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  • DE-39397 Gröningen, DE-39397 Gröningen
  • 07/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-292961)

Ersatzneubau Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde „Westliche Börde“ in Gröningen


  • 3. Preis

    © T. Möhlendick Architekten BDA, Visualisierung: chora blau Landschaftsarchitekten

    Architekten
    T. Möhlendick Architekten BDA, Braunschweig (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: chora blau Landschaftsarchitektur, Hannover (DE), Hannover (DE)

    Erläuterungstext
    Neubau Verwaltungssitz Gröningen

    Der Ersatzneubau in der Marktstraße 5-6 in Gröningen ist der neue Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde westliche Börde. Der historische Kern der Landstadt soll durch den Neubau an Attraktivität dazu gewinnen und nicht durch einen Fremdkörper in ihrer Erscheinung gestört werden. Im Süden des Grundstücks bildet der Neubau seine Adresse direkt zur Straße hin aus. Eingereiht zwischen die Nachbargebäude, folgt die Bebauung dem Straßenverlauf und trägt zu einem einheitlichen Bild bei.

    Im Erdgeschoss generiert ein Rücksprung in der Fassade den Eingangsbereich und bildet zum neben gelegenen Grundstück einen Vorplatz als einladende Geste aus. Die äußere Erscheinung wirkt stilgerecht in der historischen Umgebung und stellt mit kleinen Nuancen ein Pendant zum Bestand dar. Die Fassaden im Norden und im Süden sind verputzt und durch einen Sockel sowie eine Zierleiste gegliedert. Die Stirnseiten bildet ein heller Klinker aus, der die Natursteinmauern der umgebenen Mauern und Bestandsfassaden aufgreift. Die feingliedrigen Fenster an der Nord-, Süd- und West-Fassade bilden durch ihre wirkungsvolle Höhe lichtdurchflutete Räumlichkeiten aus.

    Die Ostseite bildet ein besonderes Element des Baukörpers, da sie die offen einsehbare Stirnseite mit Bezug zur neubegrünten Freifläche ist. Großflächige Öffnungen zu den repräsentativen Räumen des Verwaltungsbaus ermöglichen Blickbeziehungen mit dem Stadtgarten. Das Satteldach bildet mit seiner gewählten Neigung und Höhe den Ausgleich zu den beiden angrenzenden Gebäuden für eine fortlaufende Flucht der Firsthöhen.

    Durch den Haupteingang gelangt man in einen Empfangsbereich auf dessen rechten Seite sich der große Besprechungs- und Trausaal befindet. Mit einer lichten Raumhöhe von drei Metern bietet das Erdgeschoss eine angenehme Atmosphäre für Traugäste und Besucher. Die Publikumsbereiche erstrecken sich ebenerdig im Erdgeschoss und sind auch durch einen Hintereingang vom Parkplatzbereich aus zugänglich. Ein großzügiger Wartebereich zwischen den Beratungszimmern und den Büros des Bürgerservices bildet das Zentrum des Arbeitsbereiches im Erdgeschoss. Über eine offene und großzügige Treppe ist das Obergeschoss, ebenso wie mit einem Aufzug, zu erreichen. Treppennah ist das Büro des Bürgermeisters zu finden. Direkt über dem Trausaal, liegt es an der prominentesten Ecke des Gebäudes. Mit großzügiger Fensterfläche und Blick auf die Grünanlage wird ein hochwertiger Arbeitsplatz und Treffpunkt für Gäste geschaffen. Im westlichen Teil des Obergeschosses befinden sich weitere Büros, die durch Archiv, sowie WC-Anlagen in ihre Bereiche gegliedert werden. Alle Büros sind durch zentrale Flure schnell zu erschließen und zugleich durch Durchgangstüren untereinander verbunden.

    Die Konstruktion des Gebäudes ist massiv als Wärmedämmverbundsystem geplant in verputzter und in verklinkerter Ausführung. Die Öffnungen in der Fassade sind jeweils in zwei Elemente geteilt. Die Teilung findet auf Brüstungshöhe statt und bildet so ebenfalls eine Absturzsicherung aus. Dieses Motiv greift Eindrücke aus der Umgebung auf um sich auch in der Konstruktion den traditionellen Bauweisen anzupassen. Zu öffnende Fensterflügel sowie
    ein außenliegender Sonnenschutz bietet die Möglichkeit das Klima in den Büroräumen zu regulieren.

    Die gesamte Anlage des neuen Verwaltungssitzes gliedert sich in zwei Bereiche: dem Rathaushof nördlich des Neubaus und dem Stadtgarten im Osten. Beide Bereiche werden über einen Vorplatz miteinander verbunden. Dieser verläuft parallel zur Marktstraße und vermittelt so zwischen dem Eingangsbereich und der Grünanlage des Stadtgartens.

    Während der rückwärtig gelegene Hof vordergründig steinern ausgestaltet wird und somit ausreichend Parkierungsmöglichkeiten für PKW anbietet, greift der Stadtgarten die aktuelle Nutzung als unversiegelte Grünanlage auf. Ein Gartenband aus Sträuchern, Hecken, Gräsern und Bodendeckern umfließt eine offene Rasenfläche und schafft so Distanz zum Hof.
    Eine lange Sitzbank entlang des Gartenbandes verbindet den Vorplatz und den hinteren Gartenbereich .Gegliedert durch Gräser- und Heckenkörper entstehen Verweilorte mit wechselnden Qualitäten. Während auf der Marktstraße eine hochstämmige Gleditschie den Vorplatz markiert, verteilt sich ein lockerer Kirschhain auf der Rasenfläche und bietet eine Attraktion während der Blütezeit. Mittels der klaren Struktur des gesamten Areals werden die unterschiedlichen Nutzungsansprüche sinnvoll gegliedert. Eine ausgewogene Verbindung von steinernen und vegetativen Elementen schafft eine hohe Aufenthaltsqualität mit hohem Wiedererkennungswert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.