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  • DE-65549 Limburg an der Lahn
  • 02/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-314801)

Stadtentwicklung „Blumenrod V. und VI. Bauabschnitt“ in Limburg an der Lahn


  • 1. Preis


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    Architekten
    STUDIO SCHULTZ GRANBERG - Städtebau und Raumstrategien, Berlin (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur gmbh, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    (Sub)urbane Mischung - Vielfalt und Gemeinschaft

    Die (Sub)urbane Mischung bietet ein vielfältiges Wohnangebot für alle Lebensabschnitte, einen Mix verschiedener Typologien von beinahe städtischen Situationen bis hin zu ländlichen, behutsam in die Landschaft integrierten Gehöften. Jedes Baufeld offeriert ein differenziertes Wohnangebot und einen variablen Anteil gemeinschaftlicher Freiräume.

    Seit Jahren wird die Kritik an der langfristigen Nachhaltigkeit von monotonen Einfamilienhausgebieten größer: teure energetische Ertüchtigungen beschleunigen oft den Wertverfall, schwer zu realisierbare Umbauten im Alter und nachträglich teuer erkaufte Barrierefreiheit sind Indikator dafür, dass das Einfamilienhaus in der Regel ein Lebensabschnittsmodell für Familien mit Kindern ist. Gleichzeitig nimmt die Zahl der über 60 Jahre alten Personen in Limburg deutlich zu. Die zukünftige Entwicklung Blumenrods ist deshalb nicht nur auf freistehende Häuser beschränkt, sondern bietet vielfältige Wohnformen für eine bedarfsgerechte und gemeinschaftsfördernde Entwicklung im Rahmen einer dosierbaren und kleinteiligen Mischung.

    Der zentrale Grünzug im Wettbewerbsgebiet erweitert nahtlos den vorhandenen „Stadtpark Blumenrod“. Dieser bildet die übergeordnete freiräumliche Adresse für die alten und neuen Bewohner. Die Fortführung des bestehenden Grünkorridors südlich „An der Landstraße“ ermöglicht Spaziergänge aus Blumenrod heraus in die angrenzende Landschaft. Von jedem Grundstück im neuen Baugebiet kann man in maximal 150 m Laufweite den Stadtpark und dessen Ausläufer erreichen. Aus der Logik effizienter Anbindung an das bestehende Straßennetz entwickeln sich sieben zentrale Baufelder und angrenzende Randbereiche. Dieses städtebauliche Grundgerüst bildet eine gut erschlossene, kompakte und robuste Struktur kurzer Wege und ist Grundlage für ein vielfältiges Wohngebiet.

    - Auszug -

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Arbeit überzeugt mit einer klar formulierten, nahtlosen Weiterführung des Grünzugs. Dieser wird stadträumlich konsequent zur Landschaft verlängert. Die Taillierung sorgt für eine schlüssige Verbindung der beiden Siedlungsteile, die trapezförmige Weite nach Süden inszeniert auf angemessene Weise die Öffnung zum Landschaftsraum.
    Die prägnante Freiraumstruktur findet in einer ebenso schlüssigen Erschließungs- und Bebauungsstruktur ihre Entsprechung. An der winkelförmigen Haupterschließung werden fächerförmig Baufelder angehängt, die sich nach Süden öffnen und dabei die unterschiedlich ausgerichteten Bestandsquartiere sowie das diagonal verlaufende Wäldchen harmonisch einbinden. Das Motto des Entwurfs »Vielfalt und Gemeinschaft« wird in den Baufeldern auch im Detail überzeugend umgesetzt. Mit der vorgeschlagenen dosierbaren und kleinteiligen Mischung werden einerseits die Voraussetzungen für ein vitales Quartiersleben geschaffen, andererseits wird damit auch die Flexibilität für den weiteren Planungsprozess ermöglicht, ohne dabei der Gefahr der Beliebigkeit zu erliegen. Die Ausgewogenheit in der Bebauung, Mischung der Wohnungen sowie die Dichte werden als angemessene Antwort auf die Entwurfsaufgabe gesehen. Sehr positiv werden die wechselseitig unterschiedlich ausformulieren Freiräume gewürdigt: die Straßenräume mit den gelenkartigen Angern gliedern den Raum und versprechen dem Wohnumfeld angemessene Situationen. Dabei ist im Detail die Parkierung nicht plausibel nachvollziehbar. Die rückwärtigen internen kleineren Gemeinschaftsgrünflächen weisen mit den Höfen sehr schöne Situationen mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Bewohnergruppe auf. Trotz des einfachen, wiederkehrenden Entwurfsprinzips der Fächer bilden die Verfasser sehr differenzierte und vielfältige Orte aus, die eine identitätsstiftende Gestaltung des Wohnumfelds versprechen. Besonders überzeugend ist der Rand zur Landschaft ausgebildet.
    Das Wäldchen wird selbstverständlich integriert und durch ein attraktives Band aus Wohnhöfen nach Osten weitergeführt. Die Arbeit ist wirtschaftlich, ermöglicht die Bildung von Bauabschnitten und ist planungsrechtlich gut umsetzbar.
    Das Regenwassermanagement ist schlüssig konzipiert. Das Quartierszentrum ist überzeugend positioniert und verspricht die für den Ort angemessene Qualität eines urbanen Treffpunkts. Der Kindergarten liegt an der richtigen Stelle in Bezug auf den Grünzug und die bestehenden Quartiere. Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr prägnanten Entwurf dar, der durch seine sorgfältige und feinfühlige Ausarbeitung auch im Detail überzeugt und eine hervorragende Grundlage für die Entwicklung eines sozial gemischten Wohnquartiers am Übergang zur Landschaft darstellt.


INFO-BOX

Angelegt am 25.02.2019, 10:38
Zuletzt aktualisiert 26.02.2019, 10:40
Beitrags-ID 4-169993
Seitenaufrufe 122

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