loading
  • DE-87600 Kaufbeuren, DE-87600 Kaufbeuren
  • 09/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-295214)

Neubau Kinder- und Familienzentrum Kaufbeuren-Neugablonz


  • 1. Preis

    Lageplan 1:500, © WRW FreiRaumArchitekten

    Landschaftsarchitekten
    Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten, Regensburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Felix + Jonas Architekten, München (DE)
    Modellbauer: Neubauer Modellbau, München (DE)

    Preisgeld
    10.000 EUR

    Erläuterungstext
    Freiflächenkonzept:
    Der Eingangsplatz am Brunnen bietet ausreichend Raum für das tägliche Bringen und Holen der Kinder; Tretroller- und Fahrräder können wetterfest abgestellt werden; eine lange Sitzbank lädt zum Verweilen ein und dient als Raumgrenze.

    Die Kinderkrippenräume orientieren sich nach Südwesten und sind mit einem Zaun bzw. einem Wandschrank abgegrenzt. Die Kleinsten können auf einem Holz-Spieldeck, in einer großzügigen Sandfläche und in der Vogelnestschaukel ausgiebig und ungestört toben.

    Die Freiflächen für die Kindergarten- und Hortkinder in Richtung Norden und Südosten entwickelt.
    Unter den alten Kiefernbäumen wird eine Netzstruktur zum Spielen und Klettern eingespannt. Dadurch kann die Bodenverdichtung im Wurzelbereich reduziert werden.
    Direkt an die Mehrzweckräume und den Spielflur schließt eine gut bespielbare befestigte Fläche. Durch die unregelmäßige Anordnung von erhöhten dicht bepflanzen Rauminseln entsteht eine Rennstrecke, auf der die Kinder uneingeschränkt flitzen können. Die Pflanzinseln werden zum Teil mit Sitzbänken gefasst. Das gewünschte Wasserbassins kann hier ebenfalls aufgestellt werden.

    Angrenzend an die befestige Fläche wird ein naturnahen Spielbereich angeboten: unter einem Pflanzenschirm aus robusten Weiden/Ölweiden werden großzügige Sandspielflächen mit Wasser-Matsch-Bereich, Rutsche, Klettersteinen, Geländemodellierungen und eine Spielskulptur aus Holzstämmen situiert.

    Die überdachten Loggien dienen als Spielfläche bei Regen oder Hitze.
    Das Freiraumangebot wird im Obergeschoss durch Dachgärten erweitert: Sitzgruppen/Spielflächen unter lichten Felsenbirnen begleitet von intensiv bepflanzten Staudenbeeten.
    Somit werden Gebäude und Freiflächen auf allen Gebäudeebenen gut miteinander verzahnt.

    Stauraum für Spielgeräte bietet ein Nebengebäude.

    Gehölzkonzept:
    Durch die Platzierung des Neubaus kann der wunderbare Kiefernhain zu einem großen Teil erhalten bleiben.
    Die Verwendung von blühenden Zierobst- und Obstgehölze (Zierkirschenreihe „Prunus autumnalis“ entlang des südlichen Erschließungsweges, mehrstämmige Zierkirschen „Prunus serrula“, Obstbaumwiese im nordwestlichen Bereich bzw. Fußweg Sportstätten) erzeugt einen spannenden Kontrast zu den dunkleren Kiefern.
    In den nördlichen Freiflächen greifen die Leitbaumart das Thema Sand und Wasser auf: Ölweiden Elaeagnus angustifolia, kleinwüchsige Weidenarten Salix purpurea `Nana` und Salix rosmarinifolia.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die kompakte Bauform und die Anordnung des zweigeschossigen Baukörpers ermöglichen sowohl die Erhaltung des vorhandenen Biotops als auch die Realisierung der Baumaßnahme in einem Bauabschnitt.

    Die Wettbewerbsarbeit erhält mit den Bestandsbäumen ein solides, identitätsstiftendes Grüngerüst, schattige Außenbereiche bleiben erhalten. Das Gebäude wird in einen über viele Jahre gewachsenen Kiefernhain gebettet, der Maßstäblichkeit und eine hohe Aufenthaltsqualität schafft.

    Die Freianlagen sind detailliert ausgearbeitet und nach Alter der Nutzer unterschieden. Die Gartengestaltung ist naturnah und auch für den Ferienkindergarten gut geeignet. Mit den angegliederten großzügigen Terrassenflächen, sowie den wettergeschützten Spieldecks und Dachterrassen entstehen weitere Freiflächen mit hoher Aufenthaltsqualität, die sich für pädagogische Kleingruppenarbeit und als Rückzugsort anbieten.

    Die Erschließung erfolgt über einen großzügigen Haupteingang mit angelagerten, überdachten Fahrradabstellplätzen, der gegenüber der bestehenden Schule angeordnet ist.

    Diese Platzierung des Haupteinganges gegenüber der Schule ermöglicht kurze Wege zwischen den Einrichtungen und wird als positiv bewertet. Die Ausbildung der durchgehenden, trennenden Baumreihe zwischen dem neuen Familienzentrum und der bestehenden Schule erklärt sich angesichts des fehlenden Anfangs und Endes, sowie des gewünschten Bezugs zueinander nicht. Im Freiraum wünscht man sich eine gewisse Reduzierung der „Themen“, um ein übergeordnetes, zusammenhängendes Gesamtbild zu erhalten.

    Durch die vorgesehenen Einschnitte von Terrassen und Dachterrassen wird der Baukörper geschickt gegliedert und auf eine für die vorgesehene Nutzung angemessene Maßstäblichkeit gebracht. Gleichzeitig werden dadurch die Fassade und der durch die Baukörperform bedingte langgestreckte Flur angenehm strukturiert, sowie Flur und Gruppenräume großzügig belichtet.

    Dem Eingangsbereich sind der Elternwartebereich und der Mehrzwecksaal über mobile Trennwände zuschaltbar. Die dadurch entstehende Raumsituation erfüllt die Vorstellungen der Ausloberin an die vorgesehene Nutzung des Gebäudes als Familienzentrum und ermöglicht einen großzügigen Veranstaltungsbereich. Der Außenbereich des Bistros ist multifunktional für das Familienzentrum, den Kindergarten und die Ferienkinderbetreuung.

    Die beiden offenen Treppen im Flurbereich entflechten die Verkehrsströme und schaffen gleichzeitig kurze Wege zwischen den einzelnen Teilbereichen, sowie Sichtbezüge zwischen den Geschossen.

    Die Krippe ist durch die Anordnung im Erdgeschoss von den übrigen Nutzungen ausreichend abgeschirmt. Kindergarten und Hort im Obergeschoss sind räumlich voneinander getrennt, jedoch durch den durchgehenden Flur miteinander verbunden, was der angestrebten Synergie entspricht und die gemeinsame Nutzung der Räume und Nebenräume ermöglicht. Die Nebenräume lassen durch ihre Enge wenig Raum zur Entfaltung und bieten in dieser Form eine geringe Variabilität. Durch die Anordnung der Küche und des Essbereichs im Erdgeschoss ist die Einnahme der Speisen im pädagogischen Tagesablauf für den Kindergarten umständlich.

    Die derzeitige Führung der Rettungswege über den Spielflur bedarf der Überarbeitung.

    Die kompakte Bauform ermöglicht eine wirtschaftliche Umsetzung. Die vorgeschlagenen Materialien erfüllen die Anforderung der Nachhaltigkeit.