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  • 1. Preis

    Kernbereich Kurpark

    Landschaftsarchitekten
    k1 Landschaftsarchitekten - Kuhn Klapka GmbH, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Axel Klapka Catherine Kuhn und Katja Schneider

    Preisgeld
    21.340 EUR

    Erläuterungstext


    Leitidee
    Die beiden Parkanlagen werden aus ihren unterschiedlichen, historisch bedingten, Potentialen entwickelt und in ein antagonistisches Verhältnis zueinander gesetzt. Die jeweiligen Stärken, auf der einen Seite die historische Substanz, auf der anderen Seite die geschichtlichen Fragmente, werden inszeniert. Es entstehen ein gartenkulturell geprägter Kurpark mit modernen Anreicherungen und ein zeitgenössischer Goldsteinpark mit historischen Spuren. Die gestalterischen Eingriffe entlang der Sichtachsen verbinden die beiden Parkanlagen und schaffen gleichzeitig die Anbindung an die anliegenden Landschaftsräume.

    Gartenschau
    Als zentrale Bereiche der Landesgartenschau werden die Blütenwirbel, Blumentreppen und Blütenspuren entlang der Sichtachsen im Kur- und Goldsteinpark ausgebildet. Während im Kurpark eher die ruhigeren Schauflächen liegen, bietet der Goldsteinpark Raum für weitere, auch aktive Gartenschauthemen. Als geheimnisvolle Orte entstehen im Wald Flächen, die mit den Themen Wald und Kurpark assoziieren. Für die Nachnutzung werden die Schauflächen weitgehend zurückgebaut und hinterlassen ihre Spuren in der Modellierung der Landschaft.

    Kurpark
    Für die Gestaltung des Kurparks wird die Kulisse der historischen Parkanlage als Hintergrund
    der neuen, gartenkünstlerischen Eingriffe genutzt. Als neue Gestaltungsschicht erhält er moderne Variationen klassischer Gartenkunst-themen wie z.B. Rasenparterres und Heckenkabinette.

    Rasenparterre & Wasserkaskaden
    Die Rasenparterres bespielen die Sichtachse vom Kurhaus, über den Brunnen, bis zum Sprudelhof. Am Kurhaus werden als Auftakt die bestehenden Terrassen mit kaskadenartigen Wasserspielen aufgewertet. Eine geringfügige Relieffierung des Hanges setzt die Terrassen nach unten fort und fügt eine neue, formal freie, Form in den Park ein. Die Terrassierung nimmt dabei Bezug auf die klassischen Themen der Kaskaden und Parterres.

    Seerosengarten
    Der Bereich des Kleinen Teiches wird vergrößert und neu gefasst. Er vermittelt mit den Seerosenpflanzungen den Übergang zwischen Park und Gewässer.

    Farngarten
    Der Besucher soll sich im exotischen Farngarten auf Stegen durch einen Dschungel großblättriger Farne und anderen Schattengewächsen in eine andere Welt begeben.

    Goldsteinpark
    Der Goldsteinpark wird im Spannungsfeld zwischen dichten Waldflächen und offenen Wiesenflächen entwickelt. Eine klare, moderne Formensprache dokumentiert die Neuanlage mit den Ansprüchen der kommenden Nutzer. Die Spuren der früheren Parkanlage werden aufgenom-men und dokumentieren als historische Schicht die Geschichte des Ortes. Der bestehende Wald wird modifiziert und bildet die räumliche Fortsetzung der neuen Siedlung. Zwei Raumachsen, die große Wiese und die Sichtachse, gliedern die Parkanlage.

    Wald & „Geheimnisvolle Orte“
    Beim Flanieren durch den dichten Waldpark stößt der Besucher auf die geheimnisvollen Orte. Diese thematisieren z.B. mit dem Blätterdach die umgebende Landschaft oder nehmen mit dem Dampfbad Bezug auf den Kurbetrieb.

    Wiesen & Spuren
    Die große, offene Wiesenfläche steht im Kontrast zum dichten Wald. Sie wird geprägt von den wiederaufgespürten, historischen Wegen der früheren Parkanlage. Diese werden für die Gartenschau mit Pflanzflächen in Szene gesetzt, um dann in der Nachnutzung, je nach Intensität der Benutzung, wieder Geschichte zu werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht



    Die Leitidee beinhaltet zwei konzentrierte Gestaltungsräume im Siesmayer-Kurpark und Goldsteinpark.

    Die zentrale rückbaubare Lage der Gartenschauflächen im Kurpark ist ein besonders positiver Beitrag zur Entwicklung der Stadt bei gleichzeitigem sensiblem Umgang mit dem Parkpflegewerk. Die Dauerhaftigkeit ist gegeben, da die Reduzierung der so genannten Blütenwirbel den Kurpark auch nach der LGS nachhaltig aufwertet.

