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  • DE-65428 Rüsselsheim am Main
  • 01/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-321863)

Neubau Wohn- und Geschäftshaus Karstadt-Areal in Rüsselsheim


  • ein 1. Preis

    Lageplan, © raumwerk GmbH_BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten Part.GmbB

    Landschaftsarchitekten
    BIERBAUM. AICHELE. landschaftsarchitekten, Mainz (DE), Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Klaus-Dieter Aichele , Günter Schüller

    Mitarbeit
    Konrad Deines

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Frankfurt am Main (DE)
    Visualisierer: rendertaxi architecture.visualisation, Aachen (DE), Barcelona (ES)

    Preisgeld
    16.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Entwurfsverfasser*innen schlagen eine durchgängige Blockrandbebauung vor, die im Wesentlichen dem Ergebnis des städtebaulichen Ideenwettbewerbs folgt. Darüber hinaus aber sehr präzise Setzungen einführt, um das Gebäude an die umgebende Bebauung anzupassen. Etwa die Einführung einer stringenten Trauflinie auf Höhe der Traufe der Stadtkirche, die Übernahme der Gauben entlang der Frankfurter Straße und die deutliche Überhöhung der Blockrandecke am Friedensplatz. Einzig der Anschluss an die viergeschossige Traufe der Bahnhofsstraße wird kontrovers diskutiert und erscheint überarbeitungswürdig.

    Die dreigeschossige Hofbebauung schafft eine passende Gliederung des Innenhofs mit einer überzeugenden Zonierung des privaten Außenraums auf verschiedenen Ebenen. Dazu werden eine ganze Reihe von attraktiven Angeboten mit Aufforderungscharakter vorgeschlagen, die eine hohe Identifikation der Bewohner*innen erwarten lässt. Der kurze Weg aus den Wohnungen über die zweite rückwärtige Erschließung bereichert diesen Gedanken zusätzlich. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang auch die außenliegenden und überdachten Fahrradabstellplätze, beinahe ein Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb. Allerdings sollte die Öffnung des Nachbarschaftscafé zum privaten Innenhof hin im weiteren Verlauf geprüft werden, da eine öffentliche Cafénutzung im südlichen Innenhofbereich unglaubwürdig erscheint.

    Die Nutzungsanordnung ist städtebaulich gut gewählt, das Stadtbüro liegt als eine zusammenhängende Einheit an der richtigen Position und mit einer eindeutigen Adressbildung. Die Handelsflächen sind kombinierbar, die Gastronomie ist zusammenschaltbar. Auch gelingt es mit nur 4 Erschließungskernen eine erstaunliche Vielfalt an gut zugeschnittenen Wohnungen zu entwickeln, die meisten davon zweiseitig belichtet.

    Die Fassadengestaltung entspricht dem innerstädtischen Maßstab, die raumhohen Fenster versprechen großzügige und qualitätsvolle Wohnräume. In Hinblick auf die Fassadenmaterialität und den Dachbelag erscheint die präzise Kubatur robust genug, um ohne bedeutende Qualitätsverluste Anpassungen an den weiteren Planungsfortschritt mit eventuellen wirtschaftlichen Anforderungen zuzulassen.

    Insgesamt ist hier ein Entwurf entstanden mit einem souveränen Mix aus zeitgemäßer Anmutung und angemessener Einbindung in den Kontext, der eine außerordentlich hohe Nutzungsqualität verspricht.