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  • DE-45964 Gladbeck, DE-45964 Gladbeck
  • 09/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-315958)

Umgestaltung Willy‐Brand‐Platz in Gladbeck


  • 2. Rang

    Lageplan, © Planergruppe

    Landschaftsarchitekten
    Planergruppe GmbH Oberhausen, Essen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauingenieure: Brilon Bondzio Weiser Ingenieurgesellschaft, Bochum (DE)
    Visualisierer: Filon Architekturvisualisierung & Bildbastelei, Leipzig (DE)

    Erläuterungstext
    Konzept
    In der Innenstadt von Gladbeck spannt sich ein System aus Gassen und Plätzen kleeblattförmig auf. An dessen westlichem Ende liegt der Willy-Brandt-Platz.
    Die gesamte Platzfläche wird als großes einheitliches Feld betrachtet, auf dem solitär das imposante alte Rathaus steht. Eine neue, einheitlich helle Oberflächengestaltung zieht die Fläche optisch zusammen. Die bestehenden raumbildenden Elemente – die drei großen Bäume und der Brunnen – werden erhalten.

    Das Motiv des „Vorhangs“ als sowohl offenes als auch schützendes Element wird in Form von drei durchbrochenen Ausstattungsbändern eingefügt. Sie nehmen Außengastronomie, Spiel, Aufenthalt und Begrünung auf und wirken in ihrer Kombination als Anfahrschutz bei Veranstaltungen.

    Verkehrsplanung
    Der Willy-Brand-Platz stellt aufgrund der Vielzahl verschiedener Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Bus, PKW, etc – besondere gestalterische Ansprüche. Der bereits heute zur Anwendung kommende Shared Space Gedanke wird weiterentwickelt. Aus diesem Grund werden dem motorisierten Verkehr zwar Fahrgassen angeboten, allerdings wird auf typische Gliederungsmaßnahmen, wie z.B. Materialwechsel oder Bordeinfassungen verzichtet.

    Entwurf
    Das Feld mit einer einheitlich hellen Oberfläche markiert den Willy-Brandt-Platz. Es wird ein starker hell-dunkel-Kontrast zwischen den umliegenden Flächen und der Platzfläche hergestellt. Der Gestaltungsansatz der Gladbecker Fußgängerzone wird dabei aufgegriffen: Laufzonen mit dunkler und die mittige Aufenthaltszone mit heller Oberfläche. Die eigentliche Platzfläche wird aus funktionalen Gründen mit zwei unterschiedlichen Materialien befestigt: helle Betonplatten für die fußläufigen Bereiche, heller, geglätteter Ortbeton für die befahrbaren Bereiche. Um den Shared Space Gedanken zu unterstützen soll die befahrbare Fläche innerhalb der Platzfläche so wenig wie möglich abgebildet werden und verzahnt sich gestalterisch mit den umliegenden fußläufigen Bereichen.

    Drei als „Vorhänge“ bezeichnete Aufenthaltsbänder gliedern den Platz und erlauben durch ihre Anordnung weiterhin die Durchführung von Veranstaltungen. Das nördliche Band nimmt die Außengastronomie auf. Es besteht aus vier Terrassen, die gegenüber der südlich anschließenden, von Bussen befahrenen Fläche eine Stufe erhöht liegen. In den Zwischenräumen der Terrassen wird stufenlos gequert. Die bestehenden Bäume, ergänzt durch drei Neupflanzungen, spenden Schatten und leiten in die Hochstraße über. Hecken gliedern die Außengastronomiefläche und schaffen geschützte Aufenthaltsräume. Eine lockere Reihe aus würfelförmigen Pflanzkübeln reiht sich auf der einfassenden Stufe und wird von den Gastronomen individuell bepflanzt.

    Das mittlere Band bildet eine Kette „tanzender“ Sitzmauern. Sie sind lammellenartig zueinander versetzt und haben spielerisch wechselnde Höhen spielerisch zwischen 50 und 80cm. Sie laden zum Sitzen, Liegen und Bespielen ein und sichern durch ihre Anordnung und Höhe auf dem Willy-Brandt-Platz stattfindende Veranstaltungen gegenüber anfahrenden Fahrzeugen. Die bestehende Kastanie wird von einem erhöht liegenden Plateau eingefasst. In den durch die Sitzmauern aufgespannten Flächen finden drei Spielelemente finden Platz: ein bodenbündiges Trampolin, sowie zwei Spielstationen aus Edelstahl. Die vorhandenen sieben Fahnenmasten sind ebenfalls in das Band integriert.

    Das dritte Aufenthaltsband liegt am südlichen Fortsatz des Willy-Brandt-Platzes vor dem Verbindungsbau zwischen dem Alten und dem Neuen Rathaus. Es wertet die heute überwiegend steinerne Hofsituation durch Begrünung und Sitzmöglichkeiten auf. Die vorhandene umlaufende Treppe wird zu einer flachen Terrassenanlage umgebaut und mit drei kleinkronigen mehrstämmigen Bäumen besetzt. Der Brunnen wird an seiner heutigen Position belassen, das Brunnenbecken umgebaut. Der umlaufende Pflasterwall wird zurückgebaut, und durch eine bodenbündig eingebaute Schlitzrinne ersetzt. Es entsteht ein dünner Wasserfilm auf dem Pflaster – ein attraktiver Spielort für Kinder it positiver Wirkung für das Mikroklima.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.