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  • DE-10707 Berlin, DE-12101 Berlin
  • 09/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-291345)

Umgestaltung Platz der Luftbrücke in Berlin


  • Anerkennung

    Gestaltungsplan, © capattistaubach Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Staubach , Tancredi Capatti

    Mitarbeit
    Thomas Steinborn

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit wurde in der Bürgerversammlung besonders positiv bewertet, jedoch in der Jury sehr kontrovers diskutiert - der sehr klaren und praktikablen Gestaltung der Plätze westlich des Tempelhofer Damms werden auf der östlichen Seite zwei provokante Maßnahmen gegenüber gestellt: Die Fahrspuren der Südumfahrung werden zu sehr breiten, flächigen Regengärten umgestaltet, die den Gebäuden vorgelagert sind. Die zentrale Grünfläche erfährt zwar eine gartendenkmalpflegerische Überarbeitung und Wiederherstellung, wird jedoch gleichzeitig von einer axial ausgerichteten Steganlage als "zeitgenössischer Schicht" überlagert.

    Die Steganlage bedeutet einen Eingriff in das Denkmal, der intensiv diskutiert wird. Aus einer Perspektive wurde es als interessante Option gesehen, das Denkmal zu öffnen und mit zwei direkten neuen Wegeverbindungen zu ergänzen - dies vor allem, wenn man die zukünftige Bedeutung des Flughafengebäudes berücksichtigt. Die zu erwartende starke Frequentierung würde sich auf dem Steg bündeln und für eine neue Belebung und damit Funktionalität des Raumes sorgen.

    Aus denkmalpflegerischer Perspektive wird der Eingriff als vollständig unvertretbar bewertet. Dies betrifft zum einen den deutlichen Eingriff in die Denkmalsubstanz und zum zweiten die aufgenommenen Achsbezüge des Wegekreuzes. Nicht denkbar sind sowohl die geradlinige Verbindung zischen U-Bahn-Ausgang und Ehrenhof sowie die direkte Verbindung zwischen der Terrasse am Tempelhofer Damm und dem Luftbrückendenkmal. Damit würden die bewusst nicht axialen Setzungen der Nachkriegszeit konterkariert. Auch die Umsetzung der Stege in Aluminium ist nicht angemessen.

    Die Maßnahmen zum Regenwassermanagement sind in der Südumfahrung besonders prägnant ausgebildet. Sie scheinen aber in der Dimensionierung überzogen und im späteren kaum multifunktional nutzbar. Aus verkehrlicher Sicht wird die Gestaltung der Südumfahrung positiv gewertet, insbesondere die Reduktion auf zwei Fahrspuren. Gut scheint auch, dass eine Ausweitung an den jeweiligen Einmündungsbereichen möglich ist. Problematisch ist die einseitige Führung von Zweirichtungsradwegen, insbesondere an den Einmündungen an der Nord- wie Südumfahrung.

    Auf der Westseite schlagen die Verfasser eine klare Differenzierung in einen dicht bepflanzten, schattigen "Baumsaal" mit wassergebundener Platzfläche am Kaiserkorso vor und einen einheitlich gepflasterten und mit zwei asymmetrischen Baumgruppen gegliederten westlichen Platz der Luftbrücke. Ergänzt mit einem Kiosk entsteht mit den Baumgruppen ein lichter, vielfältig nutzbarer Platzraum. Wenige langgestreckte Bänke auf allen westlichen Platzflächen sind in Lage und Dimension plausibel. Die Positionierung von PKW-Stellplätzen direkt an beiden Seiten des "Baumsaals" wird kritisch gesehen.

    Insgesamt stellt die Arbeit in ihrer Kontroversität einen wertvollen Beitrag für das Verfahren dar.