loading
  • DE Köln
  • 12/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-8742)

:rhein - Wohnen am Strom


  • 2. Preis Stammheimer Ufer

    Perspektive \'Rhein-Liner\'

    Landschaftsarchitekten
    Planergruppe GmbH Oberhausen, Essen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Thomas Dietrich, Sascha Wienecke

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: gernot schulz : architektur GmbH, Köln (DE)

    Erläuterungstext
    Rhein-Liner
    Wohnen am Strom – Stammheimer Ufer


    Leitidee und Städtebau
    Die herausragende Qualität des Standorts, die offene Sichtbeziehung zum Rhein in idealer Südwest-Ausrichtung soll für alle Wohneinheiten der neu zu planenden Bebauung in gleichem Maße entwickelt werden, so dass keine Abstufungen in der Lage entstehen.
    Aus der angestrebten Gesamtwohnfläche folgernd wird direkt auf der Kante der Hochwasserschutzwand ein Gebäude vorgeschlagen, welches sich von der Vorgabe der 3-5-geschossigen Bebauung für das Gesamtgrundstück entfernt, dafür jedoch alle Qualitäten und Besonderheiten der Umgebung aufnimmt.
    Es besteht somit die Chance einer Bebauung von äußerster Signifikanz und hoher Wohnqualität, welches als „Rhein-Liner“ die passierenden Schiffe und den Stapelkai des vis-á-vis liegenden Niehler Hafens grüßt.
    Ein einzigartiges Haus für einen einzigartigen Standort.


    Wohnungen und gemeinschaftliche Nutzungen
    Aus der Bewohner- und Bebauungsstruktur der Nachbarschaft wird die Struktur für den Neubau entwickelt:
    Die Lage des Grundstücks innerhalb von Köln ist insbesondere für Familien und Mehrgenerationenwohnen interessant.
    Die großmaßstäblichen Wohnscheiben und die kleinmaßstäblichen Atriumhaustypen der direkten Nachbarschaft werden zu einem neuen Haustyp transformiert, der in einer variierten Modulstruktur die Möglichkeit von Wohnen in der Gemeinschaft bei gleichzeitig vielschichtigen halböffentlichen und privaten Außenraumbezügen (Atrien, Loggien, Balkone, Erker, Durchwohnen) anbietet.
    Wohnungsgrößen zwischen 60 und 140qm ermöglichen eine durchmischte Altersstruktur. Insbesondere besteht die Möglichkeit zwei Wohnungen unterschiedlicher Größe über eine gemeinsame Freifläche vor den Wohnungseingängen zu einer Einheit zusammenzufassen. Das modulare Prinzip erlaubt zudem sowohl während Entwicklung und Bau, als auch zu späteren Zeitpunkten das individuelle Zuschalten und Abtrennen von Räumen und ganzen Einheiten.
    Alle Wohnungen folgen dem Prinzip des Durchwohnens. Alles ist durchlichtet und durchlüftet. Alle Bewohner partizipieren von der einzigartigen Lage am Strom.

    Für die Gemeinschaft aber auch als Bindeglied zwischen der am Rhein flanierenden Öffentlichkeit und der Bewohnerschaft werden in der EG-Zone Gemeinschaftseinrichtungen vorgesehen: Ein Café, welches an dem Kreuzungspunkt zwischen dem Fuß- und Radweg am Stammheimer Ufer und der Fußweganbindung des Wohngebiets Stammheim-Nord öffentlichkeitswirksam positioniert ist. An einer zusätzlichen Durchwegung zwischen Garten auf der Landseite und dem Rheinuferweg befinden sich eine Kinderbetreuungsstelle und eine Fahrradwerkstatt und –verleih.


    Konstruktion, Material und Farbe
    Der Rohbau besteht aus Stahlbetondecken, -stützen und –schotten. Der Ausbau erfolgt – offen für spätere Veränderungen – in Leichtbaukonstruktionen. Für Erker und Balkone wird ein Stahl-Baukastensystem entwickelt, welches auch die spätere Addition, Subtraktion oder Veränderung ermöglicht. In Anlehnung an die Farben des Stroms (weiße Schiffe, grünlich schimmerndes Wasser und Auen) entsteht ein weiß-grünes Haus (Putz/Weißbeton/weiss lackierte Metallteile, wässrig-grünes Gussglas und Glaselemente) mit Holzdecks für die halböffentlichen und privaten Außenräume. Die öffentlichen Gemeinschaftsbereiche erhalten in Anlehnung der historischen Bebauungen der Umgebung Schieferbeläge.
    Aus der Notwendigkeit, die Hochwasserschutzwand im UG zugänglich zu machen, wird unter dem Gebäude eine Tiefgarage aus WU-Beton vorgeschlagen, sodass den Bewohnern als zusätzliche Qualität ein im Dialog mit dem Gebäude gestalteter Gartenraum zur Verfügung steht.


    Außenraum
    In der ersten Reihe am Rhein wohnen heißt, die gewaltige, suggestive Kraft des Stroms aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben und ihn als linearen Freiraum mit einer Vielzahl von Menschen zu teilen.
    Als Kontrast dazu bieten die Wohnterrassen, die Dachterrasse und der Garten auf der ‚Landseite’ des Gebäudes intime und gemeinschaftliche Freiräume nur für die Bewohner.
    Das Modul- Prinzip des Gebäudes strukturiert auch den Freiraum:
    Die Eingangsterrasse auf der Nordseite des Gebäudes wird mit Farngärten und Hecken- Karrees gegliedert. Letztere fassen Müll- und Fahrradunterstände ein.
    Der ‚Rheinsteg’ verknüpft den Garten mit dem Strom und konzentriert die Vielfältigkeit der Freiraum- Module in einem breiten Kies- Band, das, mit Gartenmöbeln bestückt, zum gemeinsamen Treff wird.
    Die Wiese kann unterschiedlich intensiv gemäht werden, so dass Rasenmodule in kniehohe Wiesen gestanzt sind und sich als Spiel- und Liegewiesen anbieten.
    Plastisch wird die Struktur durch abgesenkte Blumen-Gärten und Silbrige Weidenhaine. Diese lassen die Nähe zum Fluss ahnen.
    In der Tiefe des Gartens läuft ein Band von plastischen Spielmodulen, Spielgärten durch den Raum, der bis in die Baumkronen in reicht.
    An der Zufahrt werden die Besucherparkplätze in Rasenfugenpflaster ausgebaut, durch Hecken gefasst.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am
Zuletzt aktualisiert 03.01.2017, 14:17
Beitrags-ID 4-15919
Seitenaufrufe 572