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  • DE-80797 München, DE-85748 Garching bei München
  • 10/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-258651)

WB GIZ Gründer- und Innovationszentrum München


  • 1. Rang

    kein Bild vorhanden
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    Bauunternehmer
    Hochtief Infrastructure GmbH, Essen (DE), Frankfurt am Main (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: steidle architekten, Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH, München (DE)
    Bauingenieure: Ingenieurbüro Hausladen GmbH, Kirchheim (DE), München (DE)
    Landschaftsarchitekten: mk landschaft, München (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit überzeugt weiterhin als städtebaulich differenzierter, freistehender Stadtbaustein, der durch einen Einschnitt an der Nordostseite in zwei Abschnitte gegliedert ist. Ihr gelingt es den Spagat zwischen Repräsentation und einem kreativem Arbeitsumfeld baulich und gestalterisch umzusetzen. Die funktionale und industrielle Anmutung des Baus mit ihrem „unfertigem“ Charakter v.a. im Innenraum leitet sich logisch aus der Gesamtkonzeption ab und wird als passend für ein Gründer- und Innovationszentrum bewertet.

    Trotz der dichten Gesamtsituation wird über Einschnitte zur Hofseite sehr geschickt Distanz zur benachbarten denkmalgeschützten Wohnbebauung an der Dachauer Straße geschaffen. Das Gebäude ist weiterhin von den Brandwänden der Bestandsgebäude abgerückt, die so entstehende Möglichkeit der Durchwegung wird positiv gesehen. Die Überschreitung der Abstandsflächen im Bereich der Brandwände der Wohnbebauung erscheint begründbar und beeinträchtigt die Belichtungssituation nicht.

    Das Gebäude fügt sich gut in den Kontext der angrenzenden Freiräume ein. Die Gestaltung der angrenzenden Hofbereiche ist nicht dargestellt, eine im Vergleich zu den anderen Arbeiten gute räumliche Qualität durch die Mäanderform ist jedoch zu erwarten. Die intensiv bepflanzten, gestaffelten Terrassenbereiche schaffen besondere Aufenthalts- und Nutzungsqualität für die GIZ-Nutzer, bei gleichzeitiger Wahrung von Distanz zu den Nachbargebäuden.

    Die Anordnung der Fahrradstellplätze ist nunmehr in Fahrradräumen in den Eingangsbereichen besser gelöst. Sie werden ergänzt durch Stellplätze im Außenraum an den Eingängen.
    Die Lage des Haupteingangs in der Fuge zur Tonnenhalle wird als richtig angesehen, die Orientierung des Cafés zum Park mit weiteren Zugängen erscheint nach wie vor sinnvoll. Aus denkmalpflegerischer Sicht wird die Aktivierung der Fuge zur Tonnenhalle und die Einbindung der beiden Denkmäler Jutier- und Tonnenhalle positiv gesehen.

    Zum Innenhof sind in den Obergeschossen kleinteilige Terrassen mit optionalen Wintergärten angeordnet, die teilweise über Außentreppen miteinander verbunden sind und als zusätzliches nutzungsneutrales Raumangebot eine hohe Attraktivität für die Nutzer darstellen können. Auch ohne Wintergärten entsteht ein abwechslungsreicher gemeinsamer Hofinnenraum zur Wohnbebauung, der eine hohe Qualität für die angrenzenden Nutzungen erwarten lässt. Die Wintergärten werden jedoch als Vorschlag für ein besonderes zusätzliches Raumangebot im Sinne einer Aneigenbarkeit begrüßt. Auf mögliche Lärmkonflikte zur nahen Wohnbebauung ist allerdings besondere Rücksicht zu nehmen.

    Der 5-geschossige Stahlbeton-Skelettbau formuliert weiterhin in Bezugnahme auf historische Vorbilder ein klares, stringentes Strukturkonzept. In seiner zeitlosen Klarheit ist eine hohe Flexibilität und nachhaltige Nutzbarkeit - auch bei veränderten Anforderungen - zu erwarten. Die feingliedrige Pfosten-Riegel-Fassade mit außenliegendem Sonnenschutz übersetzt die konstruktive Struktur konsequent nach Außen. Das vorgeschlagene Detail mit davorgesetzten Blenden aus Stahlblech wird in seiner Materialität als zu wenig werthaltig eingeschätzt. In seiner äußeren Erscheinung ergänzt das Gebäude die denkmalgeschützten Tonnen- und Jutierhalle auf selbstverständliche Art und Weise zu einem Ensemble.

    Das Raumprogramm und die Vorgaben zu internen Wegeverbindungen und Raumbeziehungen sind erfüllt, die erforderliche Grundrissflexibilität ist gegeben. Durch die Mäanderform entsteht dabei eine abwechslungsreiche Zonierung der OpenSpace-Bereiche, die jeweils auch Bezug zu den terrassierten Hofbereichen aufweisen. Die vergleichsweise schlanken Baukörpertiefen garantieren eine sehr gute Belichtung aller Arbeits- und Aufenthaltsbereiche.

    Im Erdgeschoss sind Foyer, Gastronomie und Arena richtig angeordnet, die Zusammenschaltbarkeit zu einem großen Eventbereich ist möglich. Der offene, kommunikative Charakter durch zweigeschossige, überhöhte Bereiche wird positiv bewertet. Die Anordnung der Werkstätten des MakerSpace zum Foyer und teilweise offen einsehbar an der Außenfassade ermöglicht direkte Einblicke in die Arbeitsprozesse. Die lärmintensiveren Werkstattbereiche sind jetzt sinnvoll von der Wohnbebauung abgewandt angeordnet. Die Lage der Anlieferung an der Sammelstraße ist richtig.

    Das Brandschutzkonzept wird ausführlich dargestellt und untersucht. Dieser ist in seinen Grundzügen funktional und bedarf nur im Detail einzelnen Anpassungen, z.B. Schiebetüren.

    Das Energie- und Nachhaltigkeitskonzept ist integraler Bestandsteil des architektonischen Konzepts und zeigt eine schlüssige und angemessene Lösung. Die Wintergärten könnten auch bauphysikalisch als Filter und Puffer zur Nachbarbebauung dienen, sind aber nicht zwingend notwendig. Die Büroräume in den Obergeschossen werden nunmehr ausschließlich über Bereiche ohne Wintergarten belüftet. Die Obergeschosse zeichnen sich durch eine sehr gute natürliche Belichtung aus. Etwas kritisch werden die Technikzentralen auf dem Dach gesehen.


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