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  • DE Lörrach
  • 12/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-9067)

Campus Rosenfels


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Kristian Ritzmann Nicole Ptak

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: AV1 Architekten GmbH Dujmovic Schanné Urig, Kaiserslautern (DE), Berlin (DE), Münster (DE)

    Erläuterungstext
    Übergeordnetes Ziel des Entwurfes ist es, einen neuen homogenen erlebbaren Campus mit durchgängiger Gestaltung zu schaffen. Innerhalb dieses Campus entwickelt sich das neue Schulhaus synergetisch aus dem Bestehenden und setzt es selbstbewusst an der Baumgartnerstrasse in eine starke visuelle Präsenz zur Stadt Lörrach.
    Ausgehend von diesen Ansätzen arbeitet der Entwurf mit folgenden

    Themen:

    Freiraum

    Der neue Campus erhält seine Prägnanz mittels einer durchgängigen Formensprache, die sich durch klare und einfache Gestaltungselemente auszeichnet. Der gesamte Campus einschließlich des Boulevards (Baumgartnerstraße) wird mit eingefärbtem Asphalt hervorgehoben, zusammengefasst. Die Baumgartnerstrasse erhält zwei Eingangspunkte mit durchgehendem Belag (Übergang zum Rosenfelspark und zur Villa Aichele), die eine bewusste Eingangssituation schaffen. Die einzelnen Aufenthaltsbereiche der Schulhöfe sind als wassergebundene Decke ausgebildet. Alle Höfe erhalten ihren eigenen Charakter durch unterschiedliche Themensprache des Mobiliars und werden durch die jeweilige Baumart (Gleditsie, Ahorn, Platane und Schnurbaum) differenziert.

    Boulevard

    Die Baumgartnerstraße erfüllt mit einer prägnanten Baumreihe die Funktion der Grünverbindung zwischen dem Rosenfelspark, der Villa Aichele und der Basler Strasse. Der Boulevard erfüllt somit zwei Funktionen und stellt einerseits die Grünverbindung und andererseits die Erschließung und Verbindung der beiden Campusteile her. Die Baumreihe innerhalb des durchgängigen Streifens mit wassergebundener Decke sorgt für Zonierung und erhöhter Aufenthaltsqualität. Durch gestreute Bäume im Bereich Koechlinstraße und Stettengasse wird der Campus mit dem Rosenfelspark verbunden, ohne einen fließenden Eindruck zu erzeugen und die Funktionalität des Campus zu beeinträchtigen. Die Rahmung des Bildungsquartiers wird zusätzlich durch eine Baumreihe in der Schützenstraße, zwischen Hans-Thoma-Gymnasium und dem Sportplatz und der Schillerstraße erreicht.

    Erschließung

    Die Baumgartnerstrasse wird im gesamten Bereich von Brühlstraße bis Rosenfelspark verkehrsberuhigt. Der Abschnitt Brühlstraße bis Kreuzstraße wird in Zukunft nur noch dem Stadtbus-, Anlieger-, Kunden-, und Lieferverkehr zur Verfügung stehen. Der Abschnitt Kreuzstraße bis Rosenfelspark wird dem Schulbus, den Anliegern, sowie den Schülern mit Mofa oder Velo zugänglich sein. Gestalterisch wird dies durch eine ebenfalls chaussierte Fläche unter den Baumsetzungen untermauert. Die Ausgestaltung der Baumgartnerstraße findet von Fassade zu Fassade statt, es gibt keine Niveauunterschiede zwischen Fußweg und Fahrbahn. Die bestehende Grünfläche Brühlstraße Ecke Baumgartnerstraße wird mit in das Gestaltungsprinzip des neuen Campus/Bildungsquartiers mit einbezogen um eine bewusste Eingangssituation zu schaffen. Der so neu geschaffene stadtplatzähnliche Freiraum beruhigt durch die räumliche Ausweitung die verkehrliche Situation, dient als Ausgangspunkt für die Querung der Bahngleise und stellt Verbindung zur Innenstadt her.


    Einbindung in den Stadtraum

    Aufgrund der gewünschten klaren organisatorischen Zuordnung zum Hebelgymnasium und die Einbindung des angrenzenden Rosenfelsparks orientiert sich das Schulhaus zur Baumgartnerstrasse und definiert, zum vorhandenen Stadtraum einen eindeutigen Abschluss der „Campusstrasse“. Der dadurch entstehende Schulhof zwischen Alt- und Neubau öffnet sich nach Osten und geht fließend in den Park über.
    Der Eingang orientiert sich aufgrund seiner öffentlichen Zugänglichkeit am Wegenetz Baumgartnerstrasse und Koechlinstrasse. Das Foyer empfängt als heller großvolumiger Vertikalraum die Schüler und dient als zusätzlichen Pausenbereich mit direkter Zuordnung zum Innenhof. Der Altbau des Hebelgymnasiums wird durch den Neubau ergänzt, der lediglich punktuell an den Bestand anknüpft und sich somit als eigenständiger Baukörper präsentiert. Verbindungsstege schließen direkt an die Flure des Hebelgymnasiums an, so dass sich die horizontale Erschließung im Neubau fortsetzt.

