loading
  • DE-88662 Überlingen
  • 12/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-326660)

Städtebauliche Entwicklung des Baugebiets „Südlich Härlen“ in Überlingen


  • 2. Preis

    kein Bild vorhanden
    Anzeige


    Landschaftsarchitekten
    Freiraum- und LandschaftsArchitektur Dipl. - Ing. (FH) Ralf Wermuth, Eschbach im Markgräflerland (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: FSP Stadtplanung, Freiburg im Breisgau (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit überzeugt durch ihre klare städtebauliche Struktur. Das Planungsgebiet gliedert sich in einen großstädtisch anmutenden nördlichen Teil mit großformatigem Geschosswohnungsbau und entwickelt sich nach Süden hin in eine kleinstrukturiertere Einfamilien- und Doppelhaussiedlung.

    Der Eingangsbereich für das Quartier ist klar ausgebildet und wird durch einen sechsgeschossigen Kubus und einen langgestreckten fünfgeschossigen Gebäuderiegel definiert, wodurch eine klare Adressbildung entsteht. Die Angemessenheit der Gebäudegrößen hinsichtlich ihrer Urbanität ist zu hinterfragen.

    Die Ausrichtung der Gebäude sowohl in der Höhenentwicklung als auch in ihrer räumlichen Lage orientiert sich an der vorhandenen Topografie und den umliegenden landschaftlichen Bezugspunkten. Das Pflegezentrum ist in ausreichendem Abstand zur westlichen Erhebung (Drumlin) platziert und verzahnt sich durch die Fingerstruktur gut mit der Landschaft. Auch hier ist die Dimension der einzelnen Gebäude zu hinterfragen.

    Die zentrale Erschließung über einen sogenannten Boulevard mit einem Eingangsplatz sowie einem mittig gelegenen Quartiersplatz verortet sich klar im Raum. Der Boulevard selbst prägt den nördlichen Teil des Quartiers, ohne dass sich daraus qualitätsvolle Freiräume ableiten lassen, insbesondere in Bezug auf die Seitenarme, die als Sackgassen ausgebildet sind. Die Straßenführung mit insgesamt acht Sackgassen (ohne Wendehämmer) wird als problematisch gesehen.

    Der Großteil der Stellplätze wird über sieben Tiefgaragen abgedeckt. Im Bereich des individuellen Wohnungsbaus erfolgt die Parkierung auf dem eigenen Grundstück.

    Die sozialräumliche Struktur entwickelt sich gemäß der Bebauung von Norden nach Süden in kleinteiligere Einheiten, aber in einer Art und Weise, die eine gute Durchmischung der Wohnformen erwarten lässt. Den Kaltluftschneisen wurde Rechnung getragen durch einen ausreichenden Abstand im Westen und dem Boulevard. Eine Grünverbindung von West nach Ost wurde im zentralen Bereich geschaffen. Hier befinden sich öffentliche Freiräume mit unterschiedlichen Nutzungsangeboten. Die fußläufige Vernetzung ist durchgängig und, soweit erkennbar, barrierefrei.

    Die Retentionsflächen sind vollständig dezentral verortet. Aufgrund der Topographie bestehen Bedenken, ob die offenen Rinnen als Retentionsvolumen eingesetzt werden können. Das gesamte Quartier ist mit begrünten Flachdächern konzipiert.

    Die vorgegebene Struktur, insbesondere im nördlichen Teil, lässt wenig Spielraum für architektonische Weiterentwicklungen, woraus sich in der anschließenden Planung des Quartiers Einschränkungen ergeben können.

    Die Arbeit ist eine gelungene und durchdachte Antwort und bietet viel Potential zur Entwicklung eines hochwertigen Stadtquartiers.


Anzeige