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  • DE-15749 Mittenwalde
  • 01/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-311418)

Neubau KiTa Töpchin in Mittenwalde


  • 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Albert Armbruster | Büro für Landschaftsarchitektur, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: werkgruppe kleinmachnow Architekten Heidenreich und Klatt PartGmbB, Kleinmachnow (DE)

    Preisgeld
    3.200 EUR

    Erläuterungstext
    Das Konzept basiert auf einer naturnahen Gestaltung mit einer amorphen Formensprache im Kernbereich, eingerahmt durch eine lineare Heckenstruktur, die Blickbeziehungen in die Landschaft und Spielmöglichkeiten zulässt.
    Die amorphe Dreiradrennstrecke aus durchgefärbtem Asphalt ist das zentrales Element des Entwurfes. Der Startpunkt ist der südliche Ausgang in den Kitagarten. Die Rennstrecke „schlängelt“ sich durch die Landschaft und berührt alle wichtigen Punkte, wie z.B. die beiden Großspielgeräte und den Spielhügel.
    Innerhalb und nördlich der Rennstrecke befindet sich der intensive Spielbereich mit den Großspielgeräten und dem Spielrasen wo Frei- und Bewegungsspiel gewünscht sind. Zwischen der Rennstrecke und dem Gebäude befindet sich ein Sandspielbereich für die Kita und ein separater Bereich für die Krippenkinder, jeweils mit Sonnenschutz und Kleinspielgeräten ausgestattet.
    Südlich der Rennstrecke befindet sich der extensive Spielbereich, wo naturnahes Spielen und „Herumtollen“ zwischen den Baumstämmen und Sträuchern möglich ist und Raum für eine ausgewogene Naturerfahrung gelassen wird.
    Die dreireihige Hecke mit Haselnusssträuchern und Wildobst, gem. Bebauungsplan, bietet den Kindern Schutz und zusätzliche Spielfläche.
    Das Angebot wird mit einem Garten-Labor komplementiert. Dort haben die Kinder die Möglichkeit zu experimentieren und ihre Naturerfahrungen zu stärken.
    Die Heckenstruktur wird in drei Bereichen aufgelockert um Blickbeziehungen von dem Startpunkt der Rennstrecke und dem Spielhügel in die Landschaft zu schaffen.
    Der nördlichen Fassade vorgelagerte Grünstreifen wird in eine Rasenfläche, auf der zehn Fahrradstellplätze angeordnet sind und in eine mit Weiden und Gräsern unterpflanzte Fläche unterteilt.
    Die Bestandsbäume werden durch ortstypische Bäume, wie den Feld-Ahorn und die Stein-Weichsel ergänzt.
    Der fußläufige Hauptzugang erfolgt durch die Mittelachse des Gebäudes. Die Anlieferung für die Cafeteria und den Sandaustausch, sowie zu den fünf Stellplätzen (davon ein behindertengerechter) erfolgt durch den separat eingefriedeten Zugang. Der Müllplatz befindet sich direkt an der Straße.
    Das an den Dächern anfallende Regenwasser wird zunächst im Retentionsdach eingestaut. Das überschüssige Regenwasser wird in die Pflanzflächen eingeleitet, das Regenwasser der Wegeflächen wird in den Nebenflächen versickert oder verdunstet.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen einen klar gegliederten und kompakten Baukörper vor, der
    durch eine gelungene Adressbildung an der Straße Zum Mühlenberg überzeugt. Die
    Fassadenausbildung als Holzfassade fügt sich gut in die Landschaft ein.
    Der Eingang ist ebenso wie der Zugang zurückgesetzt und teilweise mit Glas
    überdacht. Durch das gläserne Foyer entsteht ein helles und freundliches Entree und
    ein ansprechender Aufenthaltsraum. Aussagen zum Sonnenschutz fehlen allerdings.
    Die Erschließung ist orthogonal ausgerichtet und überzeugt durch die gelungenen
    Proportionen. Die Anordnung der Räume ist logisch und sinnvoll gelöst, die
    funktionalen Abhängigkeiten wurden berücksichtigt. Als problematisch wird jedoch
    die fehlende Sichtbeziehung aus den Gruppen- in die Sanitärräume angesehen.
    Grundsätzlich sind die vorgeschlagenen Schlafräume der Gruppenräume in einem
    Zwischengeschoss möglich, allerdings sind sie nicht barrierefrei und bezüglich der
    Sonneneinstrahlung kritisch.
    Die Gartenseite überzeugt durch großzügige Fensteröffnungen und Rücksprünge in
    der Fassade im Kita- und Krippenbereich, die überdachte Aussenterrassen
    ermöglichen.
    Der Eingangsbereich wird als großzügige Platzfläche gestaltet. Die Anordnung der
    Parkplätze entlang der westlichen Grundstücksgrenze als Schrägparker ist allerdings in
    der dargestellten Form nicht möglich. Der Garten erhält eine eigene Formensprache,
    die allerdings einen Bezug auf das Gebäude vermissen lässt. Positiv wird der Rundweg
    gesehen, der die unterschiedlichen Bereiche miteinander verbindet. Allerdings ist die
    Anordnung der Sandflächen direkt am Gebäude räumlich und funktional
    problematisch. Die Sichtbeziehungen in die Landschaft wurden aufgegriffen.
    Allerdings ist die intensive Abpflanzung mit versetzten 3-reihigen geschnittenen
    Hecken bezüglich der Einsehbarkeit und Unterhaltung schwierig.
    Insgesamt überzeugt die Arbeit durch die klare Gliederung des Gebäudes und die
    gelungene Einbindung in die Landschaft.