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  • DE-71638 Ludwigsburg, DE-71636 Ludwigsburg
  • 07/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-277180)

Neuordnung des Areals Bildungszentrum West in Ludwigsburg


  • Anerkennung

    kein Bild vorhanden
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    TGA-Fachplaner
    Krebser u. Freyler Planungsbüro GmbH, Teningen (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Lehmann Architekten GmbH, Offenburg (DE), Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE)
    Bauingenieure: WTM Engineers, Hamburg (DE), Berlin (DE), München (DE)

    Preisgeld
    15.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Zwischen den historischen Kasernenbauten ist das Schulgebäude als dreigeschossige, lineare Kammstruktur entwickelt.

    Das Rückgrat des von Gymnasium und Realschule gemeinschaftlich genutzten Schulgebäudes bildet die in Ost-West-Richtung verlaufende Magistrale.
    An diese binden die Lernhäuser und der Baukörper der Aula mit den Fachräumen an.
    Der Haupteingang und die Aula liegen folgerichtig in der Achsmitte der Kammstruktur.

    Begrüßt werden die ausgewogene Proportionierung der Kammstruktur und die angemessene Höhenentwicklung des Ensembles zwischen den beiden Bestandsgebäuden. Die Realschule und das Gymnasium sind bei diesem Ansatz nicht weiter ausdifferenziert.

    Kontrovers wird die räumliche Qualität der zentralen Erschließungsachse besprochen, welche über ihre Flurnutzung hinaus, keine weitere pädagogische Programmierung aufweist.
    Die einzelnen Lernhäuser sind um einen Lichthof herum organisiert und bilden damit gut erlebbare Raumeinheiten.
    Die Flure vor den Klassenräumen sind allerdings zu knapp bemessen und pädagogisch nur eingeschränkt nutzbar. Die Aufsicht in den Clusterbereichen ist teilweise schwierig umsetzbar. Die Kursräume sollten mit dem Forum getauscht werden, damit diese Räume flexibel zuschaltbar sind.
    Im Fachbereich liegen Vorbereitungsräume über den Flur hinweg vom Fachraum getrennt. Diese Nutzungseinschränkung sollte vermieden werden.

    Infolge der Kammstruktur liegen die Klassenräume mehrheitlich um knapp geschnittene Innenhöhe entlang der Kaiserstraße. Kritisch wird dabei beurteilt, dass die Höhe keinen Bezug zum zentralen Campus und damit dem Herz der Anlage haben und die Qualität des Blickbezuges vom Klassenraum nach außen eingeschränkt ist.

    Die Bibliothek, die Mensa und die Cafeteria liegen im östlichen Kamm. Einerseits ist die direkte Nachbarschaft zur Grundschule wünschenswert, eine räumliche Trennung dieser Funktionen von der zentralen Aula erschließt sich dem Preisgericht allerdings nicht.

    Der skizzenhafte Ausarbeitungsgrad der Freianlagen lässt eine Beurteilung von freiräumlichen Qualitäten kaum zu.

    Die Schulsporthalle und die Basketballhalle scheinen zeitlich versetzt eher schwer realisierbar. Die Zugangssituation der neuen Halle ist gut gelöst. Die Bewegungslandschaft befindet sich im UG der Mensa, was als positiv zu bewerten ist. Im Außengelände taucht das Thema Sport nur an wenigen Stellen und eher unliebevoll auf.

    Die abschnittsweise Realisierung der Baumaßnahme ist bei dem vorgeschlagenen Konzept sehr gut möglich.

    Der Vorschlag der Verfasser, den Sockel in Massivbau und die Obergeschosse in Holzbau auszuführen, wird begrüßt. Der hohe Vorfertigungsgrad der Holzkonstruktion lässt eine rasche Umsetzung erwarten.

    Der 3-geschossige Entwurf ermöglicht die Realisierung des Gebäudes in Holzbauweise mit geringen Brandschutzanforderungen (feuerhemmend).
    Das Tragwerkskonzept ist nicht schlüssig und nicht ausreichend nachvollziehbar. Dies betrifft sowohl die notwendige Unterstützung der Flachdecke im Erdgeschoss wie auch die Ausbildung der Massivholzdecken in den beiden Obergeschossen.

    Das Energiekonzept erhält gute Ansätze. Es fehlt ein Nachweis der Machbarkeit von Einzelaspekten, wie der Stromspeicherung und der passiven Belüftung näher untersucht werden. Die Fußbodenheizung in der Turnhalle wird kritisch hinterfragt.

    Leider haben die Verfasser es versäumt, auf das Thema "gesunde Schule" und die Grundlagen von "Cradle to Cradle" näher einzugehen.
    Aussagen dazu gibt die Arbeit keine. Gerade der hohe Anteil ungenutzter Dachflächen erscheint in diesem Zusammenhang fragwürdig.

    Insgesamt liefert die Arbeit einen städtebaulich und architektonisch gut ausgearbeiteten Beitrag mit einigen funktionalen und räumlichen Einschränkungen.
    Ein wertvoller Vorschlag für die komplexe Aufgabenstellung.


INFO-BOX

Angelegt am 12.07.2018, 12:36
Zuletzt aktualisiert 18.07.2018, 15:16
Beitrags-ID 4-159260
Seitenaufrufe 14

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