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  • DE-89073 Ulm, DE-89077 Ulm
  • 02/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-293002)

Erweiterung der Anna-Essinger-Schule in Ulm


  • 3. Preis


    Architekten
    Günter Hermann Architekten, Stuttgart (DE), Tuttlingen (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    7.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen vor, die Erweiterung des bestehenden Schulgebäudes gegenüber den Bus- und Straßenbahn-Haltestellen in einem schmalen, dreigeschossigen Riegel so zu positionieren, dass der Neubau zwischen den beiden wichtigsten Zugängen zum Schulcampus eine neue Front aufspannt. Sie folgen damit dem Gedanken des „Weiterbauens“ unter der Maßgabe, in die wertvollen Freiflächen der Schulanlage nur minimal einzugreifen. Mit einfachsten Mitteln erreichen sie damit eine in sich schlüssige, unprätentiöse Lösung für die Unterbringung der geforderten Räume: an einem einzigen, gut belichteten Flur sind alle Unterrichtsräume aufgefädelt, nach Süden ausgerichtet und über kurze Wege sinnfällig erschlossen.
    Begangen wird der Neubau, dem Grundkonzept der Schule entsprechend, über eine halbgeschossig versetzte Treppenanlage in räumlicher Nähe zum Eingang am Forum; damit wird eine enge funktionale wie räumliche Verzahnung mit den großen internen Gemeinschaftsflächen sowie mit dem östlichen Haupteingang der Schule erreicht, was im Ergebnis kurze Wege garantiert. Über einen tief eingeschnittenen Lichthof wird der Neubau formal abgesetzt, ohne sich damit zu sehr vom Bestand zu trennen. Die Verzahnung zwischen Alt und Neu wird durch eine weitere sinnfällige Anbindung an den tiefen Raumcluster der Fachräume im Osten noch gestärkt.
    Die Chance, mit dem neuen, prominent positionierten Erweiterungsbau auch eine neue Adresse der Schule zu schaffen, wird allerdings nur in Ansätzen genutzt. Es stellt sich außerdem die Frage, ob der riegelartige Baukörper, das traditionelle „Schulhaus“ zitierend, grundsätzlich zur clusterförmigen Struktur des Schulcampus passt.
    Das Thema des Weiterbauens aufnehmend, gelangen die Verfasser zu dem Vorschlag, dem Bestandsbau auch in Duktus und Ausformulierung der Fassaden Referenz zu erweisen. Hier wäre ein deutlicher Kontrapunkt in Form eines städtischer gestalteten Eingangsgebäudes mit deutlicherer Hinführung zum Hauptzugang des Campus zu prüfen, zumindest aber wäre die Verwendung von Streckmetall für die Fassaden zu überdenken. Die gezeichneten Fassaden bleiben bislang gestalterisch weit hinter der Qualität der Grundrisse zurück.
    Kritisch diskutiert wird die Anordnung von Unterrichtsräumen im Erdgeschoss direkt am vielbegangenen Fußweg neben Busspur und Straßenbahn – hier wäre eine städtischere Lösung mit deutlicher Ausbildung eines Sockels, eines Rücksprungs oder von Arkaden analog zur Robert-Bosch-Schule adäquater. Gleichwohl liegen die Musikräume innerhalb des Gesamtgebäudes an der richtigen Stelle. Ebenfalls kritisch gesehen wird
    Aufgrund der einfachen, linearen Baustruktur und des disziplinierten Flächenmanagements lässt der Entwurf eine wirtschaftliche Erstellung erwarten. Bei geringem Fußabdruck wird ein Maximum an Flächen erreicht. Der Eingriff in die Freianlagen wird durch die gewählte Lage außerhalb der Grünzone minimiert. Die Umsetzung der Maßnahme scheint auch bei laufendem Schulbetrieb eher unproblematisch.
    Die energetischen Vorschläge halten sich im Rahmen des Üblichen; aufgrund der flächensparenden Grundkonzeption scheint eine Realisierung im Passivhausstandard mit vertretbarem Aufwand möglich.