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  • DE-78462 Konstanz
  • 11/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-292877)

„Planungsdialog Hafner“ in Konstanz


  • 3. Preis 2. Wettbewerb

    © rheinflügel severin | bbz landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: rheinflügel severin, Düsseldorf (DE)
    Bauingenieure: OBERMEYER Planen + Beraten, München (DE), Berlin (DE), Hannover (DE), Stuttgart (DE), Wiesbaden (DE), Köln (DE), Hamburg (DE), Erfurt (DE), Neu-Ulm (DE), Dresden (DE), Leipzig (DE), Chemnitz (DE)
    Visualisierer: werk3 architekturvisualisierungen, berlin (DE)
    Visualisierer: J. Kattinger, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Beurteilung 2. Wettbewerb
    Deutlich sichtbar und tragende Idee des Entwurfs sind zwei großzügig entwickelten
    Landschaftsbänder, die den Kaltluftschneisen folgen. Diese gliedern den neuen
    Stadtteil auf „natürliche“ Weise in drei deutlich ablesbare Stadtfelder und verbinden diese mit der angrenzenden Kulturlandschaft. Ein vielfältiges Angebot, wie Spiel- und Sporteinrichtungen, Wiesen und Wasserflächen, bereichern das neue Siedlungsgebiet. Allerdings müsste untersucht werden, ob die z.T. großen Wasserflächen realisierbar sind.
    Eine weitere wesentliche Idee ist der sogenannte Loop, der raumgreifend die drei Quartiere für Fußgänger und Radfahrer erschließt und verbindet. Dabei greift er jedoch zu stark in den Hangfuß des Hafners ein. Die Erschließung des Drumlins als wohnungsnaher Erholungsraum mit Aussichtspunkten und gastronomischen Angeboten wird dagegen begrüßt. Die 3 entwickelten Stadtfelder sind überwiegend durchmischt mit unterschiedlicher Typologie und Dichte. Das westliche Quartier, als direkte Anknüpfung an Wollmatingen, kann im Anschlussbereich städtebaulich und verkehrstechnisch nicht überzeugen. Im mittleren Quartier zwischen den Landschaftsbändern befindet sich idealerweise das städtische Zentrum mit der größten Dichte und Durchmischung. Diese Durchmischung sollte sich auch in den Bautypologien wiederspiegeln, damit das Zentrum variabler, ablesbarer und räumlich interessanter werden kann. Das „Herz“ dieses Stadtquartiers bildet ein schöner Stadtplatz, der den Blick in die Landschaft freigibt und mit dem Bildungscampus eine sichtbare Verbindung herstellt. Leider ist das Quartierszentrum zu schwach ausgebildet und liegt nicht unmittelbar am Platz. Zudem wird der Hafner durch das Quartier stark bedrängt.
    Im östlichen Quartier befinden sich überwiegend Gewerbe und der gut organisierte und richtig gelegene Bildungscampus.
    Die Organisation der Verkehre funktioniert nicht in allen Bereichen. Die Linienführung des ÖPNV führt im östlichen Bereich zu kritischen Situationen.
    Auch die notwendigen Querungen des sehr weitläufig entwickelten Loop durch den MIV sind nicht überzeugend ausformuliert. Zudem belastet die Erschließung des westlichen Quartiers mit den Gewebeeinheiten den Ortskern von Wollmatingen.
    Wirtschaftlichkeit und Realisierbarkeit scheinen bei diesem Projekt gegeben zu sein.
    Das Strukturkonzept zeigt ein starkes Motiv und eine robuste Grundlage für die zukünftige
    Entwicklung des Hafners. In der Durchentwicklung der Typologien bietet der städtebauliche Entwurf allerdings zu wenig Potential für eine aus dem Ort heraus entwickelte, identitätsstiftende Adressbildung.

    Beurteilung 1.Wettbewerb
    Das städtebaulich-freiräumliche Konzept zeichnet sich durch eine konzentrierte Bebauung aus, die angrenzende Landschaftsräume sowie relevante Kaltluftschneisen als strukturierende, quartiersbegrenzende Elemente nutzt. Die Grünachsen selbst werden für vielfältige Aktivitäten und Freiraumnutzungen vorgesehen. Tragende städtebauliche Idee ist ein keilförmiges verdichtetes urbanes Zentrum in der Mitte des Gebietes, welches sich über einen zentralen Platz in östlicher Richtung in den Bildungscampus fortsetzt. Letzterer wiederum bildet das gelungene Scharnier zum alten Ortskern von Wollmatingen.

    An diese starke Achse lagern sich die einzelnen Quartiere an, die in ihrer städtebaulichen Konfiguration noch klarer ausgearbeitet werden müssen. Die gilt insbesondere auch für den Abschluss des südlichen Quartiers zum Fuße des Hafners, der eine klare städtebauliche Kante mit öffentlicher Zugänglichkeit bzw. Wegeführung statt einer privatisierten Einfamilienhaus-Struktur bilden sollte. Auch das geschlossene Gewerbeband im Norden zur Landesstraße sollte kritisch überprüft werden, da die jetzigen Eingangssituationen keine befriedigende Adressbildung erlauben.

    Die Führung des Individualverkehrs muss insgesamt überprüft werden, auch im Hinblick auf eine phasenweise Realisierung der Quartiere. Die jetzt vorgesehene einzige Anbindung an die Landesstraße im Norden erzeugt unnötig lange Verkehre durch das Gebiet und sollte um eine zweite Anbindung, die nach der Ausschreibung möglich ist, ergänzt werden, um eine möglichst direkte Ableitung des Individual- und Gewerbeverkehrs aus dem Gebiet zu gewährleisten.

    Sehr positiv gesehen wird der mehrfach verknüpfte Nachbarschaftsloop für die Fußgänger- und Radverkehre im zentralen Bereich sowie dessen Anbindung zum Ortskern Wollmatingen. Die Vernetzung des Loops mit den Grünachsen ermöglicht insgesamt eine hohe Attraktivität der öffentlichen Räume sowohl hinsichtlich der urbanen Aufenthaltsqualitäten wie der Möglichkeiten für Bewegung und Sport im Freien.

    Die Nachhaltigkeitsaspekte wurden bearbeitet, müssen aber in der 2. Stufe weiter konkretisiert werden.

    Durch seine kompakte Baustruktur und eine ausreichende Ausnutzung der Bauflächen sind grundsätzlich die Voraussetzungen für eine Wirtschaftlichkeit gegeben. Die Arbeit liegt aber mit ihrem Bauflächenangebot gegenwärtig noch im unteren Bereich und sollte auf eine verträgliche Verdichtung überprüft werden. Die klar abgegrenzten Quartiere ermöglichen eine phasenweise Realisierung, die aber vor allem bezüglich des Baus des Bildungscampus und der Grünachsen in der nächsten Bearbeitungsphase weiter konkretisiert werden muss. Dabei ist sicherzustellen, dass jede Bauphase für sich bereits im Zusammenspiel mit der bereits realisierten funktioniert.


INFO-BOX

Angelegt am 19.07.2018, 15:14
Zuletzt aktualisiert 06.12.2018, 14:58
Beitrags-ID 4-159738
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