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  • CH-8001 Zürich, CH-8050 Zürich
  • 08/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-291070)

Quartierpark Areal Thurgauerstrasse in Zürich-Seebach


  • 3. Rang 3. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    sonstige Fachplaner: Alex Willener, Luzern (CH)
    sonstige Fachplaner: topos Marti & Müller AG, Zürich (CH)
    Architekten: bernath + widmer Architekten, Zürich (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf bezieht sich in seiner Organisation und dem Nutzungsangebot
    auf Vorbilder des Volksparks. Dementsprechend wird der Park visuell durch
    umlaufende Wege aus dem Umfeld herausgelöst. Statt weicher Grenzen zu
    den benachbarten Gärten in Form eines begrünten Rahmens trennen baumund
    heckenbegleitete Wege im Osten und Westen den privaten und den
    öffentlichen Raum. Im unteren Parkteil befindet sich die Spielwiese, welche
    sich prägnant in den Strassenraum der Thurgauerstrasse hineinschiebt. Der
    Abschluss ist nicht baulich gestaltet, sondern mit einer Böschung, in welcher
    kleine Sitzplätze integriert sind. Seitlich sind befestigte Vorzonen zur Schule
    und dem Hochhaus mit seinen öffentlichen Erdgeschossnutzungen vorgesehen,
    welche die Höhendifferenz zur Grubenackerstrasse mittels Rampen
    überwinden.
    Das Schützenhaus wird erhalten, jedoch etwas verkürzt und in einen Platz
    eingebunden. Eine prägende Bestandskastanie wird erhalten und durch
    Neupflanzungen zu einem Raster ergänzt. Damit wird die Fokussierung auf
    das Gebäude gemindert, der Ort vor allem durch das Baumdach definiert.
    Das Baumdach hilft zudem die unterschiedlichen Freiraumtypen der Inneren
    Promenade, der Strasse und der gerahmten Spielwiese wie ein Gelenk
    gestalterisch zusammenzubinden.
    Der obere Parkteil ist geprägt durch eine Grossrutsche, welche die Tradition
    der teils industriell geprägten Grossobjekte in den Parks von Oerlikon weiterführt.
    Die Konstruktion dient zugleich der Integration weiterer Spielangebote
    wie Schaukeln, Klettergerüste, etc. am Boden. Die weiteren Flächen zeigen
    eine Abfolge unterschiedlich grosser, von Bäumen gerahmter Parkräume mit
    vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.
    Das einfache Vegetationskonzept unterstreicht das klare Raumkonzept: Als
    Rahmen sind durchgehend Linden vorgesehen, der Platz des Schützenhauses
    wird mit Rosskastanien überstellt, die inneren Bereiche mit Parkbäumen
    wie beispielsweise Tulpenbäumen gestaltet. Entlang der Vorzone der Thurgauerstrasse
    sind lockere Gruppen aus Vogelkirschen vorgesehen. Die
    Höhenkuppe wird durch die Konstruktion des Holzturms von der Bedeutung
    als Aussichtspunkt befreit und soll so als ungestörte Magerwiese erhalten
    bzw. erweitert werden.
    Die Entwässerung wird mit unterirdischen Versickerungsanlagen am Hangfuss
    unter der Spielwiese vorgeschlagen.
    Für die Innere Promenade und die weitere Vorzone zur Thurgauerstrasse
    werden Elemente für die übergeordnete Gestaltung vorgeschlagen.
    Das Konzept des Volksparks wird im unteren Parkbereich mit der zentralen
    Volkswiese am öffentlichsten Ort konsequent begonnen. Die Nähe zur Schule,
    zu den angrenzenden Erdgeschossnutzungen und dem Schützenhaus
    stärken diese Position. Der Abschluss zwischen dem Böschungsfuss der
    Spielwiese und der Thurgauerstrasse und die Übergänge zum Umfeld sind in
    diesem Vorschlag jedoch noch nicht gelöst, die Höhendifferenzen sind zum
    Teil sehr gross, der erforderliche Ballfangzaun am Entrée nicht optimal. Weiter
    erscheinen die verbleibenden Zwischenräume zwischen den Gebäuden und
    der Spielwiese – bedingt durch die vorgegebenen Spielfeldmasse – gerade
    im unteren Bereich eher knapp und lassen in dieser Form Konflikte zwischen
    potentiellen Erdgeschossnutzungen (Gastronomie) und der geforderten Fussund
    Velowegverbindung erwarten. Die Befreiung des oberen Parkteils von
    der raumgreifenden Spielwiese bietet ein grosses Potenzial, die Ablösung von
    den Privatgärten durch geschnittene Hecken und Baumreihen erzeugt klare
    Ränder. Im Inneren schafft dieser Vorschlag jedoch eher zu viele, räumlich
    wenig eigenständige Kleinflächen und ein Wegenetz mit unklarer Hierarchie.
    Die Grossrutsche erscheint in der Betrachtung der Bauwerke in nahe gelegenen
    Parkanlagen der Umgebung konsequent und als weiterer Identitätsstifter
    neben der Volkswiese für den Park und das Quartier sehr interessant. Baurechtlich
    wäre ein solches Bauwerk zulässig, es ist aber fraglich, ob dies auch
    mit angemessenen Baukosten realisierbar ist.
    Summerdays spricht das Idyll des Volksparks an. Ein hoher Turm mit Rutsche
    bildet die Attraktion des Parks und das Schützenhaus als Café und Quartierhaus
    verkörpert Geschichte. Turm und Schützenhaus vermitteln gemeinsam
    neue und alte Identität des Parks.
    Auf mögliche Mitwirkungsmöglichkeiten in der Ausgestaltung des Parks
    oder dem Betrieb des Schützenhauses wird nicht eingegangen. Nutzungen
    werden in den südlichen Teil mit dem Sportfeld und dem nördlichen Teil als
    Volkspark mit Turm und kompakt angeordneten Spielbereichen unter dem
    Turm strukturiert. Das Schützenhaus mit der Ausrichtung auf beide Seiten ermöglicht
    den Anschluss an das Teilgebiet C und an die Grubenackerstrasse.