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  • DE-70734 Fellbach
  • 01/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-302732)

Entwicklung des Freibad-Areals Fellbach


  • Anerkennung

    Schwarzplan, © ARP ArchitektenPartnerschaft Stuttgart GbR

    Architekten
    ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Ralf Horn

    Mitarbeit
    Robert Schneider, Emmanuelle Simon, Marie Huber, Claudio Miracapillo

    Preisgeld
    3.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das städtebauliche Konzept besticht durch eine klare Struktur, bei der die Ränder definiert sind und kleinteilige Baufelder geschaffen werden, die sich um einen Quartiersplatz gruppieren.

    An der Esslinger Straße im Westen entsteht eine klare Raumkante, die auch dem Lärmschutz dient. Sie bilden den Auftakt für halboffene Blöcke, in denen verschiedene, i. d. R. viergeschossige Bautypologien wie Geschossbauten, Stadtvillen und gestapelte Reihenhäuser gruppiert werden. Die öffentlichen und privaten Räume sind voneinander getrennt, es gibt aber eine Durchwegung der Innenhöfe. Die Erschließung der Gebäude erfolgt teilweise von außen, teilweise für die südorientierten Zeilen vom Innenhof.

    Die Südwestecke wird als Stadteingang durch ein sechsgeschossiges Punkthaus („Torhaus“) definiert, z. B. für Studierende oder als Boardinghaus. Von daher konnte hier der bestehende Baumbestand weitgehend erhalten bleiben und in eine Grünanlage integriert werden.

    Am Nordrand sind vier viergeschossige Punkthäuser vorgesehen, u. a. für Baugruppen, umgeben von einem grünen Außenbereich, in dem auch „Urban-Gardening“-Flächen vorgesehen werden.

    Das Gebiet ist sehr auto-arm konzipiert, die Erschließung für PKW erfolgt in die fünf Quartiersgaragen jeweils von den Umgebungsstraßen aus. Nur der in der Mitte gelegene Block wird durch eine Stichstraße von der Esslinger Straße aus erschlossen. Der Stich endet in einem kleinen Quartiersplatz, der auch einen Mobilitäts-Hub enthält. Für die Bebauung am Nordrand gibt es keine eigene Tiefgarage, um den Baumbestand nicht zu beeinträchtigen – hier sollen die südlicheren Tiefgaragen genutzt werden.

    Der besonders erhaltenswerte Baumbestand bleibt bestehen, der übrige wird teilweise geschützt. Entlang der Fußwege entstehen neue Baumalleen. In der Quartiersmitte an der Schnittstelle von vier Blöcken entsteht ein Quartiersplatz, der von drei Seiten gefasst ist und im Süden in eine Grünachse übergeht, die sich zum Kappelberg öffnet. Dieser großzügige Freiraum dient als wesentliches Entwurfselement „Grünes Fenster“.

    Das Energiekonzept sieht ein BHKW im südöstlichen Block vor, außerdem ist PV auf den Dächern geplant.

    Der Vorteil des Entwurfs liegt darin, dass eine klare städtebauliche Struktur mit relativ flexibel bebaubaren Baufeldern entsteht, in denen verschiedene Bautypologien realisiert werden können. Es entsteht eine klare Stadtkante nach Westen und eine gut nachvollziehbare innere Gliederung. Bei der weiteren Umsetzung hängt viel davon ab, wie qualitätsvoll die Baufelder entwickelt werden. Die Punkthäuser zum Nordrand wirken relativ dominant, hier stellt sich die Frage, ob nicht auch kleinteiligere Strukturen denkbar sind.

    Das Punkthaus an der Südwest-Ecke überzeugt als Stadteingang – es ist aber von Lärm umgeben, und entlang der Untertürkheimer Straße ist das Wohngebiet nicht klar abgegrenzt, es besteht kein Lärmschutz für die Freiräume. Die Anordnung der Gebäude, z. B. mit Südgarten zur Straße, sollte hier überdacht werden. Ob das „Grüne Fenster“ tatsächlich seine Wirkung entfaltet, den Kappelberg in das Wohngebiet wirken zu lassen, wird kontrovers diskutiert.