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  • DE-72336 Balingen
  • 10/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-303232)

Gartenschau Balingen 2023


  • 4. Preis

    Rappenturmplatz

    Landschaftsarchitekten
    RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Stephan Lenzen

    Mitarbeit
    Sabelo Jeebe, Kristine Isahakyan, robin Schick

    In Zusammenarbeit mit:
    Visualisierer: LINDENKREUZ EGGERT | Bildermacherei & Utopografie, Dresden (DE)

    Preisgeld
    12.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit würdigt den Grundcharakter der Gewässer, Eyach, Steinach und Etzelbach und entwickelt daraus ihr städtebaulich räumliches Gesamtkonzept. Ausgehend von dem Multifunktionsplatz am Stadtgarten wird hier eine Straßenbrücke zu einer Fußgänger- und Radwegebrücke sinnvoll umgebildet. Das schafft einen gelunge-nen Übergang zwischen Stadteingang und Eyach. Hier beginnt auch ein aktiver Auftakt in den Stadtgarten mit intensiven Spielangeboten (Spielband) und dem Kontrast einer ruhigen Wiesenfläche in der Mitte mit grund-sätzlich hoher Aufenthaltsqualität.
    Ein Nebenweg führt über die Uferböschung zum Wasser. Dieser wirkt sehr starr und fremd gegenüber der weich ausgebildeten Uferkante und ist deshalb verzichtbar. Im südlichen Bereich des Parks führen alle Wege auf einen Punkt und erzeugen eine große Enge. Der Zwingerlesegarten ist direkt angebunden, die Belegung der Fläche ist jedoch unglücklich gewählt, das Potential seines ursprünglichen Charakters wird negiert. Der Zugang von der Eyach zum Zwingergarten führt zu erheblichen Substanzeingriffen in Zwingermauer und Turm.
    Die Wegeverbindung bis zum Zollernschloß ist schlüssig und unspektakulär. Im Kontrast dazu ist die gegenüber-liegende Uferpromenade bewusst intensiver gestaltet und schafft Aufenthaltsqualität durch maßvoll ausge-prägte Aussichtsbalkone sowie durch ein Spielband vor der neuen Wohnbebauung, mit verschiedenen Angebo-ten. Eine besondere Aufmerksamkeit erfährt der Eyachbogen am neuen Stadtarchiv. Das Gebäude wird selbst-bewusst ans Ufer gerückt und das Café baulich logisch integriert. Ein großzügiger Platz mit Sitzstufenanlage zum Wasser stärkt die Prominenz dieses Ortes, die Ausbildung der Stufenanlagen erscheint jedoch überdimen-sioniert. Ein barrierefreier Zugang zum Ufer wird gewährleistet. Die Brücke führt zu einem weiteren Aussichts-punkt mit Blick zum Schloß. Leider verringern die Parkplätze an dieser bedeutenden Stelle die Raumqualität.
    Der städtisch geprägte Raum mit verkehrsberuhigten Bereichen und Gestaltung des Viehmarktplatzes ist ge-lungen und bietet gute Orientierung, die Weiterführung erfolgt über den neuen Steg in Richtung Rappenturm. Hier wird die Zugänglichkeit zur Steinach über eine leider zu massive Stufenanlage geschaffen. Die historische Situation wird verunklärt (Position Rappenturm). An diesem Ort teilt sich die Wegeführung in eine mehr land-schaftlich ausgeprägte Verbindung nach Süden und eine mehr urban definierte Verbindung. Ein Weg entlang der historischen Stadtmauer verbindet gelungen den Rappenturm mit dem Zollernschloß und greift mit der neuen vorgelagerten Zwingermauer die historische Situation des Zwingers auf.
    Die Anbindung über den Etzelbach zur Stadthalle ist kraftlos und unverändert; die Gestaltung um den Fried-hofsvorplatz bietet keine ansprechende Lösung an.
    Das Gartenschaukonzept kann auf der räumlichen und konzeptionellen Idee der Daueranalgen aufbauen. Die einzelnen Angebote mit den zu gering eingezäunten Bereichen bedürfen einer weiteren inhaltlichen und flä-chenmäßigen Entwicklung.
    Insgesamt betrachtet bietet die Arbeit in Teilbereichen interessante Gestaltungsansätze an, verliert jedoch an Aussagekraft in der Gesamtkonzeption.
    Die errechneten Kosten liegen gut.