loading
  • DE-88316 Isny im Allgäu
  • 11/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-9294)

Südliche Altstadt "Hofstatt"


  • 2. Preis

    Lageplan

    Architekten
    planungsgruppe welz ▪ lorenz ▪ jetter | göppingen - esslingen - stuttgart, Göppingen (DE), Esslingen (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Kai Korek, Anette Nille, Christoph Kerner, Nadin Schmidt

    Erläuterungstext
    Grundsätzliche Zielsetzungen

    • Die Hofstatt als lebendiges, vielfältiges Quartier mit urbanem Charakter als positiver Impuls für die gesamte Innenstadt.
    • Unterschiedliche Angebote städtischen Wohnens mit qualitätvollem Wohnumfeld durch nachhaltige Verkehrsberuhigung. Flexible Flächenangebote für Handel, Dienstleistung und Gastronomie.
    • Schaffung attraktiver Wege- und Blickbeziehungen zwischen den Türmen der Stadt und zwischen Altstadt, Grünanlage am Graben und neuem Parkplatzangebot.


    Der Städtebau

    Stadtraum und Baukörperstrukturen

    Wir knüpfen an die historisch gewachsene Stadtstruktur an und entwickeln diese mit drei klar definierten Bauquartieren für heutige Bedürfnisse weiter:
    Die bestehende Baugruppe zwischen Obertorstraße und Stadtmauer wird durch ergänzende Neubauten arrondiert, dabei wertet die maßvolle räumliche Aufweitung an der Stadtmauer den dortigen Durchgang zum Graben auf und die östliche Flanke des Quartiers gibt – dem historischen Verlauf folgend – die Blickverbindung zwischen den Türmen der Stadt frei.
    Das Ensemble Ecke Bergtorstraße / Marktplatz erhält durch ergänzende Neubauten eine neue Fassung, auch hier werden erhaltenswerte Bestandsbauten in die neue Struktur integriert.
    Das verbleibende dreiecksförmige Baufeld im Zentrum der Hofstatt wird neu interpretiert durch drei „tanzende“ Baukörper über zusammenfassendem Sockelgeschoss. Sie bieten in den Obergeschossen innovative urbane Wohnformen und werden zum prägenden neuen Element der künftigen Hofstatt.

    Verkehrskonzept und Freiraumgestaltung

    Die Chance zur nachhaltigen Verkehrsberuhigung der Altstadt von Isny wird konsequent genutzt:
    Marktplatz und einmündende Straßenräume werden zur Fußgängerzone umgestaltet und bleiben lediglich für Stadtbusse und Anlieferverkehr befahrbar.
    Die Hofstatt ist aus der Obertor- und der Bergtorstraße über zwei Fahrschleifen im Einbahnverkehr erschlossen, über die auch die Parkplätze und Parkdecks der Bewohner des Quartiers anfahrbar sind.
    Die übrigen Gassenräume erhalten den Charakter von Wohn- und Spielstraßen.
    Die Parkplätze für Besucher der Altstadt und Kunden der Ladengeschäfte werden im neuen Parkgebäude am Graben zusammengefasst mit kurzen und attraktiven Fußwegverbindungen durch den Grabengarten zum Marktplatz.

    Nutzungsstrukturen

    Die Erdgeschossbereiche entlang der Obertor- und Bergtorstraße bleiben Gastronomie- und Handelsnutzungen vorbehalten und können bei Bedarf durch die rückwärtigen Neubauten großflächig und flexibel teilbar erweitert werden. Entlang der Gassen in der Hofstatt und der Wegeverbindungen zwischen Gabengarten und Marktplatz entstehen kleinteilige, flexible Flächen für Läden, Kleingastronomie, Dienstleisterbüros und auch nicht störende Handwerksateliers.
    In den Obergeschossen können teilweise Dienstleisterbüros oder Praxen eingerichtet werden, überwiegend finden sich hier aber attraktive und vielfältige Wohnangebote: Familienwohnen, Wohnen und Arbeiten, Servicewohnen für Singles oder Senioren, Loftwohnen oder das Wohnen im Stadthaus.


    Die Einzelgebäude

    Grundstruktur und Typologie

    Entsprechend der Typologie der Altstadt sind auch die Neubauten als zwei- oder drei- spännige Einzelhäuser konzipiert, die sich mit oder ohne Fuge zum Quartier zusammenfügen. Im Erdgeschoss bzw. Sockelgeschoss werden diese Einzelhäuser rückwärtig erweitert für Handels- oder Dienstleisterflächen oder für Bewohnerparkplätze. Über diesen Flächen entstehen Dachgärten, die den Obergeschosswohnungen der Quartiere zugute kommen.
    Das Parkierungsgebäude mit öffentlichen Stellplätzen an der Grabenstraße wird mit Penthäusern und zugeordneten Dachgärten überbaut und fügt sich damit und durch differenzierte Fassadengestaltung in den Kontext der Umgebung ein.

    Gestaltung

    Die Neubauten innerhalb der Altstadt von Isny fügen sich in ihren Grundformen in den historischen Bestand ein, zeigen aber im Detail in Material, Konstruktionsdetails und Proportion die Handschrift der Moderne.
    Die Quartierserweiterungen im Anschluss an die Bergtor- und Obertorstraße erhalten die ortsüblichen traufständigen Satteldächer mit ausnahmsweiser Giebelständigkeit an Quartiersecken. Im dreieckigen Sonderquartier der „tanzenden Häuser“ an der Stadtmauer wird diese Grundform neu interpretiert durch die Addition von Pultdach- und Flachdachkörpern, wobei letztere direkten Bezug zur Kontur der Stadtmauer aufnehmen.
    Im Detail sollen die Neubauten in altstadtverträglicher Maßstäblichkeit und Materialwahl erstellt werden. Grundmotiv sind Putzfassade mit Einzelfenstern und geneigtes Ziegeldach. Diese Elemente werden jedoch variiert und angereichert durch neue Motive wie französische Fenster, elementierte Fassadenbekleidungen und auch verbindende Flachdachelemente.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.