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  • AT-6922 Wolfurt
  • 11/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-323699)

QER – Quartiersentwicklung Rickenbach in Wolfurt (Bauphase 1)


  • 1. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich (CH) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Bernardo Bader Architekten, Bregenz (AT)
    Tragwerksplaner: merz kley partner, Dornbirn (AT), Altenrhein (CH)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Projektverfasser erschließt das Planungsgebiet, wie angedacht vom Kellerweg und der Rickenbacherstraße von der Zufahrt zum Rickenweg. Nach Umlegung der Rickenbacherstraße ergibt sich die angedachte, räumliche gefasste Platzbildung zwischen dem erhaltenen, historischen Bestand und dem Ersatzbau für das abgebrochene Gunzhaus. Südlich davon werden fünf orthogonal, leicht versetzte Gebäude sowohl westlich als auch östlich des nun frei verlaufenden Rickenbaches derart platziert, dass Sichtachsen von West nach Ost freibleiben, die den Ort gänzlich bzw. teilweise offenhalten und durch ein Wegenetz von Norden nach Süden ergänzt werden. Als räumliche Ergänzung zum Technikerturm und zur Lehrwerkstätte begrenzen dialoghaft zwei markante Bauten - die Werkhalle im Westen sowie das fünfgeschossige, punktuelle Wohnhaus im Osten - den Ort im umgebenden Baubestand und unverbauten Landschaftsraums.

    Aus der Setzung der Gesamtmaßnahme ergibt sich ein ruhiger, gelassener Ort im Grünraum, ohne dass die gezielt angedachte Orthogonalität zum Rickenbach stereotyp bzw. künstlich erscheint. Im Zusammenwirken mit dem historischen Baubestand entsteht eine Situation, die sowohl den sozialkulturellen, historischen Hintergrund zu transportieren vermag, als auch die thematische Neubelegung logisch und natürlich erscheinen lässt.

    Die Volumina sowie die Bauhöhe der Wohn- und Gewerbebauten verbleibt im Körper und der Silhouette der baulichen Umgebung, ebenso ist die strukturelle und formale Differenzierung der Werkhalle sowie die fünfgeschossige Sonderform des im östlichen Hangfuß gestellten Wohnhauses durchaus nachvollziehbar.

    Insgesamt zeigt das Projekt auf, dass der Ort mit einfacher und zurückhaltender Maßnahmen qualitätsvoll und transformierend weiter entwickelt werden kann und ein harmonischer Dialog zwischen historischem Bestand und Neubesetzung entsteht. Ein wesentlicher Beitrag zum Verfahren.

    Empfehlungen für die weitere Bearbeitung des Projektes 11

    Bei den Wegführungen von West nach Ost sollte die Möglichkeit geschaffen werden, teilweise auch außen an den Gebäuden vorbeizugehen. Die innere Querung könnte für den Bedarfsfall verbleiben und ist für die Bedienung der Gewerbeflächen auch erforderlich. In diesem Zusammenhang ist auch eine Vergrößerung der befestigten, öffentlichen Flächen denkbar bzw. im Zusammenhang mit diesen erforderlich.

    Die Gehverbindungen von West nach Ost könnten partiell im Norden der Werkhalle verstärkt werden. Die Weiterführung des Weges vom abschließenden Wohnhaus im Osten, aber auch von dort in Richtung Doppelmayrplatz, ist zu entwickeln.

    Die Gewerbe-Wohnbauten könnten aus Sicht der Jury durchaus auch alternativ als massive Gebäude angedacht werden, ohne dass dadurch ein gewisser dörflicher Habitus verloren geht. Die Materialisierung der Außenfassade ist in der Vorentwurfsphase gemeinsam mit dem Bauherrn zu entwickeln. Bei den Wohnungsbauten sind Alternativen bei der Orientierung und Erschließung zu untersuchen.