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  • DE-85579 Neubiberg
  • 06/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-274113)

Bürgerzentrum Neubiberg 2022 – Rathaus-Erweiterung und Sanierung


  • ein 3. Preis


    Modellbauer
    HeGe Modellbau, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Scheidt Kasprusch Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: KuBuS Freiraumplanung GmbH & Co. KG, Wetzlar (DE), Berlin (DE)

    Preisgeld
    15.300 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Jury würdigt die städtebauliche Disposition: die wohl gesetzten und dimensionierten Volumen und die vielgestaltigen Blickbeziehungen mit Tiefenstaffelung. Dies wird auch durch die spannende Dachgestaltung unterstützt: das Steildach des Alten Rathauses, das Dach des neuen eingeschossigen Gemeinderatssaals und das Dach des neuen Verwaltungsbaus mit leicht zum Bestand fallender Traufe, die den Übergang zum Bestand trotz Dreigeschossigkeit verträglich macht. In einem gelassenen Nebeneinander von Alt und Neu ist kein Baustein dominant.

    Die drei öffentlichen Gebäude Altes Rathaus, Haus für Weiterbildung und gegenüber die Rathauserweiterung formen einen sehr gelungenen Platz mit allen Eingängen, dessen mittige Teilung über einen dreistufigen Niveausprung jedoch zu diskutieren ist. Einerseits wird durch das Plateau das Alte Rathaus herausgestellt und auf einem Niveau mit dem Neubau verbunden.

    Andererseits ist der Höhenversatz ungünstig für Veranstaltungen. Fraglich ist das leichte Überschneiden des Neubaus mit dem Altbau, was vermutlich das Verschränken stärken soll, aber den Bestand unnötig einklemmt.

    Der südliche Freiraumkorridor leidet unter der weit von der Hauptstraße gelegene Tiefgaragenzufahrt und einer Baumallee, die nicht die Rathausachse trifft und insgesamt als überzogene Geste empfunden wird.

    Der Gemeindesaal schält sich aus dem eingeschossigen Anbau an das Alte Rathaus als Endpunkt einer sehr gelungenen Gebäudeabwicklung an der Nordseite als extra Volumen heraus. Die den Saal einfassenden Foyerflächen dienen auch als Wartebereich für die Bürgerbüros als gelungene Schnittstelle zwischen altem und neuem Rathausbereich. Der Saal liegt sehr gut für eine separate Abendnutzung. Im Altbau verbleiben der Trausaal mit Bürgerbüro, Standesamt und weitere Verwaltung über alle drei Geschosse.

    Eine denkbar knappe Grundrissorganisation ermöglicht den verblüffend geringen Fußabdruck des neuen Verwaltungsteils mit kurzen Fluren mit Blick nach draußen, als Windmühle zu allen vier Seiten liegenden Büros und den Nebenräumen in der Mitte. Die im Tiefgeschoss vorgesehene Kellerfläche könnte größer sein. Dafür ist die Anordnung der Archivfläche erdgeschossig zum Platz sehr schade.

    Eine Erweiterung nach Osten über einen nächsten Baustein ist möglich. Jetzt sind dort eine ruhige Gartenfläche und der Pausenbereich für die Mitarbeiter vorgesehen. Folgerichtig
    liegt dort die Cafeteria.

    Die vorgeschlagene Fassadengestaltung ist vielversprechend. Gut proportionierte Öffnungen künden von einer eigenständigen Haltung in einem gelungenen Verhältnis zur Lochfassade des Altbaus.

    Die Bauweise im hochdämmenden Mauerwerk ist zu begrüßen: wirtschaftlich und nachhaltig. Der Entwurf – klare Baukörper, solide konventionelle Konstruktion, stringente Verteilung der Nutzungen – lässt keine kostentechnischen Risiken nach Budgetermittlung vermuten.