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  • DE-88662 Überlingen
  • 12/2018
  • Ergebnis
  • (ID 2-326660)

Städtebauliche Entwicklung des Baugebiets „Südlich Härlen“ in Überlingen


  • 2. Rundgang

    kein Bild vorhanden
    Stadtplaner
    bächlemeid, Konstanz (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Ramboll Studio Dreiseitl, Überlingen (DE), Singapur (SG), Beijing (CN), Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser gliedern ihren Entwurf in drei typologisch und funktional gegliederte, auf sich bezogene Teilquartiere, die sich entlang eines grünen Freiraumkorridors gruppieren. Die in sich „autarken“ Teilquartiere lassen aufgrund der jeweils stark monostrukturierten Typologieangebote eine in diesem Maße unerwünschten sozialräumlichen Gliederung erahnen. Zugleich wird die Flexibilität der in Teilen teppichartig strukturierten Teilquartiere hinterfragt. Gliederung und Gestaltung des innenliegenden räumlich stark gefassten Landschafskorridors mit Obstwiesen, Spielplatz und Retensionsflächen wird ebenso wie die Anknüpfungspunkte in den Landschaftsraum positiv bewertet. Das Aussparen der nördlichen Privatfläche und Einbindung in das Freiraumkonzept wird hinsichtlich der weiteren Projektentwicklung positiv beurteilt, da kein Zugriff auf die Privatfläche erforderlich erscheint. Zwar lässt das Freiraumkonzept mit Wasserbiotop und kleinen Nachbarschaftsplätzen mit Retensionsfunktion interessante Ansätze zum Regenwassermanagement erkennen, jedoch wird der Flächennachweis (unter Berücksichtigung der untersch. Teilquartiere) nicht erbracht. Auch ist die Hauptretensionsfläche nicht am tiefsten Punkt angeordnet.

    Die Anordnung der Zufahrt von Pflegezentrum bzw. Reihenhausbebauung im äußerst westlichen Bereich wird mit Blick auf Orientierung und Quartierseingang kritisch gesehen. Der Zwischenraum von Pflegeheim und Reihenhausterrassen wird auf den reinen Straßenraum ohne nachbarschaftliche Bezüge reduziert. Entgegen der Zielsetzung Freiraum- und Landschaftsbezüge zum Drumlin aufrechtzuerhalten, entsteht eine eher rückseitige Situation. Die Entscheidung, den ruhenden Verkehr der Reihenhäuser hier topographisch günstig in einer Anordnung auf der gesamten EG-Länge unterzubringen, verstärkt diesen Eindruck und wird in Bezug auf die Qualität des Straßenraums äußerst kritisch bewertet. Die vorgeschlagene terrassierte Reihenhausbebauung wirkt formal und statisch. Da auf die konkrete bauliche Ausprägung des Pflegeheims angewiesen, ist die Flexibilität an dieser Stelle stark eingeschränkt. Eine aus der städtebaulichen Figur klar ablesbare Adressbildung und Eingangssituation des Pflegezentrums wird vermisst.

    Der Vorschlag, das südliche Quartier ausschließlich von Süden über „Im Stumpen“ zu erschließen wird mit Blick auf absehbare Verkehrsbelastungen in den Bestandsquartieren äußerst kritisch diskutiert und entspricht nicht den Vorgaben der Auslobung. Zudem mindert die Bündelung des ruhenden Verkehrs entlang dieser Erschließungsstraße die angestrebte Wohnumfeldqualität. Grundsätzlich wird der Vorschlag einer weitestgehend autofreien, mindestens aber autoarmen Quartierserschließung als interessanter Beitrag gewürdigt. Jedoch bleiben zahlreiche funktionale Zwänge bzgl. Brandschutz und Müllentsorgung unbeantwortet, der hohe Anteil an Stichstraßen/Anliegerwegen wird kritisch gesehen.

    Trotz des bewussten Verzichts auf freistehende EFH-Typologien liegt - aufgrund eines vergleichsweise geringen Anteils an Geschosswohnungsbauten - die Einwohnerdichte im Gesamtgebiet deutlich unter dem Durchschnitt. Trotz interessanter Teilaspekte stellt die Arbeit insgesamt keinen räumlich angemessenen, robusten Beitrag für die weitere Gebietsentwicklung.