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  • DE-58730 Fröndenberg/Ruhr, DE-58730 Fröndenberg/Ruhr
  • 06/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-288657)

Umgestaltung der Stadtmitte von Fröndenberg/Ruhr


  • 2. Preis

    Marktplatz, © häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur gmbh

    Landschaftsarchitekten
    häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur gmbh, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Jens Betcke , Thomas Jarosch

    Mitarbeit
    Daniel Stimberg

    Preisgeld
    13.650 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser/innen gliedern die Innenstadt in zwei Bereiche, die sie aus der historischen Entwicklung ableiten. Im Osten wird der Bereich um den Markt als eigenständiges Stadtquartier mit einem hellen Pflasterbelag gestaltet. Der erst später, nach Abriss des ehemaligen Uniongeländes, entstandene Bereich um den Bruayplatz wird dagegen mittels Klinkerbelag zusammengefasst. Diese Gestalt-Teilung der Innenstadt, die die Verfasser mit der Ablesbarkeit der Stadt- und Industriegeschichte begründen, ist nachvollziehbar, wird aber kontrovers diskutiert.

    Innerhalb der beiden Innenstadtbereiche werden klare und prägnante Setzungen vorgenommen. Auf dem Markt wird das Bestandspflaster erhalten. Durch die Rahmung mit neuem Pflaster wird die sich nach Süden öffnende Dreiecksform klar herausgearbeitet. Ein linerares Fontänenfeld und eine Reihe geschnittener Kastenbäume, die als Element häufiger eingesetzt werden, sind klar angeordnet. Die randliche Lage des Fontänenfeldes wird dabei kritisch hinterfragt.

    Die steinerne Ausformulierung des Bruayplatzes wird kritisiert, seine topografische Ausgestaltung dagegen sehr positiv beurteilt. Die räumliche Fassung des Aldi-Parkplatzes wird mit dem wiederkehrenden Thema der geschnittenen Baumreihe erreicht. In der Winschotener Straße und den Verbindungen nach Norden und Süden werden mit teppichartigen Intarsien und wieder geschnittenen Bäumen klare Aufenthaltsbereiche definiert, die zu einer guten Gliederung der Raumfolgen beitragen.


    Als besonderes verbindendes Element werden Bänder mit einem Kettenmuster vorgeschlagen, die auf die Industriegeschichte Fröndenbergs anspielen. Diese Kettenbänder werden mal als geprägte Betonplatten, mal als Abdeckung von Entwässerungsrinnen oder als Baumscheiben eingesetzt. Die Unverwechselbarkeit und der historische Bezug zur Industriegeschichte werden sehr gewürdigt. Die Nutzbarkeit der angebotenen Räume und der Ausstattungselemente wird positiv gesehen. An einigen Stellen wie dem Stadtgarten neigt der Entwurf zur Verspieltheit, was der gewünschten Prägnanz widerspricht.

    Insgesamt überzeugt der Entwurf durch seine klare konzeptionelle Haltung und die prägnanten Setzungen der gestalterischen Elemente. Bei der Gestaltung des Bruayplatzes treffen die Verfasser mit der steinernen Gestaltung allerdings leider die falsche Entscheidung.