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  • DE-10707 Berlin
  • 11/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-303644)

Entwurf einer modularen Grundschule (4-zügig) mit modularer Sporthalle


  • 1. Preis Zuschlag

    © Bruno Fioretti Marquez Architekten

    Landschaftsarchitekten
    Atelier LOIDL, Berlin (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Martin Schmitz

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin (DE)
    Tragwerksplaner: PICHLER Ingenieure GmbH, Berlin (DE)
    TGA-Fachplaner: WINTER Beratende Ingenieure für Gebäudetechnik, Düsseldorf (DE), Hamburg (DE), Berlin (DE)

    Preisgeld
    250.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen einen Baukörper vor, der sich in drei Richtungen um eine zentrale Erschließung entwickelt. Diese Anordnung schafft innerhalb der Schule kurze und klare Wege für Schüler und Lehrer und gleich¬zeitig gute Belichtung für alle erforderlichen Räume innerhalb eines kompakten Baukörpers.

    Der durch diese Organisationsform entstandene Baukörper generiert kurze Fassaden, die angenehm kleinteilig, aber dennoch großstädtisch wirken und einer Grundschule angemessen sind.

    Gleichzeitig schafft die Grundrissfigur es, im Zusammenspiel mit der Sporthalle und der Umgebung, eine überzeugende Antwort auf den jeweiligen städtebaulichen Kontext zu geben und erzielt viel Raum für den Schulhof.

    Die Verfasser schlagen sinnvollerweise vor, das Material der Brüstungselemente jeweils der Umgebung anzupassen.

    So vielschichtig die gestalterische und städtebauliche Wirkungsweise des Baukörpers an dem jeweiligen Ort ist, so radikal klar, einfach und völlig gleich ist das Konstruktionsprinzip bei allen Schulen.

    Schlanke, immer gleich große (aber statisch optimierte) Stahl/BetonVerbundstützen im Raster von 8,25 m aufgestellt, tragen Halbfertigteil-Flachdeckenelemente. Durch diese einfache und in allen Belangen den Erfordernissen des Brandschutzes genügende Konstruktion ist es möglich, einen konsequenten, formal hochwertigen und preiswerten Innenausbau modular möglich zu machen. Alle vorgeschlagenen Materialien wirken stimmig, bescheiden und angenehm.

    In der Organisation der Obergeschossgrundrisse überzeugt vor allem, dass die den Klassenzimmern vorgelagerten Foren (ein inhaltlich wesentlicher Unterschied zu Schulen älteren Typus) einen direkten Aussenkontakt haben und dadurch angenehme Aufenthaltsqualitäten garantieren. Die Compartments müssen allerdings so überarbeitet werden, dass die Kriterien des Brandschutzes ohne Bypass-Lösungen auskommen können. Die Lage der Ruheräume im Inneren des Gebäudes muss ebenfalls überdacht werden. Das Erdgeschoss ist gut organisiert, wünschen würde man sich noch eine bessere Zusammenschaltbarkeit von Mehrzweckraum und Mensa für größere Veranstaltungen.

    Der Entwurf erfüllt die Kriterien der Inklusion und der Barrierefreiheit.
    Über die Modularität der Baukonstruktion hinaus, bieten die Verfasser interessante Vorschläge für die Außenanlagen, die in ähnlicher Weise erlauben, mit gleichen, klar zu Aufgaben zugeordneten Elementen die Außenanlagen so zu gestalten, dass sie der jeweiligen Situation gerecht werden.

    Das Konzept der Sporthallen folgt derselben Logik wie der Schulbaukörper, sowohl was den modularen Aufbau als auch die Gestaltung betrifft. Dadurch entsteht eine überzeugende Verbindung mit dem durchaus großen Volumen der Doppelsporthallen.
    Die Arbeit liegt im unteren Mittel der Kostenskala.

    Zusammenfassend leistet der Entwurf einen hervorragenden Beitrag zum Thema modulare Grundschule und ist organisatorisch, städtebaulich und architektonisch gelungen.