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  • DE-50181 Bedburg
  • 10/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-8955)

Umgestaltung der St. Rochus-Straße und ihres Umfeldes


  • 2. Preis

    Gesamtkonzept

    Architekten
    pp a|s pesch partner architekten stadtplaner GmbH, Dortmund (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Prof. Dr. Franz Pesch Dipl. Ing. Volker Scholz Dipl. Ing. (FH) Frank Dippolt cand. arch. Joonhyuk An

    Erläuterungstext
    Vielfalt als Konzept

    In der regionalen Konkurrenz mit oberzentralen Einkaufsbereichen und Standorten auf der grünen Wiese ist das Zentrum Bedburg-Kaster in Bedrängnis geraten. Soll der unvermeidliche Strukturwandel gestaltet und in eine tragfähige Zukunftsperspektive umgesetzt werden, ist eine Strategie zu formulieren, die auf mehreren Ebenen zugleich ansetzt. In diesem Sinne steht unser Konzept unter dem Motto: anreichern – vernetzen – gestalten. Damit wollen wir zum Ausdruck bringen, dass nur einem synergetischen Konzept Erfolg beschieden sein wird.

    Thema: Anreichern: Das Zentrum von Kaster entwickelt sich in einem Dreieck von Aktivitätsräumen

    • Dem historischen Ortskern Alt-Kaster, der als stadtkulturelles Kleinod einen wichtigen Zielpunkt im Stadtteil darstellt
    •dem Sport und Freizeitbereich im Übergang zum Landschaftsraum, der mit seinen Angeboten wesentlich zu Lebensqualität beiträgt und
    •dem neuen Zentrum zwischen Markt und Kirche/Gemeindehaus, das städtebaulich deutlicher herausgeschält werden muss.

    Das Konzept setzt darauf, die vorhandenen Nutzungen zu halten und zu ergänzen. Dies gilt zunächst für die öffentlichen Nutzungen (Verwaltung, Bürgertreff etc.). Eine mögliche Umstrukturierung des Extra Marktes wird als Chance gesehen, einen Vollsortimenter und einen Discounter im Zentrum zu platzieren, um auch längerfristig die Nahversorgung sicher zu stellen. Im Zusammenhang mit diesen Projekten sollte versucht werden, Wohnungen im Obergeschoss anzusiedeln. Unter das Thema Anreichern fällt auch der Ausbau der Sportanlagen im Übergang zur Kulturlandschaft zu einem eigenständigen Schwerpunkt. Von strategischer Bedeutung ist das neue Wohnquartier im Osten des Planungsgebiets. Mit Wohnungen, zu einem erheblichen Teil in zwei- bzw. dreigeschossigen Stadthäusern trägt dieses Quartier wesentlich zur Stabilisierung des Einkaufsbereichs bei. Die zukünftigen Bewohner finden hier einen naturnahen Standort mit allen wichtigen Versorgungsangeboten.

    Thema: Vernetzen:
    Ein wichtiges Thema für die Stabilität des Zentrums ist die Einbindung in das regionale Wegenetz – dies gilt insbesondere für die Verknüpfung mit den regionalen Angeboten für Freizeit und Erholung. So werden die wichtigen Grünverbindungen aufgegriffen und ergänzt. Wichtige Verbindungen sind u.a. Anbindung an den historischen Ortskern und der Grünraum Kasterer See, die Verbindung nach Norden zur weiteren Kultur- und Freizeitlandschaft und die Anbindung der zentrumsnahen Wohngebiete.
    Rückgrat der städtebaulichen Aufwertung ist der Boulevard “St. Rochus Straße“ im Abschnitt zwischen Rathaus und Markt im Westen und Kirche und Bürgerzentrum im Osten.

    Thema: Gestalten:
    Die Erweiterung des Rathauses und das Medizinische Zentrum werden in unserem Konzept nicht notwendig alternativ gesehen. Um den Markt baulich zu fassen schlagen wir vor, sowohl die Westflanke zu bebauen, als auch den rückwärtigen Bereich zu entwickeln. Dort kann ein Rathaushof entstehen – der als begrünter Raum mit Stellplätzen durchaus Erschließungsfunktion übernehmen kann. Der Marktplatz wird von jeglicher Parkierung befreit, mit großformatigen Platten belegt. Der Straßenraum wird optisch in die Platzgestaltung einbezogen (gleiches Oberflächenmaterial, kleinere Formate). Die wichtigste Maßnahme ist jedoch, die neue Westwand des Platzes, die wesentlich zur Belebung des Stadtraums beitragen wird.
    Der weite Straßenraum erhält ein neues Profil: schmale Richtungsfahrbahnen mit angelagerten Radfahrstreifen, breite Gehwege und einen Mittelstreifen, der querenden Fußgängern als Stützpunkt dient und die Straßenbeleuchtung aufnehmen wird. Auf der Südseite stellt eine durchlaufende Baumreihe die Kontinuität her, auf der Nordseite wird ein Baumdach gepflanzt. Die Bäume werden in den Abendstunden von unten angestrahlt.
    Den östlichen Auftakt des Einkaufsbereichs bildet ein kleiner Platz, der zwischen Kirche und Bürgerzentrum aufgespannt wird. Mit dem kleinen Innenstadtpark (auf geologischen Bruchkante) steigert die Umfeldqualität für die benachbarten Wohnbereiche (Bestand und Neubaugebiet) und nimmt außerdem den Busterminal auf.

    Der modulare Aufbau des Konzepts bietet die Gewähr für eine schrittweise Realisierung. Es ist durchaus möglich, die Rathausnutzung zu ersetzen. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile möglicher Nutzungsvarianten kommen wir allerdings zu dem Ergebnis, dass eine nachhaltig positive Entwicklung des Zentrums Kaster ohne die Rahausnutzung nur schwer möglich sein dürfte.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.