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  • DE-70191 Stuttgart, DE-70372 Stuttgart
  • 11/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-325811)

Baufeld Q9 NeckarPark Stuttgart


  • 1. Preis

    Perspektive, © h4a Architekten

    Architekten
    h4a Gessert + Randecker Architekten | h4a Gessert + Randecker + Legner Architekten, Stuttgart (DE), München (DE), Düsseldorf (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Gessert , Albrecht Randecker , Andreas Nies

    Mitarbeit
    Vuong Khoa Tran, Patrick Sandner, Leonard Beltramo, David Klug, JiaBei He, Monja Dürrwächter, Kim Garten

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: bäuerle landschaftsarchitektur + stadtplanung, Stuttgart (DE)
    Brandschutzplaner: LWKONZEPT, Stuttgart (DE)
    Modellbauer: Architekturmodelle Degen Modellbau, Esslingen (DE), Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Baufeld wird in zwei Baukörper gegliedert, die sich überzeugend in die ausformulierte städtebauliche Struktur einfügen. Die gebogene, halböffentliche Durchwegung leitet die Fußgänger dynamisch und selbstverständlich nach Nordosten zum Zentrum des Quartiers mit Altem Zollamt, Stadtarchiv und Bildungsquartier. Belebt wird die Durchwegung, indem sie gleichzeitig die Zugänge zu Hotel, Fitnessstudio und Studentenapartments bildet. Sonderbauten verteilen sich sinnfällig raumgliedernd. Teilweise entstehen in sich geschlossene spannungsreiche Teilräume mit ansprechend grünem Charakter, wenngleich die Qualität der Übergänge kritisch diskutiert und ihre Dichte und das damit verbundene “Verstellen“ des Raumes kritisch bewertet werden. Die Solitäre sind städtebaulich begründet, hinterfragt wird aber, ob die belebende Wirkung dieser Elemente dauerhaft gewährleistet werden kann oder nicht eine Großzügigkeit des Raums zu bevorzugen wäre. Zu allen öffentlichen Straßenräumen und insbesondere zur grünen Mitte sind publikumswirksame Nutzungen vorgesehen, die auf den Stadtraum positiv ausstrahlen. Während der westliche kleinere Block für die Büronutzung vorgesehen ist, dient der großzügig dimensionierte und gut belichtete Block mit Grünraum im Osten der Wohnnutzung. Die Büroflächen sind flexibel nutzbar als Großraumbüro oder Einzelbüros mit Multifunktionsflächen in der Mitte. Die Wohnungen sind gut adressbildend überwiegend als Drei-Spänner zum Berta- Talheimer-Weg und zur Grünen Mitte orientiert mit klaren Grundrissen und guter Belichtungssitaution. Die Studentenapartments liegen an der Fuge zur Durchwegung, in Teilbereichen ist die Belichtung in der Fuge schwierig. Die Ziegelfassade ist klar strukturiert, die Materialität fügt sich gut ein. Sie wirkt allerdings ein wenig gleichförmig und lässt die unterschiedlichen Nutzungen nicht zu Tage treten. Das Zusammenspiel zwischen Begrünung und Fassade gelingt noch nicht in überzeugendem Maß. Die Kompaktheit der Baukörper erscheint bei einem A/V-Verhältnis von 0,28 noch verbesserungswürdig. Der Anteil der Verglasung an den Fassaden erscheint angemessen und ist aus energetischer Sicht nur punktuell zu hinterfragen. Einzelne Bereiche im Erdgeschoss sind nicht natürlich belüftet und belichtet. Die verglasten Pfosten-Riegel-Fassaden im EG sind mit außen liegendem Sonnenschutz geplant. Eine gute Lösung stellen die in den Obergeschossen geplanten Holz- Alu-Fensterkonstruktionen mit schallgedämmten Lüftungsklappen und außen liegendem Sonnenschutz dar. Der genannte Kostenansatz ist an der Untergrenze. Die Begrünung im Bereich der Hotelfassade vor den zurückspringenden Wandflächen erscheint unklar und muss in der technischen Umsetzung präzisiert werden. Die Belange des Lärmschutzes werden ansatzweise betrachtet. Die Überlegungen zum Lärmschutz der Stufe 1 (Einsatz von Prallscheiben) sind jedoch nicht vollständig zu Ende gedacht. Am südlichen Blockrand wird die geforderte Mindesttraufhöhe unterschritten, zur Gewährleistung der Lärmabschirmung ist dies jedoch herzustellen. Es sind keine weitergehenden Ansätze zur Bewältigung der Immissionskonflikte erkennbar. Laut Bebauungsplan sind für Wohnnutzungen mit Beurteilungspegeln von über 55 dB(A) durchgesteckte Wohnungen vorzusehen. Z.B. an den nördlich gelegenen Wohnnutzungen liegen an der Südfassade in den oberen Geschossen mutmaßlich Pegel von über 55 dB(A) vor. Deshalb sind durchgesteckte Wohnungen vorzusehen. Dies ist im vorliegenden Entwurf der Fall. Insgesamt fügt sich die Arbeit dynamisch uns schlüssig in den Gesamtkontext ein und bietet eine solide Antwort auf die Aufgabenstellung.