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  • DE-88316 Isny im Allgäu
  • 11/2007
  • Ergebnis
  • (ID 2-9294)

Südliche Altstadt "Hofstatt"


  • 5. Preis

    Lageplan

    Architekten
    Braun + Müller Architekten BDA, Konstanz (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Jutta Braun Christian Müller

    Erläuterungstext
    Der historische Kern der Altstadt von Isny ist noch heute gut ablesbar. Um eine gewachsene Innenstruktur mit einem zentralen Platz legt sich ein markanter Stadtgraben mit gut erhaltenen Stadtbefestigungen im Süden. Durch wiederholte Stadtbrände wurde besonders die historische Struktur der Hofstatt zerstört und nie wieder hergestellt. Durch den Neubau einer Umgehungsstrasse wird Isny künftig vom Durchgangsverkehr befreit. Dadurch bieten sich aussergewöhnliche Chancen für die Neuordnung des Marktplatzes und der südlichen Altstadt.
    Die Hauptarterie der Stadt vom Obertor über den Marktplatz zum Wassertor soll wieder vollständig erlebbar werden. Der Marktplatz mit Hallgebäude und Blaserturm erhält seine Bedeutung als zentraler Platz zurück. Durch die städtebauliche Neuordnung des Marktplatzes und seiner Raumkanten soll die ehemalige Hofstatt als authentisches Stadtquartier neu entstehen und städtebaulich eingebunden werden. Obertorstrasse und Marktplatz werden zur Fussgängerzone und führen somit die bestehende Fussgängerzone Wassertorstrasse nach Südwesten fort. Als historische Mitte übernimmt der neue Marktplatz eine Schlüsselfunktion. Um das historische Hallgebäude mit Blaserturm räumlich angemessen zu inszenieren, werden fehlende Platzkanten neu ausgebildet. An der Bergtorstrasse entsteht im unmittelbaren Anschluss ein Kaufhaus als östliche Platzkante. Die südliche Begrenzung des Platzes an der Überleitung zur Hofstatt wird ebenfalls durch einen Neubau klar formuliert. Dabei wird das vorspringende Arkadenmotiv, das den Marktplatz bereits im Bereich der Stadtapotheke sowie der Obertorstrasse räumlich fasst aufgenommen. Der Marktplatz wird wie die Obertorstrasse mit einem homogenen Belag versehen, der den gesamten Platz bzw. Strassenraum erlebbar macht. In Reminiszenz an die steinernen Platzflächen des Mittelalters wird auf öffentliches Grün im Bereich des Marktplatzes verzichtet. Stattdessen sollen eine Freitreppe an der Einmündung der Bergtorstrasse, eine Skulptur nördlich des Blaserturms sowie ein neuer Stadtbrunnen vor den Arkaden des Hallgebäudes räumliche Akzente setzen. Um der neuen Öffentlichkeit gerecht zu werden, wird das Hallgebäude in eine Markthalle umgewandelt. Die Bücherei zieht in das Dachgeschoss des Hallgebäudes und wird um einen Veranstaltungssaal erweitert. Das Kaufhaus an der Bergtorstrasse versteht sich nicht nur als neuer Einkaufsmagnet, sondern übernimmt mit seinen verschiedenen Ebenen und Seiten auch wichtige Verknüpfungsfunktionen zwischen Bergtorstrasse, Marktplatz und Hofstatt. Durch die Bespielung des Marktplatzes mit neuen Nutzungen wird als weiterer Baustein die Entstehung der neuen Hofstatt möglich. In Anlehnung an die historische Belegung des Quartiers soll hier ein dichtes städtisches Quartier für Wohnen und Kunsthandwerk entstehen. Fünf polygonal geformte monolithische Bauwerke reihen sich mit ihren Giebelseiten entlang der Stadtmauer auf. Durch die Unregelmässigkeit der Raumfluchten entstehen Gassen, die bestehende Sicht- und Wegeachsen aufnehmen und weiterentwickeln. Im östlichen Quartiersbereich soll der Stadtbach wieder geöffnet werden und stellt eine räumliche Verbindung zum Brunnen am Marktplatz her. Mit Sitzbank und Baumreihe bietet er Raum für Erholung und Entspannung.
    Zur harmonischen Einfügung in die Dachlandschaft von Isny wird bei den Neubauten die Satteldachform verwendet. Im Bereich der Hofstatt ergeben sich durch die polygonalen Baukörper reizvolle Trauf- und Firstlinien. Dach und Fassaden werden in homogener Materialität ausgeführt. Durch das neue Kaufhaus werden in unmittelbarer Zentrumslage Stellplätze für Kunden geschaffen. In der neuen Hofstatt entstehen weitere unterirdische Parkierungen vornehmlich für die dort entstehenden Wohnungen und Läden. Als zusätzlicher Parkierungsbaustein um den Altstadtring entsteht am Stadtgraben ein weiteres Parkhaus, das über die Hofstatt auf kurzem Weg für Besucher wie Beschäftigte an die Altstadt angebunden ist.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.