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  • DE-80686 München
  • 12/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-8741)

Städtebauliches Konzept Zschokkestraße / Westendstraße


  • Ankauf

    Schwarzplan

    Landschaftsarchitekten
    terra.nova Landschaftsarchitektur, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: EISENLAUER Architektur & Stadtplanung, München (DE)
    Architekten: Voith Architektur und Stadtplanung, München (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Konzeption
    Das Planungsgebiets ist im Wesentlichen geprägt durch eine beachtliche Verkehrsbelastung im Norden, Westen und Süden. Um diesen örtlichen Vorgaben gerecht zu werden und einen wirksamen Schallschutz für den Innenbereich des zukünftigen Wohnstandorts zu erreichen, werden geschlossene Blockrandbebauungen entlang der Zschokke- und Westendstraße vorgeschlagen. Auf der Südseite des Planungsgebiets wird die neue Bebauung deutlich vom Nutzungsbereich des Busbetriebshofs abgerückt.
    Gleichzeitig interpretiert diese strukturelle Grundhaltung des Entwurfs die gestaltprägenden Elemente der morphologischen und siedlungstypologischen Entwicklung des ´Münchner Westends´. Die zahlreichen großen Blockrand- und Hoftypologien sind als morphologische Einheiten im Schwarzplan deutlich erkennbar. Diese typischen Bebauungsmuster des gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnungsbaus verweisen auf die Entstehungsgeschichte des Münchner Westends als Arbeiter- und Eisenbahnerquartier.
    Die vorgeschlagene, neu konzipierte Großform des ´Stadtblocks´ bezieht sich auf die Qualitäten solcher Bebauungsmuster. Sie integriert auch die freistehenden Elemente im Inneren des Blocks in seine raumbildende Kontur und bindet zudem den westlich angrenzenden baulichen Bestand in die Gesamtformation mit ein. Durch diese übergreifenden Maßnahmen entsteht ´eine´ neue bauliche Einheit, die klare Freiräume mit differenzierten Innen- und Außenraumqualitäten im direkten Wohnumfeld des Entwicklungsbereichs definiert.

    Bauliche Höhenentwicklung
    Die Randbebauungen an der Zschokke- und Westendstraße basieren auf einer fünfgeschossigen Grundstruktur, die entlang der Zschokkestraße um Teilaufbauten mit zwei weiteren Geschossen ergänzt wird und an der Westendstraße ein zusätzliches Attikageschoss erhält. Die neuen Hofbebauungen, inklusive des beabsichtigten Altenheims, folgen der Struktur der Bebauung entlang der Westendstraße. Die Randbebauungen erhalten im Kreuzungsbereich der beiden Straßen eine bauliche Akzentuierung durch eine Erhöhung auf zehn Geschosse. Die konzipierte bauliche Höhenstaffelung bleibt auf die Ecksituation beschränkt und wird nicht als solitäres Element zur zeichenhaften Überhöhung des Knotenpunkt installiert, sondern aus der Grundstruktur der neuen Gesamtformation heraus entwickelt.

    Frei- und Außenräume - Grünraumvernetzung
    Die Anordnung der Bebauungsstrukturen bildet zwei großflächige Freibereiche mit unterschiedlichen Eigenschaften und Potenzialen aus. Der südwestlich vor der Bebauung gelegene ´Außenraum´ wird mit Einrichtungen zur aktiven Freizeitgestaltung bestückt und erhält eine leichte Geländemodulation, die zur nördlichen Schallschutzwand des Busbetriebshofes hin ansteigt.
    Der Hof im Inneren des Block, ist ein ruhiger ´Innenraum´ und bildet in Gestalt eines Wohnparks die ´Grüne Mitte´ der Bebauungsstruktur. Er wird durch die abschirmende Wirkung der Randbebauung räumlich definiert und erhält durch Bepflanzungen, die Gestaltung der Oberflächen und geeignete Elemente der Freiraummöblierung eine spezifische, auf das direkte Wohnumfeld abgestimmte Aufenthaltsqualität. Der Innenraum beinhaltet ferner einen spezifisch gestalteten Garten im Bereich des Altenheims, der den besonderen Anforderungen der Bewohner entspricht.
    Die nahezu gleichwertigen Flächenzuschnitte werden durch die kompakte Formation der Baumassen möglich. Die gestalteten Außenräume ergänzen sich in ihrer Unterschiedlichkeit und leisten damit einen besonderen Beitrag zur Beseitigung der lokalen Defizite der Grün- und Freiraumversorgung und werden mit den bestehenden Alleen entlang der beiden Hauptstraßen verbunden.

