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  • DE-72715 Reutlingen, DE-72760 Reutlingen
  • 07/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-289863)

„Schieferbuckel“ in Reutlingen


  • Anerkennung


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    Landschaftsarchitekten
    COQUI MALACHOWSKA COQUI Städtebau Landschaftsarchitektur, Berlin (DE), Warszawa (PL)

    Verfasser
    Joerg Th. Coqui

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: von Einsiedel Architekten BDA, Stuttgart (DE)

    Preisgeld
    14.500 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit entwickelt die städtebauliche Setzung stark aus dem Kontext heraus und nimmt Potenziale wie auch Herausforderungen der unterschiedlichen Lagen im Wettbewerbsgebiet hierfür als Grundlage. Das Quartier im Ganzen versteht sich als eine Folge unterschiedlicher Quartierscharaktere.

    Im Teilbereich „Schieferterrassen“ nutzen die Verfasser die Topografie für eine sehr kleinteilige Bebauung entlang des Hangs. Das Bürgerzentrum schafft einen zentralen Punkt als Auftakt.

    Der Teilbereich „Justinus-Kerner-Straße“ versucht die topografische Situation wie auch den Lärmschutz nach Süden zu lösen und die landschaftliche Qualität des Schieferbruchs zu erhalten. Im östlichen Bereich wird eine verdichtete Bebauung mittels Zeilen vorgeschlagen, an denen niedrige Baukörper für unterschiedliche Nutzungen angeschlossen sind. Die Wohnbebauung wird bis an die Freizeitnutzung im Osten herangeführt. Ebenso befindet sich das Bürgerzentrum mit Kita und anderen Nutzungen in unmittelbarer Nähe dazu.

    Die Vielzahl unterschiedlicher Typologien in den drei Teilquartieren steht für eine Varianz der Wohnlagen, vernachlässigt allerdings die Herstellung eines Gesamtquartiers zusammen mit der Planung des „Blue Village“. Die Anbindung und Übergänge der neuen Bebauung an den Kontext könnten noch weiter ausgearbeitet sein. Ebenso scheint die Kleinteiligkeit der Bebauung keine angemessene Antwort für die zukünftige Entwicklung. Die Promenade des „Blue Village“ wird als Idee aufgegriffen und weitergeführt. Ein neuer Quartiersplatz im Osten lagert sich an diese an. Die Qualität der Promenade gerade im Teilbereich „Schieferterrassen“ müsste allerdings weiter ausgearbeitet werden. Die Freiräume gerade im Übergang zur Umgebung bedürfen einer tiefer
    gehenden Auseinandersetzung.

    Die Erschließung für den Kfz-Verkehr ist schlüssig aufgebaut und verhindert eine Durchfahrung des Gebiets in Ost-West-Richtung. Zudem ist es gelungen, autofreie öffentliche Bereiche zu schaffen.
    Eine durchgehende Ost-West-Verbindung für den Rad- und Fußverkehr fördert die
    umfeldverträgliche Nahmobilität und den Zugang zu den Haltestellen des ÖPNV.
    Aussagen zu nachhaltigen Mobilitätsformen fehlen.

    Die Riegelbebauung im Teilgebiet West schützt nicht nur die geplante nachgelagerte
    Wohnbebauung; sie schafft gute Aufenthaltsqualitäten auf den Freiflächen, sie kommt auch der Bestandsbebauung „Am Schieferbuckel“ zu Gute.
    Im Westen des Teilgebiets West wird die geplante Wohnbebauung auf passiven Schallschutz verwiesen. Im Umfeld der bestehenden Eishalle und der Skateanlage bestehen allerdings schwer lösbare Nutzungskonflikte, die nur durch erhebliche
    Planungsoptimierungen gelöst werden können. Eine besondere Planungsaufgabe besteht in Form der unmittelbaren Nähe des geplanten Pflegeheims zur bestehenden Eishalle und Skateanlage.

    Der Entwurf greift die Ziele des Erhalts eines günstigen Lokalklimas auf: Insbesondere die Frisch- und Kaltluftversorgung ist gut gelöst.

    Die städtebauliche Bebauungsstruktur verfügt über eine mittlere Kompaktheit und lässt demnach einen durchschnittlichen Energiebedarf erwarten. Die gewählten Typologien sind in Bezug auf die solaren Gewinne sinnfällig orientiert und mit angemessenen Gebäudetiefen ausgebildet, die eine gute Besonnung und Belichtung gewährleisten.

    Insgesamt gelingt den Verfassern ein diskussionswürdiger Beitrag zu Entwicklung eines nicht leicht zu entwickelnden Wohnstandorts. Die Entwürfe der einzelnen Teilgebiete verfolgen unterschiedliche städtebauliche Prinzipien, deren Unterschiede und Nähe zum Siedlungsbau einer übergreifenden Gebietsidentität etwas im Wege stehen.


INFO-BOX

Angelegt am 19.07.2018, 12:23
Zuletzt aktualisiert 02.05.2019, 16:28
Beitrags-ID 4-159711
Seitenaufrufe 37

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