die Dachflächen der darunterliegen­den Gebäude. Besonders erlebbar wird diese neue Qualität von den höherliegenden Ebenen am Döppersberg und aus der Schwebebahn. Um diese grüne Oase als Bin­nenraum gegen die Hauptverkehrsströme zu schützen werden die beiden Gebäude folgerichtig gesetzt. Gleichzeitig sieht die Jury hier die Möglichkeit einer Abriegelung des Wupperparks.

    Mit übersichtlicher Wegeführung und stimmiger Exposition zur Wupper entsteht ein gut proportionierter spannungsvoller Freiraum, der mit einer grünen Treppenanlage wirkungsvoll inszeniert wird. Die angebotene Spiel- und Liegewiese mit umlaufenden Sitzelementen wird von der Jury dahingehend kontrovers diskutiert, ob die Robust­ heit und Dauerhaftigkeit bei intensiver Nutzung gegeben ist. Insgesamt aber erschei­ nen die Nutzungsangebote des Freiraums als vielfältig und offen.

    Die Qualität der beiden Gebäude ist überzeugend, jedoch überschreitet das Gebäu­de des Cafe Cosa die vorgegebenen Baugrenzen. Unklar bleibt die Andienung des Cafe Cosa und vermisst wird der in der Auslobung geforderte, separate Außenbe­ reich. Grundsätzlich wird in Frage gestellt, ob die Wirtschaftlichkeit im vorgegebenen Rahmen eingehalten werden kann.

    Trotzdem würdigt die Jury einen konsequenten, zeitgemäßen Entwurf für einen „grü­nen" Wupperpark als willkommenen Ergänzung der gegebenen städtebaulichen Si­tuation.

    Empfehlungen
    Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober einstimmig, die mit dem 1. Preis ausge­zeichnete Arbeit der weiteren Planung unter Berücksichtigung der in der Beurteilung angesprochenen Anregungen zu Grunde zu legen und die Preisträger entsprechend zu beauftragen. Dabei werden insbesondere folgende Empfehlungen ausgespro­chen:

    Eine Kostenschätzung je Gebäude nach DIN 276 ist aufzugliedern
    Eine Abgrenzung des Außenbereichs des Cafe Cosa ist im Entwurf aufzunehmen
    Die Begehbarkeit der Dachfläche Infopavillon ist zu überprüfen
    Die Verwaltung wird aufgefordert kurzfristig die Problematik der Überschreitung der Baugrenze zu klären
    Die Anforderung des Haupteinganges Bunker ist zu überprüfen