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  • DE-15749 Mittenwalde
  • 01/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-311418)

Neubau KiTa Töpchin in Mittenwalde


  • 1. Preis


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    Architekten
    tobias buschbeck architektur

    Verfasser
    Tobias Buschbeck , André Schmidt

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Treibhaus Landschaftsarchitektur Berlin/Hamburg, Berlin (DE), Hamburg (DE)
    Landschaftsarchitekten: LAVALAND Laura Vahl, Berlin (DE)
    Architekten: MATTER, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Bewegung im Mittelpunkt
    Auf einer eleganten, rechteckigen Plattform ruhend tritt das Gebäude in Dialog mit den weichen organischen Formen des Gartens. Der Unterschied zwischen Gebäude und Natur wird so auf spielerische Weise thematisiert und für die Kinder greifbar gemacht.

    Gemeinsame Gestaltungsgrundlage beider Bereiche ist das Konzept der Bewegung. So findet sich im Gebäude als Zentrum des Hauses der Bewegungsraum und im Garten spannen Spielinseln ein anregendes Bewegungsfeld auf.

    Architektonisches Konzept
    Der Entwurf setzt das Konzept einer "flurlosen" KiTa um, in der die Erschließungsflächen als "Spieldielen" auch attraktive Aufenthaltsräume sind. Nutzbarer Raum, durch den insbesondere die KiTa-Gemeinschaft erlebbar und erlernbar wird.

    Die flexible Bespielbarkeit des Hauses ermöglicht ein fein abgestuftes Erlernen von Gemeinschaft und Kommunikation. Von der Arbeit in geschlossenen Räumen für hohe Konzentration bis hin zu fließenden Räumen mit einer lockeren, kommunikativen Verteilung von Spiel- und Lernbereichen. Die vielfältigen, durch Vorhänge individuell steuerbaren, Sichtbeziehungen zwischen den einzelnen Räumen wirken anregend und gemeinschaftsbildend.

    Für die Fassade wird Holz als warmes Material und Zeichen für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur gewählt. Die umlaufende Pergola verleiht der Fassade ein spannungsvolles Spiel, das sich je nach Wetter und Tageslichtstimmung verändert. Das Dach des Bewegungsraumes setzt ein markantes Erkennungszeichen.

    Funktionalität
    Das Gebäude ist klar und selbstverständlich organisiert. Über den gemeinsamen Zugang zum Haus werden die eigenen Eingänge in den Krippen- bzw. KiTa-Bereich unmittelbar erreicht. Aus diesen Bereichen besteht jeweils ein direkter Zutritt zum Garten.

    Der Bewegungsraum ist die gemeinsame Mitte. Links und rechts davon befinden sich die Spieldielen als identifikationsstiftende Zentren des Krippen- bzw. KiTa-Bereiches. Sie bieten beispielsweise auch an Regentagen genügend Platz für Bewegung. Die Garderobenbereiche befinden sich jeweils direkt an den Gruppenräumen. Die umschließenden raumhaltigen Wände nehmen Garderoben und Einbauschränke als Lagerflächen auf.

    Der Grundriss bietet größtmögliche Flexibilität für den Tagesablauf in der KiTa. Durch die guten räumlichen Verknüpfungen und die Sichtbeziehungen können die unterschiedlichen Räume, wie Gruppenräume, Schlaf- und Kuschelnischen, Spieldiele und Bewegungsraum, bei Bedarf auch gleichzeitig durch eine Gruppe genutzt werden. So kann spontan und zugleich steuerbar auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder reagiert werden.

    KinderGARTEN
    Der Garten bietet den Kindern eine Vielzahl an Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten, wobei die Landschafts- und Naturerfahrung die Kernqualität des Außenraumentwurfs darstellt.

    Die Terrasse mit der Schutz bietenden Pergola bildet den Übergang vom Gebäude in den landschaftlichen Garten. Jeder Gruppenraum hat einen ihm direkt zugeordneten Terrassenbereich, der nach Bedarf durch Stoffbespannungen abgrenzbar ist. Die Terrasse ist im Bereich der Gruppenräume aber auch umlaufend als zusammenhängende Bewegungsfläche nutzbar.

    Die markanten Formen der Spielinseln fassen Fallschutz- oder Spielsandflächen ein. Ihnen sind jeweils unterschiedliche Spielangebote, wie beispielsweise Klettern, Balancieren oder Schaukeln zugeordnet. Ihre organische Formensprache bettet sich in den landschaftlichen Kontext und bildet einen dialogischen Kontrast zu der geradlinigen Gebäudestruktur.

