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  • DE-82467 Garmisch-Partenkirchen
  • 02/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-315206)

Seniorenzentrum „Altes Finanzamt“ in Garmisch-Partenkirchen


  • 1. Preis Zuschlag

    Lageplan, © HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH

    Landschaftsarchitekten
    HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: H2M Architekten / Ingenieure / Stadtplaner, Kulmbach (DE), München (DE)
    Tragwerksplaner: TRAGRAUM Ingenieure PartmbB vormals Dr. Kreutz+Partner BERATENDE INGENIEURE mbB, Nürnberg (DE), Oberschleißheim (DE), Bamberg (DE), Münnerstadt (DE), Regensburg (DE)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Verfasser der Arbeit bildet mit dem Wohngebäude ein städtebaulich überzeugendes Gegenüber zu dem bestehenden Finanzamtsgebäude, das als Solitär weitgehend unangetastet bleibt, wobei sich die neuen Nutzungen an der vorgegebenen Grundrissstruktur orientieren.
    Das Wohngebäude wird geschickt über einen eingeschossigen, winkelförmigen Flachbau an das Finanzamt angeschlossen, bildet einen schönen Hof mit einem überdachten Laubengang und damit eine gut proportionierte grüne Mitte als geschützten Treffpunkt für die Bewohner. Dieser Laubengang dient auch als Verbindung zwischen Seniorenzentrum und Wohngebäude. Die Carports sind von Osten gut anfahrbar und bilden die Rückseite der östlichen Hofbegrenzung ohne Störungen für die Bewohner zu verursachen.

    Das Café liegt genau richtig am Gelenk zwischen intimeren Innenhof und öffentlichem Straßenraum und wirkt einladend sowohl für Bewohner wie auch für Gäste. Eine Anlieferung ist problemlos möglich.

    Die Gestaltung als verputzte Lochfassade mit klar proportionierten Fensteröffnungen reagiert in seiner Formensprache angemessen zurückhaltend auf das vorhandene Finanzamt.

    Die Erschließung des Wohngebäudes erfolgt über ein zentrales Treppenhaus mit offenem Treppenauge das von oben belichtet wird und von dem alle Wohnungen erschlossen werden. Diese sind gut nutzbar und trotz einzelner nicht rechtwinkliger Wände gut zu möblieren. Durch die geschickte Wohnungsaufteilung entsteht nur eine einzige Nordwohnung. In der weiteren Bearbeitung sollte geprüft werden, ob statt der Balkone auch Loggien oder Teilloggien im Westen an der Straßenseite realisiert werden könnten.
    Die Gemeinschaftsräume liegen im eingeschossigen Verbindungsbau und können das Quartiersleben bereichern.

    Durch die sehr effiziente Ausnutzung des Grundstücks und den Verzicht auf eine Tiefgarage gelingt es dem Verfasser angemessene Wirtschaftlichkeit des Gebäudekomplexes sowohl in der Erstellung als auch im Betrieb zu erzielen.

    Den Verfassern gelingt die Entwicklung einer abwechslungsreichen Freiraumabfolge. Angenehm proportioniert und positioniert verspricht die Grüne Mitte hohe Aufenthaltsqualität. Die Zuwegung, wahlweise über den Treffpunkt am Café oder den Wassergarten, bietet weitere Aufenthaltsbereiche, ohne die räumliche Situation zu verunklaren. Die Yogawiese im Norden ergänzt das Angebot mit einem großzügigen Grünraum.
    Lediglich auf dem ausgedehnten Flachdach wird in Anbetracht des allgemeinen Mangels an Freiflächen ein Nutzungsangebot vermisst.

    Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr guten Beitrag zur Erfüllung der notwendigen Anforderungen an seniorengerechtes Leben dar.