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  • DE-30159 Hannover
  • 02/2019
  • Ergebnis
  • (ID 2-315646)

Neues Schauhausensemble im Berggarten der Herrenhäuser Gärten in Hannover


  • 2. Preis

    Visualisierung proforma kassel, © Hübotter+Stürken+Dimitrova

    Architekten
    HÜBOTTER + STÜRKEN + DIMITROVA Architektur & Stadtplanung BDA Partnerschaftsgesellschaft mbB, Hannover (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Miriam Scherübl

    Preisgeld
    8.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Einbindung in den Garten
    Der Entwurf präsentiert sich als ein klarer echteckförmiger Glaskubus, der mit seiner durchgehenden Höhe und ruhigen Gestaltung eine starke und gelassene Prägnanz ausstrahlt. Er ist mit seiner Nord-im Übergang zwischen Garten und Werkhof gut platziert und streckt sich längsgerichtet in Nord-Süd-Richtung. Mit seiner Süd-, West und Nord-West-Seite orientiert er sich zum Garten, zum Werkhof auf der Ostseite rückt der hohe Kubus ausreichend von den niedrigeren Betriebsgebäuden ab und nimmt deren Maßstab mit seinem langen heraustretenden eingeschossigen Baukörper auf.
    Architektonische Qualität
    Der Baukörper überzeugt durch seine klar ablesbare prägnante Form und der klaren, einfachen Struktur in der Anordnung der Funktionsbereiche und der Baukonstruktion. Die aufgesetzten Dachprismen nehmen Bezug zu den geneigten Dachformen der bestehenden Gewächshäuser und geben dem Innenraum einen besonderen räumlichen und gestalterischen Effekt. Weniger überzeugen kann jedoch die vorgesetzte Konstruktion der sog. Schaupergola, die die Westfassade zum Garten als Eingangsseite akzentuieren soll. Sie wirkt in ihrer V-förmigen Stellung befremdlich zum ansonsten konsequenten orthogonalen Fassadenraster. Auch der heraustretende Windfang will gegenüber der Fassadenfront nicht überzeugen.
    Organisation, Erschließung und Funktionalität
    Die drei Schaubereiche sind übereinander in West-Ost-Richtung sinnfällig angeordnet mit Ausrichtung des Kanarenhauses nach Süd-Westen, dem Viktoriahaus in der Mitte und dem Ausstellungshaus nach Nord-Westen. Die drei symmetrisch eingestellten Baukörper gliedern die Schaubereiche räumlich überzeugend, der Eingang ist mittig angeordnet, die beiden gegenüber- liegenden Baukörper der WC-Anlagen fassen räumlich das Foyer und der Schleuse zum Viktoriahaus, der eingeschobene Baukörper für die Nebenräume bildet mit seiner großen Länge eine räumliche Fassung und gleichzeitig einen Rücken zum Werkhof. Die Decke des eingeschossigen Baukörpers ist als Galerie begehbar. Die Schaubereiche sind gut proportioniert und bieten sehr gute Möglichkeiten der Bespielbarkeit. Sie können sowohl für sich als allein als auch gemeinsam durch Rundwege sehr gut funktionieren und bilden durch gute Sichtbeziehungen eine große Erlebbarkeit. Besonders gewürdigt wird die Möglichkeit, die Pflanzen aller Schaubereiche von der begehbaren Galerie aus betrachten und auf diese zusätzliche Weise erleben zu können. Die Vertikalerschließung durch zwei Treppen im Kanaren- und Ausstellungshaus sowie der Aufzug ermöglichen einen zusätzlichen zweiten Rundweg. Der massive Baukörper zum Kanarenhaus eignet sich gut zum Anmodellieren einer Topografie, die Betriebsöffnungen sind ausreichend und richtigen Stellen vorgesehen.
    Die Mittellage und die Baukörpereinfassung lassen für das Viktoriahaus eine eingeschränkte Belichtung erwarten. Aufgrund der Vielzahl der aufgesetzten Prismen wird die Dachkonstruktion wg. zu großer Verschattung durch die Kehlen, wg. des hohen Reinigungsaufwandes und wg. der nicht ausreichenden Entlüftung (zu kleine Lüftungsklappen) als problematisch angesehen.
    Wirtschaftlichkeit in Erstellung und Betrieb
    Das Gebäudekonzept lässt mit dem im Vergleich zur Referenz höheren Rauminhalt und der Vielzahl der aufgesetzten Dachprismen einen größeren wirtschaftlichen Aufwand sowohl in der Erstellung als auch für den Betrieb erwarten. Kritisch beurteilt wird dabei der erhöhte Aufwand für die Glasreinigung und die Wartung der Stellmotoren der Lüftungsklappen sowie der erhöhte Energie-aufwand, insbesondere für das Viktoriahaus aufgrund des hohen Rauminhalts.