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  • DE-21423 Winsen (Luhe), DE-21423 Winsen (Luhe)
  • 04/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-296430)

Neugestaltung der Haupteinkaufsstraße in Winsen (Luhe)


  • 1. Preis Zuschlag

    Visualisierung Kirchplatz, © capattistaubach Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    capattistaubach Landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Staubach , Tancredi Capatti

    Mitarbeit
    Thomas Steinborn

    Preisgeld
    40.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit verfolgt den Ansatz die Einkaufsstraße als zusammenhängende Raumfolge wieder ablesbar zu gestalten. Durch eine einheitliche Materialsprache im gesamten Stadtraum spannt sich ein Raumkontinuum vom Südertor über Rathausplatz und Kirchplatz bis zur Deichstraße und dem Nordertor auf. Durch den Wechsel von Verlegemuster und Formaten des vorgeschlagenen Granitpflasters werden die einzelnen stadträumlichen Sequenzen konsequent herausgearbeitet und differenziert ohne gestalterisch auseinanderzufallen. Die hellen Rinnenplatten gliedern, leiten und zeichnen den Stadtraum nach.
    Der Rathausplatz ist städtebaulich und verkehrlich sehr selbstverständlich gelöst. Wechsel im Pflasterverband akzentuieren den Raum und markiert dezent aber ausreichend Fahr- und Gehbereiche. Der Brunnen wird sehr begrüßt, er schafft einen Schwerpunkt auf dem Platz und bildet ein wichtiges Scharnier. Maßnahmen zur Reduzierung der Geschwindigkeit des querenden Verkehrs in den Randbereichen wären wünschenswert.
    In der nördlichen Rathausstraße reagieren die Rinnenbänder auf den Stadtraum. Das dort eingefügte Stadtparkett markiert den Raum und differenziert ihn dezent im Vergleich zur südlichen Rathausstraße. Die Linienführung der Rinnensteine schafft eine Zonierung und Orientierung ohne die Großzügigkeit des Kirchplatzes dabei aufzuheben.
    Der Straßenraum der Marktstraße bis Nordertorstraße wirkt schlüssig gelöst, mit einem ausreichenden Maß an Zonierung und gleichzeitiger stadträumlicher Großzügigkeit. Die Baumreihen in der westlichen Markstraße verengen das Raumerlebnis der sich konkav aufweitenden Straße jedoch unnötig.
    Das Motiv der Belag- und Formatwechsel wird versiert und kreativ eingesetzt, wirkt jedoch insgesamt etwas überstrapaziert. Beispielsweise erscheint der abermalige Verbandswechsel im Bereich der Luheinsel nicht zwangsläufig erforderlich.
    Der Platz an der Sparkasse verspricht eine angemessene Aufenthaltsqualität. Die Durchwegung von Osten sollte dabei allerdings nicht verstellt werden.

    Begrünung, Ausstattung, Möblierung, Beleuchtung
    Im Bereich der südlichen Rathausstraße gliedern die neuen Baumpflanzungen den Straßenraum. Die lineare Setzung wird positiv bewertet. Kritisch zu prüfen wären die Anzahl sowie die regelmäßige Stellung der Bäume in Bezug auf Erreichbarkeit und Anlieferung, als auch auf die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit der Geschäfte.
    Der sehr geschickt platzierte Wechsel der Baumreihe im Verlauf der nördlichen Rathausstraße auf die östliche Straßenseite ist gelungen. Gerade mit diesen Maßnahmen gelingt auch ein harmonischer Übergang zum Kirchplatz.
    Der grüne Saum um die Kirche erscheint als gestalterisches und funktionales Element interessant, wird allerdings technisch und denkmalpflegerisch als unangemessen erachtet.
    Die fahrspurbegleitende Baumpositionierung an der Marktstraße und am Kirchplatz entwickelt, im Gegensatz zu der Rathausstraße, die räumlichen Potenziale nicht vollständig.
    Die Anzahl der Fahrradabstellanlagen ist im Vergleich zu anderen Arbeiten eher unterdurchschnittlich.
    Die Vielfalt der Angebote von Wasserspiel, Gastronomie und Sitzgelegenheiten wird ausdrücklich begrüßt.
    Insgesamt bietet die Arbeit einen überzeugenden Beitrag, der auf die Eigenheiten und Besonderheiten der Altstadt Winsens reagiert und in der Umsetzung einen hoch attraktiven Stadtraum verspricht.