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  • DE-70839 Gerlingen
  • 01/2017
  • Ergebnis
  • (ID 2-234621)

Entwicklung des Baugebiets Bruhweg II


  • 1. Preis

    Perspektive 1, © © Alkewitz Landschaftsarchitekten

    Landschaftsarchitekten
    Alkewitz Landschaftsarchitekten, Erfurt (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Werner Alkewitz

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: DNR Daab Nordheim Reutler PartGmbB | Architekten, Stadt- und Umweltplaner, Leipzig (DE)

    Preisgeld
    40.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Idee der Verfasser, den verbindenden Grünraum zwischen dem Wohngebiet Bruhweg I und der freien Landschaft beidseitig mit Wohngebäuden zu begleiten, wird im Preisgericht als positiver Beitrag gewürdigt. Gelingt es doch auf diese Weise, beide Seiten des Parks zu beleben. Die sich spannungsvoll öffnende und schließende räumliche Figur des zentralen Freiraums wird durch die konsequent gesetzten Baukörper sehr gut unterstützt. Im Ergebnis entsteht ein gut geschnittener Park, der den zukünftigen Bewohnern und Beschäftigten ein attraktives Angebot für Spiel, Aufenthalt und Erholung vorhält und Besuchern offen steht, was durch die ausschwingende Raumkante an der Südspitze des Areals unterstrichen wird.

    Die luftige Randbebauung wird so weit zusammengeschoben, dass – von außen – eine angemessene Kante für den Park entsteht und – von innen – eine Membran, die auch für die Wohnungen in der Tiefe des Quartiers eine Blickbeziehung zum zentralen Grün offen hält.

    So gut es auf der einen Seite ist, beide Seiten des Parks mit Wohnungen zu besetzen, so kritisch muss das Urteil über die Wohnbebauung im Osten ausfallen. Die hier teilweise angebotenen zweigeschossigen Reihenhäuser stellen noch keine angemessene Antwort dar. Hier wäre eine Reihe kräftiger Gebäude die bessere Antwort auf das gut gelungene Gegenüber.

    Der notwendige Lärmschutz gegen die stark befahrene Ditzinger Straße wird durch gut dimensionierte Wohnhöfe überzeugend gelöst. Jeder der Höfe bietet eine Mischung unterschiedlichen Wohntypologien an. Auf diese Weise wird der heute gewünschten sozialen Vielfalt auf selbstverständliche Weise Raum gegeben. Die frei gehaltenen Zwischenräume der Höfe stellen Sichtverbindungen in die Weite der Landschaft her, die dem Genius Loci, der Besonderheit des Ortes, hervorragend Rechnung tragen.

    Der Idee, das nordwestliche Wohnquartier über drei Stichstraßen von der Ditzinger Straße aus zu erschließen, vermag das Preisgericht indes nicht zu folgen, da hier aufgrund der sehr hohen Verkehrslast ein Vollanschluss, möglichst mit einem Verkehrskreisel, zwingend gefordert ist. Eine Realisierung des Projekts setzt folglich die Lösung dieser Fragestellung voraus.

    Die Anbindung des südöstlichen Quartiers über eine bügelförmig geführte Straße erscheint hingegen als sehr brauchbarer Vorschlag. Das geforderte Parkhaus ist gut platziert. Der ergänzend angebotene Nahversorger hängt am vorgeschlagenen Standort „in der Luft“ und wird eigentlich nicht benötigt. Die vorgeschlagenen Büro- und Gewerbestrukturen sind in der dargestellten Form sehr gut vorstellbar.

    Das Preisgericht lobt diesen prägnanten städtebaulichen Entwurf, der mit seiner realistischen Körnung die Stimmung des Ortes trifft und eine insgesamt wie in den Teilquartieren sehr schöne städtebauliche Figuration anbietet: Städtebau und sozialer Gebrauchswert sind souverän ausbalanciert; dies gilt für den realisierten Gesamtentwurf wie für die vorgeschlagenen Realisierungsstufen. Getrübt wird der hervorragende Eindruck des Beitrags durch die noch nicht gelöste Erschließung von Westen und die etwas zu kleinteilige Wohnbebauung an der Ostkante des Parks.