    Im Bereich Goldsteinpark wird der für die LGS vorgesehene Blumenflor später in Wiesenflächen umgewandelt und das aus städtebaulicher Sicht sehr gelungene Wegesystem bleibt erhalten. Der Übergang zur freien Landschaft ist durch die Streuobstwiesen gegeben. Diese bleiben auch erhalten. Hervorzuheben ist die Nutzung der Bahnunterführung Benekestraße.

    Im Kurpark erfolgt eine nachhaltige Qualitätssteigerung durch den Seerosengarten, den Farngarten zwischen Usa und Großem Teich und die Wasserkaskaden als moderne Akzentsetzung auf den Kurhausterrassen. Der Usa-Bereich südlich des Großen Teichs wird durch den Farngarten und die darin integrierte zusätzliche Usaplattform erschlossen. Ein Konflikt hierbei entsteht durch die gegenteilige Aussage der Erhaltung laut Denkmalpflege.

    Der Übergang Kurpark / Parkstraße wird betont, Durchblicke bleiben dabei erhalten. Die Parkstraßengestaltung im Sinne des Stadtverordnetenbeschlusses wird voll einbezogen.

    Die Anbindung der Stadt zum Goldsteinpark ist durch Nutzung des südlichen Tunnels und des tiefer gelegten Aufstiegshofes mit Rampen nicht ausreichend dargestellt. Die Anbindung des Goldsteinparks an das Wohngebiet ist städtebaulich gut gelöst durch Weiterführung von Wegen aus dem Wohngebiet heraus in den Park. Der Wechsel zwischen offenen und dichten Bereichen ermöglicht eine gute Raumausbildung des Parks mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten, auch für die Zeit nach der LGS Waldbühne, Aussichtspavillon, Picknickwiese, Waldspielplatz.

    Die zentralen Bereiche der LGS sind überwiegend im Kurpark als Blütenwirbel, Heckenkabinette und Seerosengarten angesiedelt. Auch im Goldsteinpark sind die Gartenschauelemente Blütenspuren entlang der historischen Wege sowie der zentralen Achse (Wasserturm Goldstein-Nizzarondell) zentral angeordnet, die nach dem späteren Rückbau als Rasenflächen erhalten bleiben.

    Die Anbindung des Großen Teichs durch eine Plattform zur Usa im Bereich Farngarten ist gelungen.

    Der Kurpark ist konzeptionell vorwiegend für mittlere bis ältere Menschen vorgesehen, der Goldsteinpark für Touristen, Jugendliche und Kinder. Beide sind auch nach der LGS nutzbar.

    Der Umgang mit dem Baumbestand erfolgt sensibel im Siesmayer-Kurpark. Im Goldsteinpark erfolgen Auslichtungen im Bereich der zentralen Achse, Aufweitung der vorhandenen Lichtung im Norden und Auslichtungen im Übergang zur neuen Wohnbebauung. Die Ufergestaltung am Großen Teich ist aus ökologischer Sicht problematisch.

    Die Rampen an der Bahnunterführung zum Goldsteinpark hin ermöglichen Behinderten die Benutzung des gesamten Geländes.

    Die Arbeit liegt im Kostenrahmen, damit ist die Wirtschaftlichkeit der Konzeption gegeben. Nach Rückbau des Wechselflors entsteht ein etwas größerer Pflegeaufwand als im Bestand.

    Die Wegeführung im denkmalgeschützten Kurpark bleibt im Sinne der Denkmalpflege erhalten. Die städtebauliche Anbindung im Goldsteinpark an das Neubaugebiet Goldstein ist schlüssig. Der Baumbestand im Kurpark bleibt weitgehend erhalten. Die Planung steht denkmalgerechter Pflege des Parks nicht entgegen. Die Verknüpfung von Alt und Neu im Kurpark durch die Wasserkaskaden auf den Kurhausterrassen, Seerosengarten und Farngarten sind positiv zu bewerten.

    Insgesamt ist die Planung für die Durchführung der LGS gut geeignet. Besonders hervorzuheben ist die Einbeziehung der Salinen und des Bauhofes des Staatsbades als Blumenhalle, Gärtnermarkt und Café. Dieser Komplex ist eine eindeutige infrastrukturelle Verbesserung für das nahe gelegene Wohngebiet Goldstein.

    Das Café ist hier besonders für die jungen Eltern mit Kleinkindern ohne Querung gefährlicher Straßen zu erreichen und bietet Ruhemöglichkeiten nach dem Einkauf in der Stadt. Der Wettbewerbsbeitrag entwickelt eine auf den Ort bezogene LGS.