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  • DE-76344 Eggenstein-Leopoldshafen
  • 12/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-301017)

Neubau Laborgebäude IKFT KIT Campus Nord


  • ein 3. Preis

    Blick auf den Eingangsbereich, © Sacker Architekten, faktorgruen

    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Schedlbauer

    Mitarbeit
    Ricardo Patings, Danilo Meixner, Michał Herl

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Sacker Architekten GmbH, Freiburg im Breisgau (DE)

    Preisgeld
    50.000 EUR

    Erläuterungstext
    CampusPark | Casinoplatz | Promenade

    Der Generalbebauungsplan des Architekten Erich Schelling wird beibehalten und durch die Neugestaltung langfristig gestärkt. Das Hauptmerkmal des neuen Konzeptes ist die zentrale, von Nord nach Süd verlaufende, Grünachse mit der Integration der bestehenden Grünstrukturen und des Baumbestandes. Dieser „CampusPark“ bildet die neue qualitätsvolle grüne Mitte des Campus und verleiht diesem seinen einzigartigen Charakter. Neue Platzsituationen gliedern den zentralen Park und erzeugen urbane Aufenthaltsräume für die Beschäftigten und seine Besucher. Um den Parkcharakter zu unterstreichen wird ein Rückbau der überdimensionierten Erschließungsflächen vorgeschlagen. Hierdurch können neue Flächen für eine grüne Gestaltung und Räume für Aufenthaltsmöglicheiten generiert werden. Die motorisierte Erschließung des CampusParks ist weiterhin gewährleistet.

    Der Entréeplatz bildet den Auftakt in den Campus und fungiert als Eingang zum CampusPark. Die bestehenden Grünstrukturen können hier beibehalten und durch kleinere Interventionen, wie z.B. neue Wege und Aufenthaltsmöglichkeiten, aufgewertet werden. Nördlich des Entréeplatzes entsteht der „Casinoplatz“ als Drehscheibe zu den urbanen Promenaden, die in östlicher und westlicher Himmelsrichtung verlaufen. Diese Promenaden stellen eine optimale Erschließung der einzelnen Institutsgebäude her. Der Casinoplatz wird durch erhöhte Pflanzbeete mit Baumsetzungen geschmückt und bilden das Herz des südlichen Campus. Hierbei wird eine Überpflasterung der Fahrbahn wird vorgeschlagen, um eine einheitliche und schlichte Gestaltung zu erzeugen.

    Freiräume des IKFT

    Das neue Laborgebäude des IKFT wird direkt über eine kleine Platzfläche an die Promenade angeschlossen. Eine große Sitzbank am Haupteingang bildet den Auftakt in das neue Gebäude.

    Insgesamt entstehen im Hof des Grundstückes etwa 20 Stellplätze, die für Besucher und Besucherinnen, sowie für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur Verfügung stehen. Die Anbindung der Parkplätze kann über die Promenade und die westlich auf dem Grundstück gelegene Erschließungsstraße fungieren. Langfristig ist jedoch eine Erschließung über der neugeplanten Erschließungsachse südlich des Grundstücks vorgesehen.

    Durch die transparente Ausgestaltung des Neubaus, in Form zweier Innenhöfe, entstehen auch innerhalb der Gebäudestruktur qualitätsvolle Freiräume. Diese beiden Innenhöfe, jeder mit seinem eigenen Charakter, erzeugen neue Rückzugs- und Kommunikationsorte für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des IKFT. Im Erdgeschoss sind, durch den direkten Erdanschluss, größere Baumpflanzungen möglich. Darüber hinaus wird der Hof mit einem ruhigen Rasenteppich und mehreren schlichten Sitzelementen ausgestattet, die den offenen und zurückhaltenden Charakter des Hofes stärken.
    Im westlichen Hof, auf dem Dach des Seminarraumes gelegen, ist eine kleinteiligere Gestaltung des Grünraumes vorgesehen. Die Pflanzstreifen, teilweise mit Sitzbänken und einzelnen Sträuchern begleitet, gliedern den Raum und erzeugen Aufenthaltsorte im Grünen. Die Oberlichter des Seminarraumes werden in diese Gestaltung integriert.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das städtebauliche Konzept für das neue Entree zum Campus sieht einen riegelförmigen Baukörper westlich des Baufeldes für das IKFT vor, der nach Einschätzung der Jury auch notwendig ist. Die angedeutete Platzgestaltung zwischen Mensa und neuem Empfangsgebäude kann verkehrstechnisch und gestalterisch noch nicht überzeugen.

    Das Gebäudekonzept für den Neubau des IKFT ist baukörperlich und strukturell ein guter Beitrag. Die konsequente Trennung von Hauptbau und Technikum in zwei Baukörper ermöglicht eine klare Typologie für das viergeschossige Institutsgebäude. Die Trennung in 2 Bauabschnitte ist aufgrund der Gebäudestruktur, die sich um zwei Höfe herum entwickelt, problemlos realisierbar.
    Der Hauptzugang liegt logisch aus dem gesamt Konzept hergeleitet an der Nordseite. Die Umfahrung des gesamten Hauses für die Anlieferung erscheint übertrieben und könnte zugunsten einer innenräumlichen Anbindung des Technikums entfallen.

    Die innere Erschließungsstruktur mit Treppenhäusern in allen 4 Gebäudeecken und zwei zusätzlichen offenen Treppen an den gut dimensionierten Innenhöfen ist funktional und atmosphärisch ein guter Beitrag für ein zukunftsfähiges Institutsgebäude. Die Flure und informellen Kommunikationszonen sind gut mit Tageslicht versorgt.
    Die Seminarbereiche liegen zentral gegenüber dem Haupteingang, sind aber lediglich von oben belichtet. Im Foyer würde man sich noch eine bessere optische Verbindung zum Lichthof wünschen. der Vorbereich am Lastenaufzug ist zu eng.

    Die Laborbereiche sind gut dimensioniert und funktional gegliedert, wobei die Schächte besser stirnseitig liegen würden. infolge der zwischen den beiden Laborspangen angeordneten Büros entsteht hier ein Durchgangsverkehr, der nicht in allen Bürobereichen erwünscht ist.

    Die Lage der Technikflächen im Untergeschoss ist wirtschaftlich nicht optimal, begünstigt aber das klare äußere Erscheinungsbild.

    Die Fassadengestaltung und Gliederung erscheint in Materialität und Proportion angemessen und gut gelöst. Die zurückhaltende Plastizität der Rahmenelemente ergibt mit den großflächigen Fensterverglasungen ein hochwertiges optisches Erscheinungsbild. Insgesamt ein gelungener Entwurf, dem vielleicht noch die wünschenswerte zukunftsweisende Flexibilität im Laborbereich fehlt.


INFO-BOX

Angelegt am 07.01.2019, 14:24
Zuletzt aktualisiert 12.02.2019, 14:15
Beitrags-ID 4-167744
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