    Architektur und Gestalt

    Dem Inhalt und der Bedeutung entsprechend entwickelt sich die architektonische Gestalt im Wesentlichen aus den funktionalen Anforderungen. Innerhalb dieser Struktur bilden die einzelnen Funktionsbereiche in sich abgeschlossene Raummodule. Der Grundriss organisiert sich horizontal, sodass jede Funktion seinen eigenen Hausabschnitt erhält.
    Der Musikbereich, als Klangkörper im Haus definiert, erzeugt für das musizieren mehr die gewünschte Abgeschlossenheit mit Öffnungen als Inszenierung indirekten Lichteinfalls und gerahmter Ausblicke. Andererseits vermittelt der Kunstbereich, als Atelier die Offenheit mit viel natürlichem Licht und orientiert sich deshalb zum Park mit geschoßhohen, großzügigen Öffnungen, die gleichzeitig als Landschaftsspiegel fungieren. Der Mehrzwecksaal dient als neutraler Filter zwischen den beiden Funktionsbereichen. Die gegliederte Bauform steht im Dialog mit dem Umfeld, die zum einen das Volumen der Schulbauten sowie die kleinteilige Wohnbebauung aufnimmt.
    Der Mehrzecksaal
    Der Mehrzwecksaal ist als Instrument für flexible Szenarien zu bespielen. Neben temporäre Events dient er auch als pädagogisches Zentrum im Rahmen der Ganztagsschule. Über großzügige Öffnungen ist die Innen- und Außenbeziehung zwischen Saal- und Hofraum möglich. Sein Fokus ist auf die Bühne als Bildkasten gerichtet. Die transparenten Fassaden aus Glas sind entsprechend ihrer Lage als Stadt- und Landschaftsspiegel zu verstehen. Überraschende, subtile Raumerlebnisse entstehen.

    Ökologie und Haus

    Einfache geometrische und materialgerechte Konstruktionen unter ökologischer und ökonomischer Verarbeitungsweisen tragen dem Anspruch zeitgemäßer Architektur Rechnung. Die Dachbegrünung zur Verbesserung des Kleinklimas reagiert mit seiner Farbigkeit auf die innere Funktion. Der baukonstruktiv einfache Wandaufbau mit einer hinterlüfteten Fassade aus Betonfertigteilen ist sehr hoch gedämmt. Die in die massive Betonkonstruktion integrierte Bauteilaktivierung und ein unter der Bodenplatte in die Sauberkeitsschicht eingelegter Erdkollektor sorgen für eine Optimierung des Klimas durch Kühlung im Sommer und Beheizung im Winter. Die Betonmassen der Tragkonstruktion der Wände und Decken dienen hierbei als Klimapuffer, sie speichern die Wärme und geben sie zeitversetzt wieder ab. Sonnenkollektoren erwärmen das für die Waschräume notwendige Brauchwasser ohne fossile Brennstoffe zu verbrennen.

    Material und Konstruktion

    Prägend für die Gestalt ist der Einsatz der aus dem Ort abgeleiteten Materialien Glas sowie Beton und ihrer transformierten Verfeinerung. Massive Betonscheiben, welche die Effizienz des Werkstoffs Beton ausnutzen, bilden als vertikale, geschoßhohe Wandträger das Tragwerk und gleichzeitig die Raumstruktur.
    Sämtliche Wand- und Deckenflächen der Musiksäle sind mit Platten aus Birkensperrholz und integrierten Absorptionsflächen bekleidet und ergeben zusammen mit dem hellen Ahorn-Parkett einen einheitlichen Raumeindruck. Die Kunstsäle sind in Weiß gehalten. Überraschende und atmosphärisch dichte Raumerlebnisse entstehen, verstärkt durch die Inszenierung des Betontragwerks im Mehrzwecksaal mit der Freilegung der Struktur. Durch die Beleuchtung werden diese Erlebnisse zu tages- und jahreszeitlich wechselnden Phänomen, das die Beziehung Architektur und Inhalt, Innen- und Außenraum auf vielfältige Art intensiviert.

    Identität

    In einer durch Zweckrationalität bestimmter Umwelt müssen Gebäude in erster Linie vom Sinngehalt der Aufgabe bestimmt sein. Das Wesen der Thematik soll sich widerspiegeln in der Art, wie Situationen zum Lehren geschaffen werden. Offene und introvertierte Räume wechselnde Bezüge von Innen- und Außenraum, sowie lebendige und vielseitige nutzbare Vor- und Zwischenzonen bestimmen die Raumqualität und die Identifizierung der Besucher mit dem Schulhaus.
    Als Ganzes reagiert das Projekt für den Campus Rosenfels mit räumlicher Vernetzung auf den Genius Loci und das Thema der gestellten Aufgabe.


    Wettbewerb „Campus Rosenfels“ Stadt Lörrach 15 23 64







    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.