Der Entwurf ist charakterisiert durch einen schmalen, etwa 80m langen zweigeschossigen Baukörper, der mittig auf dem Grundstück angeordnet ist und auf beiden Geschossen durch eine über die gesamte Länge verlaufende Galerie erschlossen wird. Der Zugang befindet sich mittig und die interne Verbindung der beiden Geschosse erfolgt über zwei von der Mitte nach außen führende Kaskadentreppen, die eine eigene Raumschicht entlang der Galerie bilden.
Das Projekt überzeugt durch die Klarheit seines strukturellen Aufbaus, der sich baukonstruktiv konsequent in einer sichtbaren Holzrahmenkonstruktion ausdrückt, die in Farbigkeit und Rasterweite an Bahnschwellen erinnert. Das Gebäude besitzt einen schichtartigen Aufbau, der deutlich zwischen einer Vorder- und einer Rückseite unterscheidet. Damit wird aber die Chance vertan, den Bereich westlich des Gebäudes zum Grenzdurchgangslager hin zu aktivieren.
Die Nutzungsbereiche sind sinnvoll auf die Etagen verteilt und lassen sich aufgrund des linearen Aufbaus bedarfsweise flexibel anpassen. Über die reinen Ausstellungsräume hinaus können auch Galerie und Treppenbereiche als Displayflächen genutzt und in die Ausstellung integriert werden.
Die Freianlagen sind gut durchgearbeitet und besitzen hohe atmosphärische Qualitäten. Dies betrifft den Außenbereich der Cafeteria ebenso sowie die Gestaltung des Höhenunterschieds zwischen dem höheren Niveau des Lagers und dem niedrigeren Niveau entlang der Bahn, mit der es gelingt, die nördlich angrenzende Fläche zum Wirtschaftsgebäude hin zu aktivieren und mit dem Leben auf dem zentralen Platz zu verbinden. Damit wird dem Museumspfad in idealtypischer Weise als Entdeckungsreise und Begegnungsweg Form gegeben.
Die geforderten PKW-Stellplätze werden nachgewiesen und sinnvoll auf dem Grundstück angeordnet. Das Projekt erfüllt genau das Raumprogramm und lässt eine wirtschaftliche Realisierung erwarten.
Die Gestaltung der Fassade zieht sich konsequent in den Innenraum hinein und wird durch die daran anknüpfende Ausstellungsarchitektur ergänzt. Die in dunklem Holz gehaltenen und fensterlosen Räume im 1. OG, die die Ausstellungseinheiten 1-3 aufnehmen, schaffen eine intime Atmosphäre und entschleunigen. Eine stellenweise Öffnung der Fassade bzw. Belichtung in Abstimmung mit der Ausstellungskonzeption wird vermisst. Das EG mit dem 4ten Bereich „Fragen an die Zukunft“ und den Funktionsräumen stellt sich offen, durchlässig und einladend dar. Die großzügige Gestaltung der Räume bietet eine große Flexibilität. Insgesamt ist der sehr großzügige Einsatz von Medien zu bedenken. Hier empfiehlt sich ggf. eine Reduktion.
Der Entwurf zeichnet sich insgesamt positiv durch eine große Selbstverständlichkeit aus, sowohl in der Positionierung des Bauvolumens auf dem Grundstück, im baukonstruktiven Ausdruck als auch in der Anlage der Freibereiche und der Durcharbeitung der Wettbewerbsaufgabe.
| Angelegt am | 29.08.2018, 09:29 |
| Zuletzt aktualisiert | 29.08.2018, 13:47 |
| Beitrags-ID | 4-161667 |
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