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  • DE-95444 Bayreuth, DE-95448 Bayreuth
  • 06/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-285809)

Neubau Reha-Zentrum der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern in Bayreuth


  • 1. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten PartGmbB, Esslingen am Neckar (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: HASCHER JEHLE Architektur, Berlin (DE)

    Preisgeld
    91.025 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Setzung mit den vier Gebäudekuben überzeugt in der Proportion und der Höhen-entwicklung, besonders unter Berücksichtigung der anspruchsvollen Topographie. Es erfolgt einen Verzahnung des Neubaus mit der Landschaft. Die Fern- und Nahwirkung im direkten Umgebungsfeld der Baumaßnahme erlaubt wünschenswerte Ein- und Ausblicke. Die Maßstäblichkeit der unterschied-lichen Pavillons findet sich in der näheren Umgebung wieder und führt zu einem städtebaulichen Gan-zen.
    Die Außenflächen der Therapie wurden benutzerfreundlich in den südwestlichen Landschaftsraum eingebunden und versprechen eine hohe Aufenthaltsqualität für die Patienten. Durch die Lage der Therapiebereiche zum Landschaftsraum des Roten Mains wird eine direkte Einsehbarkeit zum Umge-bungsverkehr der Therme vermieden.
    Der Eingangsbereich liegt folgerichtig in der Verlängerung der Thermenallee und weist eine gute Pro-portion bzgl. der ankommenden Patientengruppen auf. Die flankierenden Stellplätze liegen durch ei-nen geschützten Grünbereich in guter Entfernung und leicht auffindbar zum Eingangsbereich. Die La-ge und Proportion der Eingangshalle überzeugt und wird durch die dahinter angeordneten Lichthöfe mit Tageslicht versorgt. Die benötigten Nebeneingänge, wie z.B. für das Berufsförderungswerk, liegen unter den Aspekten der Funktion an der richtigen Stelle. Die Belichtung der Hauptmagistrale in den Therapiebereichen durch die Anordnung der Innenhöfe und den unterstützenden Lichteinfall durch die Oberlichter wird positiv gewürdigt. Die Lage der Zufahrt zum Wirtschaftshof ist gut gewählt, da sie Eingriffe in den Landschaftsraum auf ein Minimum reduziert, Konflikte vermeidet und die Außenberei-che der Therapie nicht stört. Die Haupterschließung zu den einzelnen Bettenpavillons erfolgt über eine zentrale Aufzugsgruppe über das „Medizinische Zentrum“ zu den Stützpunkten auf den Pflegeebenen.
    Jeder der 3 Pflegepavillons verfügt über eine attraktive Innentreppe zum Innenhof mit integrierter Auf-zugsanlage, die eine kurze Anbindung an die Therapiebereiche ermöglichen. Die bauliche Ausbildung der Verbindungsstege vom „Medizinischen Zentrum“ zu den Pavillons ist bei der Ausgestaltung be-sondere Beachtung zu schenken hinsichtlich thermischer und visueller Ausgestaltung. Insbesondere ist die Flurbreite zu beachten.
    Die funktionalen Anforderungen werden im Sinne der Auslobung in vorbildlicher Art und Weise erfüllt, insbesondere gilt dies für die Ausgestaltung der zusammenhängenden Pflegestützpunkte und der zentralen Lage der „Medizinischen Zentren“. Die Lage der Innenhöfe ermöglicht eine optimale Versor-gung der Therapieräume mit Tageslicht und Außenraumbezug. Die Anordnung aller Patientenzimmer nach außen zum umgebenden Grünraum verspricht einen hohen visuellen Komfort für den Patienten während seines mehrwöchigen Aufenthaltes. Die Anordnung des Speisesaals auf der obersten Dach-ebene ist im Hinblick auf eine hohe Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit positiv zu würdigen und er-laubt einen freien Rundumblick in den umgebenden Landschaftsraum. Die funktionale Trennung von Küche und Speisesaal bedarf jedoch ggf. einer logistischen Überprüfung der Warenströme.
    Die Proportionen der Fassadengestaltung werden positiv gewürdigt, auch die Reduzierung auf wenige Materialien und die Ausbildung einer klaren Sockelzone mit den aufgesetzten 2-geschossigen Holz-pavillons überzeugt in gestalterischer Hinsicht.
    Alle Patientenzimmer orientieren sich nach außen und bieten so eine hohe Qualität für Tageslicht und Ausblick. Die Größe der Innenhöfe erscheint angemessen und ermöglicht attraktive Erschließungswe-ge mit hohem Außenbezug. Die Ausformulierung der Verbindungsstege wurde diskutiert und die An-forderungen an Witterungsschutz und Konditionierung muss in der weiteren Ausarbeitung untersucht werden. Die Verschattung wird mittels eines außenliegenden Raffstores gewährleistet. Die Wartung und Reinigung der Innenhoffassaden scheint ungelöst. In der Gesamtübersicht der Investitions- und Nutzungskosten entsprechend der Gesamtbilanz der Vorprüfung liegt die Arbeit im sehr wirtschaftli-chen Bereich.
    Insgesamt überzeugt die Arbeit in städtebaulicher, funktionaler und gestalterischer Hinsicht und stellt einen wichtigen Beitrag zur angedachten Realisierung der Baumaßnahme dar.