loading
  • DE-72070 Tübingen, DE-72070 Tübingen
  • 07/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-311130)

Neubau Kita Sofie Haug in Tübingen


  • 3. Preis

    © Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA

    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser der Arbeit 1007 formulieren mit ihrem Entwurf einen freistehenden Pavillon in einem parkartig durchgrünten Freiraum. Aus dieser Grundidee leitet sich augenscheinlich der ovale Grundriss des Hauses ab, der den Außenraum nicht zoniert und keine Vor- und Rückseiten
    entstehen lässt.
    Man betritt das Gebäude über einen großzügigen, befestigten Vorplatz, der aufgrund seiner Steigung nicht barrierefrei ist. Vom Eingang aus gelangt man auf kurzem Wege über die zentrale, von oben belichtete Halle in alle Bereiche des Hauses. Über eine Schmutzschleuse ist diese Erschließungszone direkt an die außenliegenden Spielflächen angeschlossen. Durch die eingestellte Treppe und den Aufzugsschacht wirkt der Bereich im Erdgeschoss eher knapp bemessen.
    Gruppenräume, Verwaltung und Bewegungsraum sind richtig angeordnet. Die durch die Gebäudeform ungewöhnlichen Raumzuschnitte der einzelnen Räume sind hinsichtlich ihrer Praktikabilität aber zu diskutieren. Die direkte Verbindung von Gruppenräume und Sanitärräumen ist nicht zulässig. Eine Kinderküche ist nicht vorgesehen. Die Lage der Garderoben ist in den Plänen nicht ablesbar. Im Obergeschoss schlagen die Verfasser zusätzliche großzügige Terrassen vor - vermutlich, um die besondere Form durch ähnliche Nutzflächen im Ober- und Erdgeschoss zu ermöglichen. Die tatsächliche Nutzbarkeit dieser Bereiche wurde kontrovers erörtert.
    Das Erdgeschoss des Gebäudes wird als gläserner, gegenüber dem Obergeschoss zurückgesetzter Sockel ausgebildet. Das hierdurch entstehende Verhältnis von Sockel zu Obergeschoss erscheint unausgewogen. Die spielerische Fassade des Obergeschosses wirkt durch den fehlenden Bezug zur dahinterliegenden Nutzung - insbesondere bei den Dachterrassen - aufgesetzt. Hangseitig, zum Rosenauer Weg hin, ist das Erdgeschoss auf eine geschosshohe Stützwand aufgesetzt, die die Gebäudeform zwar nachvollzieht aber dennoch gegen das Thema des Hauses als Pavillon im Grünen arbeitet.
    Wirtschaftlich liegt der Entwurf von den Kennwerten her im mittleren bis günstigen Bereich. Das Zurücksetzen des Erdgeschosses erfordert aber in Verbindung mit den Dachterrassen einen erhöhten baukonstruktiven Aufwand im Hinblick auf die Wärmedämmung der Gebäudehülle - insbesondere bei Einhaltung des barrierefreien Zuganges auf die Terrassen.
    Insgesamt ist die Arbeit durch ihre klare Haltung und die eindeutige Formulierung des Konzeptes eines freistehenden Pavillons im Park ein guter Beitrag. Sie wirft aber bei genauerer Betrachtung Fragen auf, da für diese Klarheit offensichtlich innenräumliche und organisatorische Kompromisse eingegangen werden mussten.


INFO-BOX

Angelegt am 06.08.2018, 15:13
Zuletzt aktualisiert 08.08.2018, 13:15
Beitrags-ID 4-160659
Seitenaufrufe 143