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  • DE-84028 Landshut
  • 02/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-314061)

Generalsanierung und Erweiterung Stadttheater Landshut


  • ein 3. Preis

    © w+p Landschaften

    Landschaftsarchitekten
    w+p Landschaften, Berlin (DE), Offenburg (DE), Schiltach (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Ackermann + Renner Architekten GmbH, Berlin (DE)
    Bauingenieure: Theater Engineering Ingenieurgesellschaft mbH, Unterhaching (DE), Berlin (DE)
    Verkehrsplaner: Tögelplan, Ludwigsburg (DE)

    Preisgeld
    39.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit besticht durch ihre Eleganz und Großzügigkeit, der Angemessenheit der Mittel und der Selbstverständlichkeit, wie der Bernlochner Komplex geschlossen wird. Ein arrondiertes, sich aus zwei sehr unterschiedlichen Sprachen zu gleichen Teilen zusammensetzendes Ensemble, wird geschaffen. Der nördliche L-förmige historische Bernlochnerbau mit seiner durchlaufenden nahezu seriellen horizontal rhythmisch gegliederten Fassade wird mit neuen Mitteln interpretiert und transformiert. Denn der südlich vorgelagerte, auch Lförmig formulierte Theaterneubau nimmt die horizontale Gliederung auf, hat keine Angst vor langen Fassadensequenzen und schafft mit wenigen Elementen eine abwechslungsreich gegliederte Fassadenabfolge. Das Gesamtensemble erhält somit ein umlaufendes verbindendes Fassadenband.
    Die Anschlüsse des Neubaus an den Altbau werden über Fugen, einerseits dem Glaseingangsportal an der Wittstraße und einem knappen eleganten Glasauge zur Isar bewusst formuliert. Hierdurch wird der Bestand respektvoll behandelt und die Vermittlung historischer und moderner Architektursprache erfolgt konfliktlos. Allein die westliche Fassade in Flucht der historischen Fassade wird gestalterisch kritisch gewertet.
    Nachdem der Neubau den Straßenraum fasst, schwenkt er parkseitig ein, nimmt sich gleich wieder zurück und bildet einen vorgelagerten Theaterplatz zur Isar. Dies geschieht angenehm beiläufig, die Orientierung und Erkennbarkeit des Haupteingangs wird zudem durch die langen Unterschnitte wie durch die große Stadtloggia im Obergeschoss nochmals unterstützt. Die Adressbildung im Stadtraum allgemein und für die Besucher im Besonderen ist eindeutig und selbstverständlich.
    Durch die südliche Baukörperausrichtung erhält in einem Zuge der Stadtpark wie auch die Isarfront ein neues Gesicht und eine neue Fassung. Positiv wird gewertet, dass der Haupteingang in ein großes, mehrgeschossiges Foyer (mit großzügiger Stadtloggia) mündet, mit kurzer sinnhafter Anbindung über eine Rampe an das Studio- Foyer. Auch wird hierdurch der mittig angeordnete Multifunktionsraum mit vorgelagertem Innenhof gut angebunden. Ein separater Studiobühnen-Eingang wird angeboten, erscheint aber nicht zwingend erforderlich. Die beiden Kassen liegen weit auseinander, eine zentrale Kasse wäre zu prüfen.
    Das Literaturcafé im Foyer direkt am Platze und der Isar liegt strategisch günstig, und verspricht außerhalb der Theaterzeiten eine gute öffentliche Nutzung und Bereicherung. Kontrovers diskutiert werden hingegen die dezentralen Cateringpoints, auch wenn die Dachterrasse mit Blick über die Isar ein besonderes Angebot darstellt.
    Die Anlieferung an der Wittstrasse liegt sinnhaft, die Trennung von Anlieferung Bernlochnersaal und Theater ist nicht ausreichend gegeben, eine Schrägaufstellung ist zu prüfen. Auch inwieweit die statischen Ablastungen des Obergeschosses die Fahrbereiche berühren bzw. einschränken und ob der Anlieferungshof über die gesamte Länge zu öffnen sein muss bzw. kann.
    Positiv wird die Beibehaltung der bestehenden Lastenaufzüge gesehen. Besucher- und theaterinterne Bereiche sind getrennt. Bezüglich der Backstagebereiche wird kritisch angemerkt, dass die Hinterbühne zu wenig tief ist, die große Probebühne nur über die Hinterbühne angebunden wird und die Seitenbühne zur Hauptbühne ungünstig verschoben liegt. Im Saal selber sind die Sichtlinien noch einmal zu überprüfen, der Orchestergraben ist ausreichend bemessen. Die Möglichkeit einer dritten Spielstätte ist in diesem Konzept nicht überzeugend.

    Denkmalpflege:
    Der Entwurf fügt sich städtebaulich in das Vorfeld der historischen Altstadt ein, der Anschluss des Neubaus an den isarseitigen Flügel des historischen Bernlochner- Komplexes ist nicht optimal. Die Eingriffe in die historische Bausubstanz des denkmalgeschützten Altbaus sind verhältnismäßig groß, hier sind Detailabstimmungen zur Reduzierung der Eingriffe mit der Denkmalpflege erforderlich.

    Außenanlagen:
    Die Arbeit belässt den Eingang zu den Bernlochner-Sälen in unveränderter Form und formuliert einen großzügigen Haupteingang im Süden des Neubaus der durch eine Baumgruppe mit Sitzbank angemessen akzentuiert wird. Der Theatervorplatz ist gut an die Wittstraße und das dort situierte Parkhaus angebunden. Der gewünschte Erhalt der Rotbuche kann nicht nachgewiesen werden. In einer großen Geste öffnet sich der Theatervorplatz zur Isar und ermöglicht eine Außenbestuhlung für die dort richtig im Gebäude situierte Gastronomie. Der Innenhof mit Baumpflanzung ist gegen die Wittstraße abgegrenzt, ergänzt die Belichtungsmöglichkeiten des Foyerbereichs und bietet für Angestellte und Besucher einen geschützten, attraktiven Aufenthaltsbereich. Angaben zur Bushaltestelle fehlen.