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  • DE-22303 Hamburg
  • 06/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-313396)

Pergolenviertel Baufeld 8 a und b in Hamburg


  • ein 3. Preis

    © akyol kamps : bbp architekten bda

    Architekten
    akyol kamps : bbp architekten bda, Hamburg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Philipp Kamps

    Mitarbeit
    Jacques Bätje, Nadine Bösker

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Naumann Landschaft, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Auf Grundlage der vorgegebenen Baustruktur wird die Gestaltungssatzung klar und einfach fortgeschrieben. Das vorgegebene Leitthema von Sockel, Band und Füllung auf wird auf selbstverständliche Weise interpretiert.
    Durch die symmetrische Gliederung des Baukörpers in der Ost–West Achse wird das große Volumen prägnant gegliedert und das Gebäude artikuliert sich selbstbewusst als süd-östliches Eingangsbauwerk des südlichen Bereichs des Pergolenviertels. So erfolgt klar und selbstverständlich die Anordnung der Eingänge, Treppenhausfugen, Loggien und der Balkone im Innenhof.
    Die horizontale Gliederung der Fassade wird durch die geschossweise Bossierung
    der Mauerwerksflächen erreicht. In Breite der Pfeiler verläuft vertikal ein bossiertes Mauerwerkselement in der vorderen Fassadenebene, welches horizontal durch die sogenannten Bänder ohne Bossierung unterbrochen wird. Die Bossierung schiebt sich um ein ¼ des Steinformats aus der Flucht nach außen und nimmt die Flucht einer als durchlaufendes Gesims ausgebildeten Sohlbank auf und verstärkt die horizontale Gliederung des Gebäudes. Durch abgeschrägte Fensterlaibungen entsteht ein feines Relief differenzierter Ziegelbänder, welche die Fassaden rhythmisieren. Die sogenannten Bänder ohne Bossierung werden als Langformat mit hellen Lagerfugen und dunkleren Stoßfugen im wilden Verband ausgeführt. Die bossierten Flächen werden mit etwas helleren Handstrichziegel der gleichen Art im Blockverband ausgeführt.
    Der Baublock erhält einen umlaufenden Sockel, welcher sich im Bereich des höheren Baukörpers im Osten durch ein Mezzanin um ein Geschoss erhöht und so eine adäquate Basis für den hohen Gebäudeteil ausbildet. Das im Süden sichtbare Untergeschoss erhält eine Gliederung durch die Pergolenviertel-typischen Bögen, welche an der süd-ost Ecke einen einladenden angemessenen Rahmen für die vorgesehene Nahversorgung (Backshop, Kiosk, Packetannahme) generieren.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Jury lobt die hohe Qualität der Fassadengestaltung, vor allem die der Westseite. Das Gebäude wird durch die horizontalen Laibungen und abgeschrägten Füllungen gegliedert. Die Übergänge von Baufeld 8 a auf b werden durch das Verschmälern der Bänder hervorgehoben. Durch die breiteren Bänder entstehen im Bereich des Baufelds a Brüstungen vor Fenstern; im Baufeld 8 b werden sämtliche Öffnungen in der Fassade bodentief ausgeprägt. Dieses Spiel mit den Bändern ist gut durchdacht: Das Gebäude ist als Einheit erfahrbar wobei auch die einzelnen Baufelder in Erscheinung treten. Im Sockel findet sich das Element der Rundbögen wieder, welches im Quartier durch die raumprägenden Pergolen, Arkaden und Durchgänge eine besondere Bedeutung erfährt. Allerdings wird der Pergolenbogen hier lediglich zum Motiv und kann im Gegensatz zu einer gebauten Arkade an dieser Stelle keinen funktionalen Zweck erfüllen. Die auf die Fassade aufgesetzten Arkadenbögen verlieren in der verwendeten Form an Authentizität. Die herausgearbeitete Materialität des Sockels, die sich in der in der Oberflächengestaltung des Innenhofs wiederfindet, umläuft diesen mit einem Klinkerband. Die Freiflächen im Innenhof wirken jedoch in ihrer Ausgestaltung zu hart. Die Ausgestaltung der Grundrisse überzeugt für Baufeld 8 b nicht, da die Anforderungen an den Lärmschutz sowie die Planungsanforderungen an die VIVO-Wohneinheiten nicht erfüllt werden. Des Weiteren wird die vorgeschlagene Erschließung mit fünf Kernen sowie die aufwändige Fassadengestaltung durch abgeflachte Laibungen als nicht wirtschaftlich erachtet. Insgesamt hat der Entwurf eine hohe Strahlkraft und zieht Blicke auf sich. Im Detail wirkt er jedoch zu kleinteilig und kann die Jury nicht vollends überzeugen.