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  • DE-85067 Eichstätt, DE-85072 Eichstätt
  • 01/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-325565)

Herzogsteg in Eichstätt


  • 1. Preis


    Architekten
    J2M jeckel mayr metz architekten partgmbb, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauingenieure: Ingenieurteam Bergmeister, Vahrn (IT), München (DE), Bruneck (IT)
    Visualisierer: 3DWAY architectural graphics, München (DE)

    Erläuterungstext
    Steinerner Steg
    Der neue Herzogsteg spiegelt in seiner asymmetrisch taillierten Gestalt die beiden Ufersituationen, die er verbindet:
    Von der Altstadt aus weitet sich die Brücke zu der offenen, neu gestalteten Ufersituation und zu dem sich konisch öffnenden Franz-Xaver-Platz.
    Vom Bahnhof oder der Spitalstadt kommend wird der Fußgänger von den sich öffnenden Geländern in Empfang genommen und sanft auf die folgenden, engen Gassen der historischen Altstadt eingestimmt.
    Die Wahrnehmung des Bogenwegs über die Altmühl wird durch die geschwungene Kontur der Brückenränder und des Geländers verstärkt. Der steinerne Belag des Platzes und der Herzoggasse setzt sich auch auf dem Steg fort, nicht als Belag – der ganze Steg ist ein monolithischer, gegossener Stein.
    Dem Geländer sieht man nicht an, dass es mit wenigen Handgriffen Elemente von 1,6 m zerlegt und demontiert werden kann. Es setzt sich aus einer Endlosschleife eines gebogenen Rundstahlstabs und 3 Verbindungsprofilen zusammen und verzichtet dabei gänzlich auf Pfosten. Damit erhält das Geländer Feinheit, Transparenz und Homogenität.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf fügt sich in eleganter und zurückhaltender Formensprache überzeugend in das städtebauliche Umfeld ein. Zum einen nimmt der Entwurf mit der Aufweitung zum Franz-Xaver- Platz den Platzcharakter auf und reagiert zum anderen auf die enge Herzoggasse mit einer Re- duzierung der Brückenbreite.
    Der für die Stahlbetonbauweise ungewöhnlich schlanke Brückenkörper liegt zurückhaltend und doch selbstbewusst vor der historischen Stadtsilhouette.
    Die Gestaltung des Brückenkörpers als monolithische Ortbetonkonstruktion bildet eine Einheit mit den Brückenwiderlagern, benötigt keine konstruktiven Fugen und erscheint dadurch elegant und stimmig. Die ingenieurtechnische Durcharbeitung incl. präziser Überlegungen zur Gründung und Darstellung der Bewehrung ist sehr überzeugend. Das Geländer wirkt mit seiner räumlichen Konstruktion filigran und transparent, gleichzeitig gestalterisch interessant. Durch das enge Konstruktionsraster und die plattenförmige Befestigung ist eine schnelle Demontage gewährlei- stet.
    Die Brücke ist mit maximal 6% Neigung barrierefrei und stellt das Lichtraumprofil für Boots- und Kanufahrer ausreichend sicher. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht sind die Anforderungen sehr gut erfüllt. Der Strömungsquerschnitt ist günstig.
    Die Ortbetonkonstruktion ist robust und lässt einen wartungsarmen Unterhalt erwarten. Die Notwendigkeit einer Längsvorspannung sollte überprüft werden. Die vorgeschlagene Beschich- tung des gekrümmten Überbaus mit UHFB wird in der Verarbeitung als technisch aufwändig erachtet und sollte ggfs. überdacht werden. Die Geometrie der Überbauschalung ist als sehr komplex einzustufen. Der Bauprozess ist insbesondere im Hinblick auf die Erstellung der Schal- körper und Oberflächenqualitäten präzise zu definieren.
    Insgesamt ist der Entwurf durch seine überzeugende konstruktive, städtebauliche und gestalte- rische Qualität ein sehr hochwertiger Beitrag und löst die Planungsaufgabe in allen Punkten vollumfänglich.