    Wegeführung Erschließung Stellplätze
    Als übergeordnete Wegeführung wird eine Hauptverbindung mit Fuß- und Radweg von der Hans-Thonauer-Straße zur Westendstraße geführt, als Übergangselement zwischen den neuen Bebauungsstrukturen und der kleinen Parkanlage mit Spielfeldern. Der Innenbereich wird mit diesem Erschließungselement verknüpft und über drei Zu- und Durchgänge mit dem umgebenden Stadtraum verbunden. Der Zugang zur U-Bahn erfolgt im Kreuzungsbereich über einen Durchgang auf der Stirnseite der Randbebauung und an den Zschokkestraße über eine Wegeführung entlang der Westgrenze des Grundstücks. Die Westendstraße wird über einen Durchgang südlich der 10-geschossigen Eckbebauung mit dem Innenbereich verbunden.
    Bedingt durch die beengte Situation und die gegebenen Trassenlagen der Straßenbahn werden die erforderlichen Stellplätze nahezu ausschließlich in Tiefgaragen untergebracht. Die Zufahrt zur nördlichen TG erfolgt über die Hans-Thonauer-Straße die südliche TG wird von der Westendstraße erschlossen. Beide Tiefgarageneinfahrten werden nicht in die Bebauungsstrukturen integriert sondern in die Geländemodulationen im Bereich der südlichen Schallschutzwand eingefügt. Die Anlieferung der Einzelhandelseinrichtung erfolgt über die Westendstraße, im Bereich des Durchgangs zum Innenhof.

    Nutzungsverteilung
    Die Hofbebauung und die Randbebauung an der Zschokkestraße enthalten ausschließlich Wohnnutzungen. Entlang der Westendstraße sind im EG Ergänzungsnutzungen (Läden, Dienstleistung, Büro, Kleingewerbe etc.) und eine von zwei neuen Kooperationseinrichtungen vorgesehen, die sich auf das 1. OG ausdehnt. Eine zweite solche Einrichtung ist in den Komplex des Altenheims integriert. Die geforderte Einzelhandelsnutzung wird im EG des Kreuzungsbereichs angeordnet und durch eine Gastronomieeinrichtung ergänzt. Die Obergeschosse der Eckbebauung beinhalten Wohn-, Geschäfts- und Büronutzungen auf 9 Etagen.
    Das beabsichtigte Altenheim wird im Osten des Innenbereichs angeordnet. Es profitiert in dieser Position von der ruhigen Binnenlage und der guten Erreichbarkeit des Standorts über die Hans-Thonauer-Straße sowie die fußläufige Nähe des U-Bahn-Zugangs an der Zschokkestraße.

    Wohnungstypologien
    Für die Bebauungen an der Zschokkestraße, an der Westendstraße und im Innenbereich werden unterschiedliche und jeweils spezifische Wohnungstypologien vorgeschlagen. Die nach Süden orientierte Randbebauung an der Zschokkestraße wird von Norden erschlossen. Sie erhält parallel zur Nordfassade (Straßenseite) angeordnete Vertikalerschließungen, die durch Bäder, Küchen und Arbeitsräume (homeoffice) zu einer Nutzungsschicht aus Funktionsräumen ergänzt wird. Sämtliche Wohn- und Individualräume hingegen sind auf der Südseite vorgesehen, zur Sonne und zu dem ruhigen Innenhof hin ausgerichtet. Kleinere Einheiten (1-2 Zimmer-Apartments) können ebenfalls ausschließlich auf der Südseite angeordnet werden.
    Die südöstliche Randbebauung wird von der Westendstraße aus erschlossen und erhält Vertikalerschließungen auf deren Südostseite, die senkrecht zur Straßenfassade angeordnet werden (siehe Grundrissausschnitt). Dort werden zudem die Wohn- und Essbereiche sowie Loggien der einzelnen Einheiten positioniert und deren Fassaden, bedingt durch ihre Lage an der Westendstraße, mit baulichen Schallschutzmaßnahmen versehen. Sämtliche Individualräume sind nach Nordwesten, zum ruhigen Innenhof hin ausgerichtet. Ebenso die Küchen, die zusätzliche Balkone erhalten, welche außerhalb der Wintermonate von der Abendsonne beschienen werden und damit zusätzliche Wohnqualitäten bieten.
    Die freistehenden Baukörper im Innenbereich werden über innenliegende Treppen und Lifte erschlossen und sind hinsichtlich ihrer Raumdisposition und Ausrichtung grundsätzlich freier gestaltbar als die Randbebauungen.
    Die vorgeschlagenen unterschiedlichen Bebauungsstrukturen ermöglichen eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnungszuschnitte und bieten ein sehr differenziertes Spektrum an Wohnqualitäten.



    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.