    Die Pflanzinseln bilden innere Gartenräume aus. Mittels naturnaher und einheimischer Gräser- und Staudenflächen wird so die Abgrenzung der unmittelbar den Gruppenräumen zugehörigen Gartenareale und die Trennung des KiTa-Gartens vom Krippenbereich erzeugt.

    An den Rändern wird der Garten wie selbstverständlich durch eine Kombination aus Bestandsbäumen und neuen Hecken begrenzt. Gleichzeitig werden Blickbeziehungen in die umgebende Landschaft geöffnet. Einzelne Obstgehölze ergänzen den vorgegebenen Fächer an Baumarten. Sie erhöhen die Artenvielfalt und verwandeln den Garten von Zeit zu Zeit in ein Erntefeld. So bringen sie die Kinder spielerisch der Natur, den Jahreszeiten und dem Ursprung unserer Nahrungsmittel näher.

    Nachhaltigkeit
    Ein zentraler Aspekt des Nachhaltigkeitskonzeptes ist der hohe Holzanteil an Tragwerk und Fassade. Der Anteil von gebundener, grauer Energie wird im Wesentlichen auf die Bodenplatte reduziert. Durch die Demontierbarkeit der Konstruktion wird die gesamte Lebenszeit des Gebäudes einbezogen.

    Durch die Holztafelbaukonstruktion wird eine besonders wirtschaftliche Bauweise erzielt. Sie bietet die Möglichkeit zur Vorfertigung sowohl durch Zimmereien als auch durch industrielle Holzbaufirmen. Die vorgefertigten Elemente haben gut transportierbare Größen, die auf Standardmaßen beruhen. Durch die Vorfertigung wird eine hohe Ausführungssicherheit und eine Bauzeitverkürzung vor Ort erreicht. Der wesentliche Anteil des Tragwerks kann aus einfachem Bauholz erstellt werden. Nur in ausgewählten Sichtbereichen ist höherwertiges Konstruktionsholz erforderlich.

    Durch die Pergola sowie, wo erforderlich, ergänzend durch den beweglichen, außenliegenden Sonnenschutz wird der sommerliche Wärmeschutz effizient gewährleistet.

    Team Architektur
    Tobias Buschbeck, Franziska Glöckler, Joris Fach, Ahmet Kürkcü, André Schmidt

    Tragwerksplanung
    Dierks, Babilon und Voigt
    Dr. Hermann Babilon, Peter Biens

    Brandschutzkonzept
    KLW Ingenieure GmbH
    Marco Bachmann

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Kita stellt sich als kompakter eingeschossiger Baukörper dar, der mit einer umlaufenden Kolonnade einen gelungenen Übergang zwischen Innen und Außen herstellt. Daraus ergibt sich ein überdeckter Außenbereich unterschiedlicher Tiefe, der auf drei Seiten als Spielfläche genutzt werden kann. Wie ein umlaufendes Vordach dient das Element zudem als feststehender Sonnenschutz.

    Der Eingang liegt gut auffindbar in der Mitte. Der klare, annähernd symmetrische Grundriss ermöglicht eine einfache Orientierung und leichte Erreichbarkeit aller Räume.

    Bemerkenswert ist, dass auf klassische Flure verzichtet werden kann, weil die
    Erschließungsflächen zugleich als innenliegende „Spieldielen“ nutzbar sind. Die raumhaltigen Wände, die diesen Bereich umgreifen, nehmen die Garderoben und Einbauschränke für Lagerzwecke auf.

    Der zentrale Bewegungsraum bildet – über ein Oberlicht in Form eines Walmdachs belichtet – eine attraktive Mitte, die sich im Sinne eines Multifunktionsraums noch weiter zu den foyerartigen „Spieldielen“ öffnen könnte.
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    Die Gruppenräume sind gut proportioniert, sinnvoll mit den Nebenräumen verbunden und über große Fenster nach außen orientiert.
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    Der Außenbereich ist mit topografisch modellierten Spielinseln und punktuellen Baumpflanzungen sehr differenziert gestaltet. Die Rundbahn wird eine große Attraktion für die Kinder sein. Von der Sandkasten-Insel ist ein weiter Ausblick in die Landschaft nach Westen möglich.
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