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  • 1. Preis

    Ansicht Süd Tag, © Brückner & Brückner Architekten

    Architekten
    Brückner & Brückner Architekten GmbH Tirschenreuth I Würzburg, Tirschenreuth (DE), Würzburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: realgrün Landschaftsarchitekten, München (DE)

    Preisgeld
    45.000 EUR

    Erläuterungstext
    Schichten und Geschichten

    Die letzten Bausteine der militärischen Vergangenheit – Hangar, Tower, das neu zu gestaltende Mannschaftsgebäude und der angrenzende zweite Flugzeughangar – prägen das Quartier und erzählen von seiner Geschichte. Sie sollen zu identitätsstiftenden Geschichtsbausteinen mit hoher gestalterischer Qualität werden. Unser leidenschaftlichstes Bild: Den Hangar und das Mannschaftsgebäude erhalten, als Skulpturen freilegen und weiterbauen. Eine faszinierende Aufgabe und zugleich Chance, aus dem Gestern mit dem Heute ein identitätsbildendes Morgen zu gestalten. Wir befreien den Hangar von späteren Anbauten, öffnen die Fassaden, verlängern beide Gebäude, bauen weiter. Neu und alt kommunizieren und bleiben eine Einheit. Klarheit und Dialog. Mehrwert, Flexibilität und Synergie sind unsere Maxime bei dieser Aufgabe.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit großer Entschiedenheit respektieren die Verfasser den Bestand beider Gebäude und entwickeln daraus ein Quartier von hoher städtebaulicher Qualität. Dies beginnt mit dem ehemaligen Hangar, der straßenseitig seine Dominanz und ursprüngliche Nutzung durch die großen Toranlagen weiterhin eindrucksvoll zeigt und setzt sich im zurückhaltend respektvollem Umbau des Gebäudes 13 fort. So behalten beide Gebäude mit dem dazwischengeschalteten grünen Freiraum ihre Eigenständigkeit und treten dennoch durch die geschickt ausgeführten und gut gestalteten nördlichen Ergänzungen, die die vorhandene Gebäudegeometrie fortbauen, als schlüssiges Ensemble in Erscheinung.

    Das Raumprogramm der Kinderkrippen und Kindergartenfunktionen ist auf zwei Etagen schlüssig organisiert, die neuen Treppenräume erlauben die seitliche Belichtung und Ausblicke in den Außenraum zwischen den Gebäuden. Im DG sind Büro und Besprechungsräume sinnvoll untergebracht.

    Die Sporthalle wird stirnseitig über das zentrale Foyer und einen kompletten Umgang um das Spielfeld erschlossen. Umkleiden mit Schmutz,- und Sauberflur, sowie Geräteräume sind optimal an die Dreifachturnhallen angeschlossen, ebenso wie die auf der Straßenseite organisierten Tribünenplätze. Die Größe des Bauvolumens liegt am oberen Rand des geforderten, bietet hierdurch aber sinnvolle, bislang im Raumprogramm nicht bedachte Ergänzungsfunktionen und einen Entwicklungsbereich im Dachgeschoss. Die im ersten Obergeschoß gelegenen Veranstaltungs-, und Kreativräume erlauben den Ausblick in den nördlichen Park und über einen Flur in die Halle.

    Im Hanggeschoß werden von Norden die Proberäume unter einem überdachten Freiraum erschlossen. Dieser überdachte Freiraum weitet sich als Platz in den nördlichen Parkraum und lässt vielfache Möglichkeiten der Bespielung zu. Der sich breit, über den nördlichen Grundstücksteil erstreckende Parkplatz ermöglicht kurze Laufwege zu beiden Funktionen und ist dabei ausreichend durch eine Zwischenpufferfläche vom Gebäude abgeschirmt. Hinterfragt werden sollte die Notwendigkeit die beiden Baukörper, die sehr gut alleine funktionieren, mit aufgeständerten Rampen zu verbinden. Materialität der Fassaden als klassische Putzfassaden, Blechelemente und große Glasflächen beschränkt auf den Hangarbaukörper und die archaischen, von Einschnitten freigehaltenen Steildachformen unterstreichen die kraftvolle Selbstverständlichkeit der Architektur.

    Informell interpretierte Freiräume umspielen positiv die freistehend ablesbaren Gebäude. Die barrierefreie Zugänglichkeit ist gut aus der Topographie abgeleitet. Mit den vorgelagerten Decks und Rampen entsteht hierdurch eine gewichtige Infrastruktur, welche jedoch durch Loslösen der Konstruktion vom Baugrund den Erhalt des Baumbestandes glaubhaft macht. Die Organisation von Ausgestaltung des Parkplatzes wird positiv bewertet. Die Anordnung der Aktionsfläche mit der angelagerten Rasenfläche stellt die richtige Ergänzung zu den Veranstaltungsräumen im Erdgeschoss dar.

    Insgesamt ein gelungener und in allen Bereichen überzeugender Beitrag zur gestellten, sehr komplexen, Bauaufgabe.